• 16.05.2006, 13:11:27
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Kukacka: Kapazitäten der Schiene bei Brenner und Tauern sind bei weitem noch nicht ausgelastet

"Adriazug" und eine ROLA-Brücke forcieren Verlagerung von Strasse auf die Schiene zwischen München/Salzburg und Koper/Triest

Wien (OTS) - Die steigenden Import- und Exportzahlen nach Nah- und
Fernost rücken die Mittelmeerhäfen Triest (Italien) und Koper
(Slowenien) stärker in den Mittelpunkt der Transportlogistik. "Wir
müssen daher Transport-Strategien entwickeln und daher den Ausbau der
Schiene forcieren, um die deutliche Zunahme des Verkehrs auf den
alpenquerenden Straßen weitgehend auf die Schiene zu verlagern. Neben
der Brennerachse ist die Tauernachse die zweitwichtigste Verbindung
in den Süden. Die österreichische Bundesregierung setzt daher
konkrete verkehrspolitische Schritte zur Verlagerung auf die
Schiene", betont Verkehrsstaatssekretär, Helmut Kukacka, im Rahmen
der Informationsveranstaltung "Adriazug", heute Dienstag in Salzburg.

Laut Statistik Austria wurden 2004 93,1 Millionen Tonnen Güter auf
der Bahn in Österreich transportiert. Davon 90,3 Mio. Tonnen (97%)
von inländischen Unternehmungen, 2,8 Mio. Tonnen (3%) von
ausländischen. Auf den Brenner entfallen dabei ca. 10 Mio. Tonnen,
auf die Tauernstrecke etwa 8 Mio. Tonnen. "Die Kapazitäten der
Schiene sind damit aber bei weitem noch nicht ausgelastet. Es werden
nur rund 50% der freien Kapazitäten genutzt", so der Staatssekretär.

"Das BMVIT hat daher, gemeinsam mit den Ländern Salzburg und Kärnten
einen "Aktionsplan Tauernbahn" beauftragt, der im Rahmen eines
grenzüberschreitenden Projekts namens "Alpine Freight Railways"
weitergeführt wurde. Ziel des Projekts ist eine effektive Verlagerung
des alpenquerenden Straßenverkehrs auf die Schiene und damit - trotz
zukünftig erwarteter Zuwächse des Straßengüterverkehrs - die
Beibehaltung des derzeitigen Modal Split im Alpenbogen", so Kukacka.

Im Rahmen des Projekts wurde heute das Schienenprodukt "Adriazug"
vorgestellt, das eine Direktverbindung zwischen München/Salzburg und
Villach/Triest/Koper darstellt. "Hier soll ohne zusätzliche
Infrastrukturmaßnahmen ein attraktives, sofort umsetzbares und
marktkonformes Schienenangebot zwischen den Wirtschaftsräumen
Bayern/Salzburg und den Häfen Triest/Koper geschaffen werden. Bei
diesem Angebot soll es künftig an jedem Werktag einen Ganzzug für den
Containerverkehr zwischen Bayern/Salzburg/Villach und den Häfen in
Triest und Koper geben. Das bedeutet eine nachhaltig
umweltfreundliche Wirkung durch die Verlagerung von etwa 850 LKW im
Monat auf die Schiene und damit auch eine höhere Lebensqualität der
Bürger, sowie ein zusätzliches Transportangebot zwischen den
Wirtschaftsräumen Süddeutschland, Österreich und Italien mit
Süd-Osteuropa und in Folge auch Fernost", betonte der Staatssekretär.

Der Bund ist auch bereit den Umstieg von der Strasse auf die Schiene
kräftig zu fördern. "So fließen vom Bund 40 Mio. Euro jährlich in die
Förderung der Rollenden Landstrasse (ROLA). Dabei fallen 86 Euro auf
jeden LKW, der die ROLA über den Brenner tagsüber nützt und 43 Euro
pro LKW in der Nacht. Auf der Tauernstrecke fördert der Bund jeden
LKW, der auf die ROLA geht, mit 75 Euro. In die Containerförderung
fließt jährlich ein Zuschuss von 95 Mio. Euro, was pro Container je
nach Gewicht und Distanz 9 - 36 Euro ausmacht", schloss Kukacka.

Rückfragehinweis:
Staatssekretariat im BM für Verkehr, Innovation und Technologie
Walter Gröblinger
Pressesprecher
Tel.: +43 (01) 711 62/8803

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