• 28.04.2006, 16:08:04
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Unabhängige GewerkschafterInnen:"Kompletter Neustart im ÖGB notwendig!"

Entschuldigung Hundstorfers bei Gewerkschaftsmitgliedern war längst überfällig. An umfassender Demokratisierung des ÖGB führt kein Weg vorbei.

Wien (OTS) - "Es wird immer schwieriger, kritische
Gewerkschaftsmitglieder bei der Stange zu halten. Die Wut ist
riesengroß. Es ist einfach unerklärlich, wie einzelne
RepräsentantInnen des ÖGB schalten und walten konnten, wie sie
wollten und damit der Gewerkschaft die größte Krise der
Nachkriegszeit bescheren konnten. Das ist das Tschernobyl des ÖGB,
der Super-GAU. Kontrollmechanismen hat es entweder keine gegeben,
oder sie haben vollkommen versagt. Die von uns schon längst
eingeforderte Entschuldigung der ÖGB-Spitzen bei ihren Mitgliedern
ist nun endlich erfolgt, leider allerdings viel zu spät," beschreibt
Markus Koza, Mitglied der Unabhängigen GewerkschafterInnen im
ÖGB-Bundesvorstand die derzeitige Situation rund um die Verwicklungen
der ÖGB-Vermögensverwaltung in die REFCO-Affäre. "Vor allem wird von
AnruferInnen bei uns immer wieder beklagt, dass sie keinerlei
Möglichkeiten hätten auch nur irgendwas im ÖGB mitzubestimmen.
Protest per Austritt ist für uns jedenfalls keine Lösung, weil das
nur die Gewerkschaftsbewegung als Ganzes schwächen würde, und jene
Kräfte in der Gesellschaft stärkt, die mit der BAWAG-Krise am
liebsten gleich die Gewerkschaften mit entsorgen wollen," so Koza
weiter.

Einmal mehr fordern die Unabhängigen GewerkschafterInnen eine
umfassende Demokratiereform im ÖGB. "Es bestätigt sich, dass die
Absage des außerordentlichen Bundeskongresses im Juni ein kapitaler
Fehler war. Es hätte dringend die - auch harten - Debatten über ein
'wie weiter' mit den Delegierten gebraucht. Es braucht überhaupt
einen kompletten Neustart des ÖGB, eine neue Gewerkschaftskultur die
mehr Diskussionen, Demokratie, Unabhängigkeit, Kontrolle und
Transparenz ins Zentrum rückt. Daran führt kein Weg vorbei: wer
Mitglieder halten und gewinnen will, muss ihnen ein Angebot zu mehr
Mitbestimmung und Mitgestaltung der Gewerkschaften machen, muss eine
glaubwürdige, unabhängige und kämpferische Gewerkschaftspolitik
verfolgen. Die Mitglieder und BetriebsrätInnen wollen die Zukunft
ihre Gewerkschaft aktiv mitgestalten. Nur mit einem demokratischen
Neustart haben die Gewerkschaften auch in diesen schwierigen Zeiten
eine Zukunft," schließt Koza.

Rückfragehinweis:

Unabhängige GewerkschafterInnen im ÖGB
Markus Koza, 0676/951 27 82
www.gewerkschaftsdemokratie.at.tt

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AGG

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