Staatsvertragsausstellung im Belvedere. Hanns Androsch kontert falsche Anschuldigungen und gegen ihn gerichtete Invektive mit Fakten.

Wien (OTS) - In den Medien sind unrichtige und mit Invektiven verbundene mediale Behauptungen zur erfolgreichen Ausstellung "Das Neue Österreich", die mehr als 310.000 Besucher angezogen hat, verbreitet worden. Diesen vor allem parteipolitisch motivierten Anschuldigen stehen folgende Fakten gegenüber:

Ursprünglich war durch Ministerratsbeschluss vorgesehen, für das Jubiläumsjahr 2005 eine zentrale Staatsvertragsausstellung im Künstlerhaus zu veranstalten mit einem geplanten Kostenrahmen von sechs Millionen Euro.

Im Frühjahr 2003 wurde die geplante Ausstellung, für die bereits eine Konzeption erarbeitet worden war, ohne offizielle Verlautbarung abgesagt. Dem Vernehmen nach wurden für diesen Schritt budgetäre Gründe ins Treffen geführt.

Prof. Peter Weiser hat am 30. Oktober 2003 an Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel und die beiden Landeshauptmänner Dr. Michael Häupl und Dr. Erwin Pröll ein Schreiben gerichtet, in dem er eindringlich ersuchte, diese Absage rückgängig zu machen.

Unabhängig davon haben Prof. Peter Weiser, Prof. Herbert Krejci und ich Schritte gesetzt, durch private Initiative und unter der Voraussetzung der Mitwirkung des Bundes und der Stadt Wien die Abhaltung einer zentralen Staatsvertragsausstellung zu erwirken. Diesbezüglich wurde mir von Bürgermeister Dr. Häupl seine Unterstützung zugesagt. Diese Initiative wurde überdies im Rahmen einer Unterschriftenaktion von mehr als 500 prominenten Persönlichkeiten unterstützt.

Am 22. Dezember 2003 hat Herr Bundeskanzler Dr. Schüssel Prof. Krejci, Prof. Weiser und mich zu einem Gespräch in das Bundeskanzleramt eingeladen, bei er uns die Unterstützung des Bundes für die Verwirklichung der Ausstellung auf Basis einer Drittelbeteiligung bei einem Kostenrahmen von insgesamt sechs Millionen Euro zugesagt hat.

Die Ausstellung wurde schließlich auf Basis eines Generalunternehmervertrages mit der Österreichischen Galerie Belvedere mit projektierten Kosten in Höhe von 2,1 Millionen Euro fixiert.

Als ich aufgrund zusätzlicher, vor allem auf die Jugend und die Zukunft unseres Landes abzielende Aktivitäten im Rahmen des Ausstellungskonzeptes weitere private Sponsorgelder auftreiben wollte, erhielt ich, ungeachtet der ideellen Zustimmung zur Ausstellung selbst, abschlägige Antworten mit Verweis darauf, dass man dem Bundeskanzler mit Zusagen für "25 Peaces" im Wort sei.

Die dafür erwarteten Spenden der einzelnen Firmen bewegten sich in Tranchen von 500.000 Euro. Das Gesamtbudget für diese Aktion betrug etwa zehn Millionen Euro. Dieser Betrag hat einen Steuerausfall für die Republik Österreich in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro zur Folge.

In einem persönlichen Gespräch, um das ich ersucht hatte, und das am 23. April 2004 im Büro des Bundeskanzlers statt fand, habe ich meinem Befremden darüber Ausdruck verliehen, dass durch die Sponsorbemühungen des Bundeskanzlers unser Anliegen, für zusätzliche Aktivitäten zur Ausstellung weitere Spendengelder zu erhalten, konterkariert würde. Daraufhin hat mir der Bundeskanzler die Aufstockung des Betrages des Bundes um 300.000 Euro zugesagt. Die Ausstellung selbst war zu diesem Zeitpunkt ausfinanziert!

In diesem Zusammenhang ist auch zu berücksichtigen, dass die Österreichische Galerie Belvedere als Generalunternehmer und Veranstaltungsort während des Ausstellungszeitraumes Eintrittsgelder in Höhe von 1,4 Millionen Euro, um 200.00 Euro mehr als im Vorjahr, lukrierte. Die Ausstellung war mit mehr als 310.000 Besucher ein großer Erfolg. Da die Österreichische Galerie Belvedere keine Ausstellungskosten zu tragen hatte, kann dies wahrlich als kein schlechtes Geschäft für den Bund bezeichnet werden.

Die daher jüngst in den Medien von parteipolitischer Seite verbreiteten Behauptungen entsprechen daher in keiner Weise den Tatsachen.

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Hannes Androsch
Vorsitzender des Komitees "Staatsvertragsaustellung 2005 in Wien"
(Trägerverein der Ausstellung "Das Neue Österreich",
die vom 12. Mai 2005 bis 11. Dezember 2005 in der
Österreichischen Galerie Belvedere in Wien gezeigt wurde.)
Tel.: 01 586 10 54

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