- 09.05.2006, 11:14:14
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Karas: Globalisierung zum Freund der EU machen
Europa darf nicht zum Altenheim der Globalisierung werden
Brüssel, 9. Mai 2006 (ÖVP-PD) - "Wenn die Europäische Union ihre
Rolle in der Welt erfüllen will, brauchen wir mehr Gemeinsamkeit und
Zusammenarbeit innerhalb der EU. Wenn Europa nicht zum Altenheim der
Globalisierung werden will, während sich Jugend und Fortschritt
woanders abspielen, brauchen wir engagierte Reformen, die unsere
Wirtschaft wettbewerbsfähig machen und gleichzeitig unser
europäisches Sozialmodell erhalten", sagte heute, Dienstag, der
Vizepräsident der EVP-ED Fraktion, Mag. Othmar Karas, in der
Plenarsitzung des Parlamentarischen Forums zur Zukunft Europas in
Brüssel. "Wir müssen uns die Globalisierung zum Freund machen, ihre
Chancen und Vorteile aktiv nutzen wollen. Es liegt nicht in der
Verantwortung der Politik Ängste zu schüren, sondern wir müssen
vielmehr die notwendigen politischen Entscheidungen treffen", so
Karas, der als einziger Europaabgeordneter zum Berichterstatter über
eine der vier Arbeitsgruppen des Parlamentarischen Forums benannt
worden war. ****
"Die Globalisierung ist ein Faktum. Es stellt sich nicht die
Frage, ob wir die Globalisierung annehmen oder nicht, sondern wie wir
mit ihr umgehen. Die Globalisierung bringt den Bürgern Europas
weitaus mehr Vor- als Nachteile. Sie bedingt aber auch eine Anpassung
unserer Wirtschafts- und Sozialsysteme. Mit verschlossenen Türen,
nationalen Egoismen und Wirtschaftsprotektionismus werden wir die
Chancen der Globalisierung nicht realisieren können", betonte Karas.
Der Binnenmarkt und die Lissabon-Strategie seien die richtige Antwort
Europas auf die Herausforderungen der Globalisierung, die Mitarbeit
mancher Staaten in der raschen und vollständigen Umsetzung des
Beschlossenen lasse aber noch sehr zu wünschen übrig. "Ich fordere
ein ernsthafteres Umsetzen unseres Wertemodells, unserer Ziele und
der beschlossenen Maßnahmen in allen Mitgliedstaaten. Hier sind auch
die nationalen Parlamente gefordert, müssen doch mehr als zwei
Drittel der auf EU-Ebene beschlossenen Maßnahmen von den nationalen
Parlamenten in nationales Recht umgesetzt werden", unterstrich Karas.
Laut der jüngsten Eurobarometer-Umfrage sehen 77 Prozent der
Bürger Europas die Förderung von Demokratie und Frieden in der Welt
als eine Aufgabe der Europäischen Union. "Unser Umgang mit der
Globalisierung und unsere Initiativen sind ein Teil unserer globalen
Demokratie- und Friedensaufgabe. Als größter Handelsblock der Welt
können wir die globalen Rahmenbedingungen und die sozialen und
ökologischen Standards mitbestimmen. Gleichzeitig müssen wir uns aber
auch den eigenen, hausgemachten Problemen stellen. Die demografische
Entwicklung benachteiligt unseren Kontinent, der Rückgang der
Arbeitskräfte reduziert unsere Produktivität. Daher brauchen wir
einen neuen Ausgleich zwischen wirtschaftlicher Prosperität und
sozialer Gerechtigkeit. Wenn wir die Pensionssysteme in unseren
Mitgliedstaaten nicht rasch in Ordnung bringen, wird die Union mit
Sicherheit Verlierer der Globalisierung sein. Es gibt aber keinen
Widerspruch zwischen Markt und sozialer Sicherheit, beide Faktoren
gehen Hand in Hand und bedingen einander", sagte Karas.
"Das Fazit nicht nur dieses Parlamentarischen Forums, sondern der
Erfahrungen der letzten Jahre ist klar: Wir müssen schneller und
qualitativ besser werden. Wir müssen mobiler und flexibler werden.
Wir müssen den Binnenmarkt mit seinen vier Freiheiten umsetzen, um
die Versprechen Europas gegenüber den Bürgern erfüllen zu können.
Schwören wir dem Protektionismus ab und kommunizieren wir unsere
Ziele den Bürgern, dann wird die Union für alle spürbar", sagte Karas
abschließend.
Rückfragehinweis:
Rückfragen: MEP Mag. Othmar Karas, Tel.: 0032-2-284-5627 ([email protected]) oder Mag. Philipp M. Schulmeister, EVP-ED Pressestelle, Tel.: 0032-475-79 00 21 ([email protected])
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