Entgiftung per Fußbad

Dubiose Werbeverkaufsveranstaltung in Baden

Wien (AKNÖ) - Der negative Trend zu dubiosen Werbeverkaufsveranstaltungen in Niederösterreich hält an. Dieser Tage wurde den Experten der Arbeiterkammer Niederösterreich, die verdeckt an einer derartigen Veranstaltung teilnahmen, ein Gerät angeboten, dass sich der besonderen Pflege der Füße - den angeblichen "dritten Nieren" - annimmt. Das sündhaft teure Gerät mit dem klingenden Namen "Körper-Detox-Elektrolyse-Fußbad" wurde in einem Badener Gasthaus zum Verkauf angeboten.

Die Strategie ist bestens bekannt: Potentielle Kunden erhalten per Post eine Einladung mit der sie an den Verkaufsort gelockt werden. Ihnen werden Geschenke und Reisegutscheine versprochen, die sie jedoch nie zu Gesicht bekommen. Stattdessen finden sie sich in Werbeverkaufsveranstaltungen wieder, in denen sie völlig überteuerte Produkte erstehen sollen. Bei der Verkaufsveranstaltung der Firma Reise-Center Österreich in Baden handelte es sich dabei um 1100 Euro teure Fußbäder, deren angebliches Wirkungsspektrum nichts zu wünschen übrig lässt. Neben der obligatorischen Entschlackung wurden unter anderem Gewichtsabnahmen, die Heilung von Nagelpilz oder die Herabsetzung des Insulinverbrauchs bei Diabetes II versprochen.

Fauler Zauber

Vor den Augen der Versammelten durften dann auch zwei TeilnehmerInnen vor Ort den Beweis zur Wirksamkeit des Geräts antreten, indem sie ein Fußbad nahmen. Dass sich das Wasser im Zuge des Bades bräunlich verfärbte, sollte den Beweis dafür liefern, dass Schwermetalle und Giftstoffe über die Füße ausgeschwemmt und im Wasser gebunden werden. Was den Zusehern jedoch verborgen blieb ist, dass sich das Wasser auch verfärbt hätte wenn niemand seine "dritten Nieren" ins Fußbad gehalten hätte. Die Verfärbung entstand durch eine einfache chemische Reaktion. Eine der Elektroden löste sich auf, das salzhaltige Wasser und die abgelösten Metallteile bildeten Rost und damit verfärbte sich das Wasser braun.

Im Hausgebrauch medizinisch nicht vertretbar

Abgesehen von verlorener Zeit und Geld - die Geräte sollten vor Ort mittels mangelhaftem Kaufvertrag erworben und gleich bar bezahlt werden - ergibt sich durch diese Verkaufsveranstaltung auch ein weiteres, schwerwiegendes Problem. Eine von der Arbeiterkammer Niederösterreich befragte Ärztin rät aus gesundheitlichen Gründen vom Kauf dieser Geräte klar ab, da die Therapie mit Elektrolyse-Fußbädern eine tiefgreifende Wirkung auf die Regulationsvorgänge im Körper hat. Aus diesem Grund können heftige Reaktionen auftreten, die unter Umständen behandelt werden müssen. Die Bäder sollten daher nur von Ärzten oder erfahrenen Therapeuten durchgeführt werden. AKNÖ-Konsumentenschützer raten deshalb zur Vorsicht: "Sollten Sie eine Einladung erhalten, in der Ihnen aus nicht nachvollziehbaren Gründen Geld, Reisen oder andere Geschenke versprochen werden, lassen Sie die Finger davon. Die Versprechungen werden nicht eingehalten, man will nur an Ihre Geldbörse. Insofern tun Sie sich selbst den Gefallen und werfen Sie die Einladungen ins Altpapier."

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