- 09.05.2006, 14:19:21
- /
- OTS0225 OTW0225
Jarolim: Kinder und Frauen bleiben wie immer vor der Tür
Studie des BMJ über die Evaluierung der gemeinsamen Obsorge verdreht Ursache und Wirkung
Wien (SK) - SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim kann die
Zufriedenheit von Bundesministerin Gastinger über die Auswirkungen
der 2001 eingeführten Regelungen über die gemeinsame Obsorge in
Scheidungsfällen in keinster Weise nachvollziehen. "Gerade der - bei
der Präsentation der Studie unter den Tisch gefallene - hohe
Prozentsatz von 30 Prozent unzufriedenen Hauptbetreuenden von Kindern
weist doch darauf hin, dass das Modell der gemeinsamen Obsorge
keineswegs ein voller Erfolg ist", betonte Jarolim am Dienstag
gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****
Bei all der Betonung des Wohles der Kinder durch die
Bundesministerin ist Hannes Jarolim außerdem über das völlige Fehlen
der Evaluierung der Situation der Kinder konsterniert: "Nur Eltern
wurde über ihre Zufriedenheit mit der Vereinbarung über die
gemeinsame Obsorge befragt, dabei hätten doch gerade Kinder über ihre
Sicht der Dinge und ihre Zufriedenheit mit den neuen Verhältnissen
befragt werden müssen!"
Aber auch in der methodischen Vorgehensweise enthält die Studie
gravierende Defizite: Befragt wurden Personen, die erst vor kurzem
geschieden wurden - "natürlich steht hier deren Erleichterung über
die ausgestandene Trennung im Vordergrund. Über die wirklichen
positiven und negativen Auswirkungen der Scheidungsvereinbarungen
kann daher erst nach geraumer Zeit ein aussagekräftiges Urteil
gesprochen werden, keinesfalls aber nach so kurzer Zeit."
Abschließend bekräftigt Hannes Jarolim die in diesem Zusammenhang
seit langem von der SPÖ geforderte Umsetzung der dringend notwendigen
Reform des Unterhaltsrechts, um Armutsrisiken allein erziehender
Eltern entgegenzuwirken und endlich gewährleisten zu können, dass
der/die Unterhaltsberechtigte den zustehenden Unterhalt auch erhält -
was wohl für echte Zufriedenheit unter den Betreuenden und Kindern
sorgen könnte. (Schluss) up/mp
Rückfragehinweis:
Pressedienst der SPÖ
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK