Karas: Globalisierung zum Freund der EU machen

Europa darf nicht zum Altenheim der Globalisierung werden

Brüssel, 9. Mai 2006 (ÖVP-PD) - "Wenn die Europäische Union ihre Rolle in der Welt erfüllen will, brauchen wir mehr Gemeinsamkeit und Zusammenarbeit innerhalb der EU. Wenn Europa nicht zum Altenheim der Globalisierung werden will, während sich Jugend und Fortschritt woanders abspielen, brauchen wir engagierte Reformen, die unsere Wirtschaft wettbewerbsfähig machen und gleichzeitig unser europäisches Sozialmodell erhalten", sagte heute, Dienstag, der Vizepräsident der EVP-ED Fraktion, Mag. Othmar Karas, in der Plenarsitzung des Parlamentarischen Forums zur Zukunft Europas in Brüssel. "Wir müssen uns die Globalisierung zum Freund machen, ihre Chancen und Vorteile aktiv nutzen wollen. Es liegt nicht in der Verantwortung der Politik Ängste zu schüren, sondern wir müssen vielmehr die notwendigen politischen Entscheidungen treffen", so Karas, der als einziger Europaabgeordneter zum Berichterstatter über eine der vier Arbeitsgruppen des Parlamentarischen Forums benannt worden war. ****

"Die Globalisierung ist ein Faktum. Es stellt sich nicht die Frage, ob wir die Globalisierung annehmen oder nicht, sondern wie wir mit ihr umgehen. Die Globalisierung bringt den Bürgern Europas weitaus mehr Vor- als Nachteile. Sie bedingt aber auch eine Anpassung unserer Wirtschafts- und Sozialsysteme. Mit verschlossenen Türen, nationalen Egoismen und Wirtschaftsprotektionismus werden wir die Chancen der Globalisierung nicht realisieren können", betonte Karas. Der Binnenmarkt und die Lissabon-Strategie seien die richtige Antwort Europas auf die Herausforderungen der Globalisierung, die Mitarbeit mancher Staaten in der raschen und vollständigen Umsetzung des Beschlossenen lasse aber noch sehr zu wünschen übrig. "Ich fordere ein ernsthafteres Umsetzen unseres Wertemodells, unserer Ziele und der beschlossenen Maßnahmen in allen Mitgliedstaaten. Hier sind auch die nationalen Parlamente gefordert, müssen doch mehr als zwei Drittel der auf EU-Ebene beschlossenen Maßnahmen von den nationalen Parlamenten in nationales Recht umgesetzt werden", unterstrich Karas.

Laut der jüngsten Eurobarometer-Umfrage sehen 77 Prozent der Bürger Europas die Förderung von Demokratie und Frieden in der Welt als eine Aufgabe der Europäischen Union. "Unser Umgang mit der Globalisierung und unsere Initiativen sind ein Teil unserer globalen Demokratie- und Friedensaufgabe. Als größter Handelsblock der Welt können wir die globalen Rahmenbedingungen und die sozialen und ökologischen Standards mitbestimmen. Gleichzeitig müssen wir uns aber auch den eigenen, hausgemachten Problemen stellen. Die demografische Entwicklung benachteiligt unseren Kontinent, der Rückgang der Arbeitskräfte reduziert unsere Produktivität. Daher brauchen wir einen neuen Ausgleich zwischen wirtschaftlicher Prosperität und sozialer Gerechtigkeit. Wenn wir die Pensionssysteme in unseren Mitgliedstaaten nicht rasch in Ordnung bringen, wird die Union mit Sicherheit Verlierer der Globalisierung sein. Es gibt aber keinen Widerspruch zwischen Markt und sozialer Sicherheit, beide Faktoren gehen Hand in Hand und bedingen einander", sagte Karas.

"Das Fazit nicht nur dieses Parlamentarischen Forums, sondern der Erfahrungen der letzten Jahre ist klar: Wir müssen schneller und qualitativ besser werden. Wir müssen mobiler und flexibler werden. Wir müssen den Binnenmarkt mit seinen vier Freiheiten umsetzen, um die Versprechen Europas gegenüber den Bürgern erfüllen zu können. Schwören wir dem Protektionismus ab und kommunizieren wir unsere Ziele den Bürgern, dann wird die Union für alle spürbar", sagte Karas abschließend.

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Rückfragen: MEP Mag. Othmar Karas, Tel.: 0032-2-284-5627 (okaras@europarl.eu.int) oder Mag. Philipp M. Schulmeister, EVP-ED Pressestelle, Tel.: 0032-475-79 00 21 (pschulmeister@europarl.eu.int)

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