• 12.05.2006, 12:34:20
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Kukacka am Wasserstrassen Tag in Linz: Europas Wasserstraßen weisen noch beachtliche Kapazitätsreserven auf

Wir können es uns nicht leisten, dieses Potential nur unzureichend zu nutzen

Wien (OTS) - "Die Einheit Europas war ein Traum Weniger. Sie wurde
die Hoffnung für Viele. Sie ist heute eine Notwendigkeit für Alle." -
hat Konrad Adenauer einst gesagt - mit diesen Worten eröffnete heute,
Freitag, Verkehrsstaatssekretär, Mag. Helmut Kukacka, sein Referat
beim Wasserstraßentag des Österreichischen Wasserstraßen- &
Schifffahrtsvereins, in Linz.

Mit der Erweiterung der Europäischen Union am 1. Mai 2004 war
Österreich mit einem Schlag von vielen neuen EU-Staaten umgeben. Die
Osterweiterung ist also gerade für Österreich und für den Donauraum
von großer Bedeutung. "Der Verkehr und Güterverkehr wird in der EU
weiter wachsen. Dabei gelangen die beiden Landverkehrsträger Straße
und Schiene in Europa zusehends an ihre Kapazitätsgrenzen, während
die europäischen Wasserstraßen noch beachtliche Kapazitätsreserven
aufweisen. Die Wasserstraße kann und muss daher einen größeren
Beitrag zur Entlastung der Ost-West-Verkehrsachsen und des
grenzüberschreitenden Güterverkehrs im Donauraum leisten", betonte
Kukacka.

Der Ausbau der Binnenwasserstrassen ist ein europaweites Projekt, das
auch über die Grenzen der heutigen EU hinaus geht. Die Europäische
Kommission hat erst heuer mit dem NAIADES Aktionsprogramm ein
Förderprogramm für die europäischen Binnenschifffahrt geschaffen.
"Dieses wird unter österreichischem Vorsitz in Ratsarbeitsgruppen
behandelt und am 9. Juni in Luxemburg am Verkehrsministerrat mit so
genannten Schlussfolgerungen verabschiedet werden", so der
Staatssekretär.

Dabei ist gerade die Binnenschifffahrt ein energiesparender,
lärmarmer und umweltschonender Verkehrsträger. Ein Schubverband,
darunter versteht man ein Motorschiff, das bis zu vier Güterschiffe
schiebt, kann rd. 3.700 t Ladung transportieren. Das sind ca. 93
Eisenbahnwaggons oder 148 LKWs. Das ergibt eine Lkw-Kolonne von ca.
10 km Länge. "Das große Wirtschaftspotenzial des Donauraums lässt
alleine im österreichischen Donaukorridor beinahe eine Verdoppelung
des grenzüberschreitenden Transportaufkommens (auf allen
Verkehrsträgern zusammen) von 54 Millionen Tonnen im Jahr 2000 auf
knapp 100 Millionen im Jahr 2015 erwarten. Was das bedeutet, kann man
Tag täglich auf den Autobahnen und Bundesstraßen, die nach Osten oder
Südosten führen, beobachten. Für Österreich bedeutet das, dass unsere
heimische Wirtschaft durch entsprechende Nutzung der Donauschifffahrt
jährlich 42 Mio. Euro an Transportkosten einsparen und damit auch
ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern könnte", betont Kukacka.

Es gibt jedoch noch einige Engstellen, die eine durchgehende
Befahrung mit voller Beladung unmöglich machen. In Österreich handelt
es sich dabei vor allem um den Bereich östlich von Wien. "In einem
flussbaulichen Gesamtprojekt, sollen flussbauliche Maßnahmen gesetzt
werden, die sowohl die Notwendigkeiten für die Schifffahrt, als auch
Schonung der Umwelt berücksichtigen und ganzjährige Fahrwassertiefen
(Abladetiefe 2,5 m) sicherstellen. Ökologie und Ökonomie ziehen hier
an einem Strang. Wir sind hier in Österreich auf einem sehr gutem
Weg", so der Staatsekretär.

"Mit einer Flotte von 11.000 Schiffen und einer Kapazität, die der
von 10.000 Zügen oder 440.000 LKWs entspricht, kann der Verkehr in
Europa durch die Binnenschifffahrt effizienter, zuverlässiger und
umweltfreundlicher gestaltet werden. Mit dem Rhein, dem
Rhein-Main-Donau-Kanal und der Donau sind die großen Nordseehäfen
(Hamburg, Bremen, Rotterdam und Antwerpen) mit dem Schwarzem Meer
verbunden. Europa ist heute von den Wasserstraßen wie durch ein
blaues Band verbunden wird. Wir können es uns nicht leisten, dieses
Potential nur unzureichend zu nutzen", schloss Kukacka.

Rückfragehinweis:
Staatssekretariat im BM für Verkehr, Innovation und Technologie
Walter Gröblinger
Pressesprecher
Tel.: +43 (01) 711 62/8803

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SVT

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