Kukacka: Kapazitäten der Schiene bei Brenner und Tauern sind bei weitem noch nicht ausgelastet

"Adriazug" und eine ROLA-Brücke forcieren Verlagerung von Strasse auf die Schiene zwischen München/Salzburg und Koper/Triest

Wien (OTS) - Die steigenden Import- und Exportzahlen nach Nah- und Fernost rücken die Mittelmeerhäfen Triest (Italien) und Koper (Slowenien) stärker in den Mittelpunkt der Transportlogistik. "Wir müssen daher Transport-Strategien entwickeln und daher den Ausbau der Schiene forcieren, um die deutliche Zunahme des Verkehrs auf den alpenquerenden Straßen weitgehend auf die Schiene zu verlagern. Neben der Brennerachse ist die Tauernachse die zweitwichtigste Verbindung in den Süden. Die österreichische Bundesregierung setzt daher konkrete verkehrspolitische Schritte zur Verlagerung auf die Schiene", betont Verkehrsstaatssekretär, Helmut Kukacka, im Rahmen der Informationsveranstaltung "Adriazug", heute Dienstag in Salzburg.

Laut Statistik Austria wurden 2004 93,1 Millionen Tonnen Güter auf der Bahn in Österreich transportiert. Davon 90,3 Mio. Tonnen (97%) von inländischen Unternehmungen, 2,8 Mio. Tonnen (3%) von ausländischen. Auf den Brenner entfallen dabei ca. 10 Mio. Tonnen, auf die Tauernstrecke etwa 8 Mio. Tonnen. "Die Kapazitäten der Schiene sind damit aber bei weitem noch nicht ausgelastet. Es werden nur rund 50% der freien Kapazitäten genutzt", so der Staatssekretär.

"Das BMVIT hat daher, gemeinsam mit den Ländern Salzburg und Kärnten einen "Aktionsplan Tauernbahn" beauftragt, der im Rahmen eines grenzüberschreitenden Projekts namens "Alpine Freight Railways" weitergeführt wurde. Ziel des Projekts ist eine effektive Verlagerung des alpenquerenden Straßenverkehrs auf die Schiene und damit - trotz zukünftig erwarteter Zuwächse des Straßengüterverkehrs - die Beibehaltung des derzeitigen Modal Split im Alpenbogen", so Kukacka.

Im Rahmen des Projekts wurde heute das Schienenprodukt "Adriazug" vorgestellt, das eine Direktverbindung zwischen München/Salzburg und Villach/Triest/Koper darstellt. "Hier soll ohne zusätzliche Infrastrukturmaßnahmen ein attraktives, sofort umsetzbares und marktkonformes Schienenangebot zwischen den Wirtschaftsräumen Bayern/Salzburg und den Häfen Triest/Koper geschaffen werden. Bei diesem Angebot soll es künftig an jedem Werktag einen Ganzzug für den Containerverkehr zwischen Bayern/Salzburg/Villach und den Häfen in Triest und Koper geben. Das bedeutet eine nachhaltig umweltfreundliche Wirkung durch die Verlagerung von etwa 850 LKW im Monat auf die Schiene und damit auch eine höhere Lebensqualität der Bürger, sowie ein zusätzliches Transportangebot zwischen den Wirtschaftsräumen Süddeutschland, Österreich und Italien mit Süd-Osteuropa und in Folge auch Fernost", betonte der Staatssekretär.

Der Bund ist auch bereit den Umstieg von der Strasse auf die Schiene kräftig zu fördern. "So fließen vom Bund 40 Mio. Euro jährlich in die Förderung der Rollenden Landstrasse (ROLA). Dabei fallen 86 Euro auf jeden LKW, der die ROLA über den Brenner tagsüber nützt und 43 Euro pro LKW in der Nacht. Auf der Tauernstrecke fördert der Bund jeden LKW, der auf die ROLA geht, mit 75 Euro. In die Containerförderung fließt jährlich ein Zuschuss von 95 Mio. Euro, was pro Container je nach Gewicht und Distanz 9 - 36 Euro ausmacht", schloss Kukacka.

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