Jarolim: Kinder und Frauen bleiben wie immer vor der Tür

Studie des BMJ über die Evaluierung der gemeinsamen Obsorge verdreht Ursache und Wirkung

Wien (SK) - SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim kann die Zufriedenheit von Bundesministerin Gastinger über die Auswirkungen der 2001 eingeführten Regelungen über die gemeinsame Obsorge in Scheidungsfällen in keinster Weise nachvollziehen. "Gerade der - bei der Präsentation der Studie unter den Tisch gefallene - hohe Prozentsatz von 30 Prozent unzufriedenen Hauptbetreuenden von Kindern weist doch darauf hin, dass das Modell der gemeinsamen Obsorge keineswegs ein voller Erfolg ist", betonte Jarolim am Dienstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

Bei all der Betonung des Wohles der Kinder durch die Bundesministerin ist Hannes Jarolim außerdem über das völlige Fehlen der Evaluierung der Situation der Kinder konsterniert: "Nur Eltern wurde über ihre Zufriedenheit mit der Vereinbarung über die gemeinsame Obsorge befragt, dabei hätten doch gerade Kinder über ihre Sicht der Dinge und ihre Zufriedenheit mit den neuen Verhältnissen befragt werden müssen!"

Aber auch in der methodischen Vorgehensweise enthält die Studie gravierende Defizite: Befragt wurden Personen, die erst vor kurzem geschieden wurden - "natürlich steht hier deren Erleichterung über die ausgestandene Trennung im Vordergrund. Über die wirklichen positiven und negativen Auswirkungen der Scheidungsvereinbarungen kann daher erst nach geraumer Zeit ein aussagekräftiges Urteil gesprochen werden, keinesfalls aber nach so kurzer Zeit."

Abschließend bekräftigt Hannes Jarolim die in diesem Zusammenhang seit langem von der SPÖ geforderte Umsetzung der dringend notwendigen Reform des Unterhaltsrechts, um Armutsrisiken allein erziehender Eltern entgegenzuwirken und endlich gewährleisten zu können, dass der/die Unterhaltsberechtigte den zustehenden Unterhalt auch erhält -was wohl für echte Zufriedenheit unter den Betreuenden und Kindern sorgen könnte. (Schluss) up/mp

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