• 29.04.2006, 09:19:42
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40 Jahre evangelische Diözese Salzburg/Tirol

Festakt im Salzburger Mozarteum - Bischof Sturm: Nahe bei den Menschen sein - Landeshauptfrau Burgstaller: Kirchen als Partner und Mahner für das Wesentliche

Salzburg (epdÖ) - "Die Gründung einer eigenständigen Diözese
Salzburg/Tirol vor 40 Jahren war ein Signal, denn wir wissen, wie
wichtig es ist, nahe bei den Menschen zu sein. Das gilt für die
Politik und für die Kirche in besonderer Weise." Das sagte Bischof
Mag. Herwig Sturm bei dem Festakt anlässlich des 40jährigen Jubiläums
der Gründung der Diözese Salzburg/Tirol im Salzburger Mozarteum am
Freitag, 28. April vor zahlreichen Persönlichkeiten aus Politik und
Kirche.

Die Gründung der eigenständigen Diözese Salzburg/Tirol habe aber noch
zu einem besonderen historischen Ereignis geführt: "Der damalige
Erzbischof Dr. Andreas Rohracher hat sich bei der Gründungsfeier für
die Vertreibung der evangelischen Salzburger 1731 entschuldigt und
den Schmerz und die Entbehrungen derer, die um ihres Glaubens willen
die Heimat verlassen mussten, nicht verschwiegen." Dieses "großartige
Wort" habe die Beziehungen zwischen Katholiken und Protestanten
verändert, Zukunft eröffnet und Geschichte geheilt. Sturm: "Wir
wissen heute in dem sich erweiternden und zusammenwachsenden Europa,
wie wichtig Worte sind, die Menschen versöhnen und Geschichte
heilen." Der Bischof dankte Landehauptfrau Mag. Gabi Burgstaller und
dem Salzburger Vizebürgermeister DI Harald Preuner dafür, dass der
Festakt im Mozarteum begangen werde: "Es ist dies der Ausdruck für
die gute Beziehung, die heute zwischen der Evangelischen Kirche und
dem Land Salzburg besteht und ein Ausdruck der gegenseitigen
Wertschätzung, ja einer guten und fruchtbaren Zusammenarbeit zum Wohl
der Kirchen und der Menschen in diesem Land." Sturm dankte "allen
Menschen, die dieser Diözese Gesicht und Stimme geben." Als
Vorsitzender des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ)
dankte Sturm auch für die "hervorragenden ökumenischen Beziehungen in
Salzburg".

Burgstaller: Brauchen Kirchen als Partner

"Ich bedanke mich bei den Kirchen für die gute
gesellschaftspolitische Zusammenarbeit und freue mich über die
Selbstverständlichkeit, mit der die Kirchen eine gemeinsame Botschaft
haben", sagte Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller in ihrer
Ansprache. Die Kirchen seien "verlässliche Partner und Mahner für das
Wesentliche, die wir brauchen in Zeiten des Sparens." Die
Vertreibung der evangelischen Salzburger sei für jeden Einzelnen eine
"unglaubliche Belastung" gewesen. Hier gelte es, "zu vergeben, aber
nicht zu vergessen". Angesichts der gegenwärtigen großen
Flüchtlingsströme dürften nicht die Augen verschlossen werden: "Auch
hier brauchen wir die Kirchen als Partner. Wir können nicht einfach
die Grenzen dicht machen. Gefordert sind Integration und Verständnis
auf beiden Seiten." Für die "Dialogbereitschaft" mit den anderen
Religionsgemeinschaften dankte der Vizebürgermeister der Stadt
Salzburg, DI Harald Preuner.

Goldenes Ehrenzeichen des Landes Salzburg für Superintendentin Müller

Burgstaller verlieh 17 Auszeichnungen im Rahmen des Festaktes an
evangelische Persönlichkeiten aus Salzburg. Superintendentin Müller
erhielt das Goldene, Senior Mag. Wolfgang Del Negro das Silberne
Ehrenzeichen des Landes Salzburg. 15 verdienstvolle Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter der evangelischen Diözese wurden für ihr, so
Burgstaller, "vorbildliches Wirken" ausgezeichnet.

"Kirche und Staat sind unabhängig voneinander, aber sie tun gut
daran, zusammen zu arbeiten", sagte die Superintendentin von Salzburg
und Tirol, Mag. Luise Müller. Es gebe genügend Aufgaben, die zusammen
besser wahrzunehmen sind als allein. Dass es in der Gesellschaft
Menschen gebe, die "mehr tun als allein Dienst nach Vorschrift",
mache ein Umfeld lebenswert, weil "Menschen füreinander da sind. Denn
es tut einer Gesellschaft gut, wenn sie nicht völlig im
Innerweltlichen und im Tagesgeschäft aufgeht, sondern vom Prinzip
Hoffnung lebt." Müller dankte dem Land Salzburg, dass es das
Engagement der Evangelischen Kirche würdige: "Ich kann ihnen
versichern, dass wir in diesem Land und für dieses Land weiterhin mit
Leidenschaft und Demut aus dem Evangelium kompromisslos leben."

Rückfragehinweis:
epdÖ
Tel.: (01) 712 54 61 DW 12
Dr. Thomas Dasek
mailto:[email protected]
http://www.evang.at

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