• 11.05.2006, 09:35:23
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Großes Symposium für Transplantations-Patienten in Innsbruck

Erfolgsgeschichte Transplantationsmedizin - Wartelisten könnten durch mehr Lebendspenden verringert werden - Künstliche Organe in Entwicklung

Innsbruck (OTS) - Die enormen Fortschritte auf dem Gebiet der
Transplantationsmedizin können heute vielen Menschen nach
Organversagen ein Weiterleben ermöglichen oder aber zu besserer
Lebensqualität verhelfen. Trotz des in Österreich im internationalen
Vergleich hohen Spenderaufkommens warten aber jährlich allein 1.000
Dialysepatienten auf eine Spenderniere. Mehr Lebendspenden könnten
schon heute die Wartelisten deutlich verringern, in Zukunft bieten
auch künstliche Organe oder die Methode der Zelltransplantation neue
Perspektiven für Betroffene. Bei einem Symposium für
Organtransplantierte am 20. Mai in Innsbruck diskutieren Top-Experten
und Betroffene aktuelle Trends in der Transplantationsmedizin.

Rund 1,5 Millionen Menschen leben weltweit mit Spenderorganen, die
ihnen das Überleben oder eine akzeptable Lebensqualität nach dem
Versagen eines oder mehrerer Organe ermöglicht. In Österreich konnte
bereits 13.000 Menschen durch die Transplantationsmedizin geholfen
werden. "Heute kann eine Vielzahl von Organen und Geweben mit sehr
gutem Erfolg transplantiert werden", sagt Univ.-Prof. Dr. Raimund
Margreiter, prominenter Transplantations-Pionier und Vorstand der
Universitätsklinik für Chirurgie in Innsbruck. Transplantation ist
heute ein Routineverfahren, Patienten, die dreißig und mehr Jahre mit
einem transplantierten Organ leben, sind keine Seltenheit, so Prof.
Margreiter. "Dafür verantwortlich ist vor allem die Entwicklung der
modernen Immunsuppressiva, die ein Abstoßen des transplantierten
Organs und damit ein längeres Überleben und eine bessere
Lebensqualität ermöglichen." Bei einem großen Symposium, zu dem am
20. Mai rund 200 Organtransplantierte zum Erfahrungsaustausch
erwartet werden, informierten Experten und Betroffene über aktuelle
Trends in der Transplantationsmedizin.

Österreich liegt bei Transplantationen sicherlich im europäischen
Spitzenfeld. Dennoch braucht es viel Motivation und Koordination, um
das Spenderaufkommen hoch zu halten und eventuell noch zu verbessern,
wie Prof. Margreiter betont.

Lebendspende: Überlebenschance für mehr Betroffene

In jenem Maß, in dem die Organtransplantation erfolgreicher wurde,
ergab sich auch eine Knappheit an Spenderorganen. Die Folge sind
lange Wartelisten: Es warten in Österreich ständig allein 800 bis
1.000 Dialysepatienten auf ein Nierentransplantat. Prof. Margreiter:
"Zunehmend Bedeutung als Alternative zur Organentnahme an Hirntoten
gewinnt im Fall der Niere und neuerdings auch der Leber die
Lebendspende." Denn der Verlust einer Niere ist für den Spender
gesundheitlich problemlos zu verkraften und nach Entfernung eines
Leberlappens wächst das entnommene Lebergewebe bei einem gesunden
Menschen zur Gänze wieder nach.

Organersatz und Zelltransplantation

Aber auch an anderen Alternativen zur herkömmlichen Organspende
wird intensiv geforscht. Zum Beispiel an künstlichen Organen, die
Funktionen lebenswichtiger Organe zumindest für eine begrenzte Zeit
simulieren können. Während das Dialyseverfahren bei
Niereninsuffizienz inzwischen zu einem hoch entwickelten System
geworden ist, beginnen sich beim Leberversagen jetzt erstmals
ebenfalls verschiedene Entgiftungssysteme zu etablieren. Große
Hoffnungen setzen die Wissenschafter auch in innovative Entwicklungen
wie das so genannte Tissue Engineering oder die Transplantation von
Stammzellen. "Eine wichtige Innovation ist etwa die Transplantation
von insulinproduzierenden Pankreas-Zellen", berichtet Prof.
Margreiter. Inselzell-Transplantationen werden seit mehr als sechs
Jahren an der Chirurgie Innsbruck routinemäßig durchgeführt. In einem
eigens ausgerüsteten Labor werden die Inselzellen aus der
Bauchspeicheldrüse isoliert, gereinigt und für die Transplantation
vorbereitet. Der Forschungsschwerpunkt liegt in der Verbesserung
dieser neuen Therapieform für den Typ I Diabetes.

Veranstaltungs-Info:

3. Symposium für Organtransplantierte in Innsbruck
Samstag, 20. Mai 2006
von 10:00 - 16:00 Uhr
SOWI - Sozial- und
Wirtschaftswissenschaftliche Universität
Universitätsstraße 15
6020 Innsbruck

Die Einladung zu diesem Symposium richtet sich an Betroffene und
Angehörige aus den Bundesländern Tirol, Salzburg, Vorarlberg. Die
Teilname ist kostenlos.

Eine Initiative des Forum Organtransplantation Österreich:

- Interessengemeinschaft der Dialysepatienten und 
   Nierentransplantierten Vorarlbergs 
 - Österreichischer Verband der Herz- und Lungentransplantierten 
 - Salzburg. SH für Leberkranke und Lebertransplantierte 
 - Selbsthilfegruppe für Leberkranke und Lebertransplantierte Linz 
 - SFN-Selbsthilfegruppe für Dialyse- und Nierentransplantierten  
   Salzburg 
 - Tiroler SH für Leberkranke und Lebertransplantierte 
   L(i)eberleben 
 - Verein der Dialysepatienten und Nierentransplantierten Tirols

Rückfragehinweis:
B&K; Dr. Birgit Kofler-Bettschart, Mag. Daniela Pedross
Tel.: 01/319 43 78-11, Fax: 01/319 43 78 20
mailto:[email protected]

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