Großes Symposium für Transplantations-Patienten in Innsbruck

Erfolgsgeschichte Transplantationsmedizin - Wartelisten könnten durch mehr Lebendspenden verringert werden - Künstliche Organe in Entwicklung

Innsbruck (OTS) - Die enormen Fortschritte auf dem Gebiet der Transplantationsmedizin können heute vielen Menschen nach Organversagen ein Weiterleben ermöglichen oder aber zu besserer Lebensqualität verhelfen. Trotz des in Österreich im internationalen Vergleich hohen Spenderaufkommens warten aber jährlich allein 1.000 Dialysepatienten auf eine Spenderniere. Mehr Lebendspenden könnten schon heute die Wartelisten deutlich verringern, in Zukunft bieten auch künstliche Organe oder die Methode der Zelltransplantation neue Perspektiven für Betroffene. Bei einem Symposium für Organtransplantierte am 20. Mai in Innsbruck diskutieren Top-Experten und Betroffene aktuelle Trends in der Transplantationsmedizin.

Rund 1,5 Millionen Menschen leben weltweit mit Spenderorganen, die ihnen das Überleben oder eine akzeptable Lebensqualität nach dem Versagen eines oder mehrerer Organe ermöglicht. In Österreich konnte bereits 13.000 Menschen durch die Transplantationsmedizin geholfen werden. "Heute kann eine Vielzahl von Organen und Geweben mit sehr gutem Erfolg transplantiert werden", sagt Univ.-Prof. Dr. Raimund Margreiter, prominenter Transplantations-Pionier und Vorstand der Universitätsklinik für Chirurgie in Innsbruck. Transplantation ist heute ein Routineverfahren, Patienten, die dreißig und mehr Jahre mit einem transplantierten Organ leben, sind keine Seltenheit, so Prof. Margreiter. "Dafür verantwortlich ist vor allem die Entwicklung der modernen Immunsuppressiva, die ein Abstoßen des transplantierten Organs und damit ein längeres Überleben und eine bessere Lebensqualität ermöglichen." Bei einem großen Symposium, zu dem am 20. Mai rund 200 Organtransplantierte zum Erfahrungsaustausch erwartet werden, informierten Experten und Betroffene über aktuelle Trends in der Transplantationsmedizin.

Österreich liegt bei Transplantationen sicherlich im europäischen Spitzenfeld. Dennoch braucht es viel Motivation und Koordination, um das Spenderaufkommen hoch zu halten und eventuell noch zu verbessern, wie Prof. Margreiter betont.

Lebendspende: Überlebenschance für mehr Betroffene

In jenem Maß, in dem die Organtransplantation erfolgreicher wurde, ergab sich auch eine Knappheit an Spenderorganen. Die Folge sind lange Wartelisten: Es warten in Österreich ständig allein 800 bis 1.000 Dialysepatienten auf ein Nierentransplantat. Prof. Margreiter:
"Zunehmend Bedeutung als Alternative zur Organentnahme an Hirntoten gewinnt im Fall der Niere und neuerdings auch der Leber die Lebendspende." Denn der Verlust einer Niere ist für den Spender gesundheitlich problemlos zu verkraften und nach Entfernung eines Leberlappens wächst das entnommene Lebergewebe bei einem gesunden Menschen zur Gänze wieder nach.

Organersatz und Zelltransplantation

Aber auch an anderen Alternativen zur herkömmlichen Organspende wird intensiv geforscht. Zum Beispiel an künstlichen Organen, die Funktionen lebenswichtiger Organe zumindest für eine begrenzte Zeit simulieren können. Während das Dialyseverfahren bei Niereninsuffizienz inzwischen zu einem hoch entwickelten System geworden ist, beginnen sich beim Leberversagen jetzt erstmals ebenfalls verschiedene Entgiftungssysteme zu etablieren. Große Hoffnungen setzen die Wissenschafter auch in innovative Entwicklungen wie das so genannte Tissue Engineering oder die Transplantation von Stammzellen. "Eine wichtige Innovation ist etwa die Transplantation von insulinproduzierenden Pankreas-Zellen", berichtet Prof. Margreiter. Inselzell-Transplantationen werden seit mehr als sechs Jahren an der Chirurgie Innsbruck routinemäßig durchgeführt. In einem eigens ausgerüsteten Labor werden die Inselzellen aus der Bauchspeicheldrüse isoliert, gereinigt und für die Transplantation vorbereitet. Der Forschungsschwerpunkt liegt in der Verbesserung dieser neuen Therapieform für den Typ I Diabetes.

Veranstaltungs-Info:

3. Symposium für Organtransplantierte in Innsbruck
Samstag, 20. Mai 2006
von 10:00 - 16:00 Uhr
SOWI - Sozial- und
Wirtschaftswissenschaftliche Universität
Universitätsstraße 15
6020 Innsbruck

Die Einladung zu diesem Symposium richtet sich an Betroffene und Angehörige aus den Bundesländern Tirol, Salzburg, Vorarlberg. Die Teilname ist kostenlos.

Eine Initiative des Forum Organtransplantation Österreich:

  • Interessengemeinschaft der Dialysepatienten und Nierentransplantierten Vorarlbergs
  • Österreichischer Verband der Herz- und Lungentransplantierten
  • Salzburg. SH für Leberkranke und Lebertransplantierte
  • Selbsthilfegruppe für Leberkranke und Lebertransplantierte Linz
  • SFN-Selbsthilfegruppe für Dialyse- und Nierentransplantierten Salzburg
  • Tiroler SH für Leberkranke und Lebertransplantierte L(i)eberleben
  • Verein der Dialysepatienten und Nierentransplantierten Tirols

Rückfragen & Kontakt:

B&K; Dr. Birgit Kofler-Bettschart, Mag. Daniela Pedross
Tel.: 01/319 43 78-11, Fax: 01/319 43 78 20
pedross@bkkommunikation.at

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