• 05.05.2006, 12:23:33
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  • OTS0164 OTW0164

"Tierschutzombudsmann für NÖ": "Rehkitze nicht berühren"

Junge Rehe sind nur vermeintlich "verlassen"

St. Pölten (NLK) - Mai und Juni sind jene Zeit im Jahr, in der
auch in Niederösterreich naturgemäß Rehkitze zur Welt kommen. Nach
der Geburt werden die jungen Rehe etwa sechs Monate lang von der
Mutter gesäugt, wobei das Säugen auf hohen Wiesen- oder Grasflächen
erfolgt. Die Kitze halten sich während ihrer ersten Lebensmonate
ausschließlich auf derartigen Wiesen und im hohen Gras auf, da sie
dort vor natürlichen Feinden am besten geschützt sind. Die Rehmutter
hingegen begibt sich nur zum Säugen ihres Jungen auf die betreffende
Wiese; die übrige Zeit hindurch beobachtet sie das Kitz aus sicherer
Entfernung. So soll verhindert werden, dass Feinde auf das Kitz
aufmerksam werden.

Dr. Lucia Giefing, "Tierschutzombudsmann für das Land
Niederösterreich", weist darauf hin, dass vermeintlich "verlassene"
Rehkitze vom Menschen unter keinen Umständen berührt oder mit nach
Hause genommen werden dürfen. "Es besteht die Gefahr, dass die Kitze
von der Rehmutter nicht mehr angenommen werden", so Giefing. Der
Grund dafür ist, dass durch das Anfassen menschliche Gerüche auf das
Kitz übertragen werden, welche das Muttertier in der Folge meist
abschrecken. Zudem dient die anfängliche völlige Geruchslosigkeit der
kleinen Rehe auch dem Schutz vor Feinden wie etwa dem Fuchs. Der
Kontakt mit dem Menschen endet daher für die meisten Kitze tödlich.

Um ein derartiges Fehlverhalten auszuschließen, sollten Kitze
nicht nur nicht berührt werden, sondern sollten Menschen bei
Spaziergängen und Ausflügen generell auf den Wegen bleiben und hohe
Wiesen keinesfalls betreten. "Sollte man doch auf ein Rehkitz stoßen,
sollte man den Bereich sofort wieder verlassen. Bei dem begründetem
Verdacht, dass Rehkitze gefährdet sind, sollte der Revierförster oder
der örtliche Jäger benachrichtigt werden", so Giefing.

Nähere Informationen: Amt der NÖ Landesregierung,
Tierschutzombudsmann für das Land Niederösterreich, Dr. Lucia
Giefing, Telefon 02742/9005-15578, e-mail lucia.giefing@noel.gv.at.

Rückfragehinweis:
Niederösterreichische Landesregierung
Stabstelle Öffentlichkeitsarbeit und Pressedienst
Tel.: 02742/9005-12312
http://www.noe.gv.at/nlk

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