• 26.04.2006, 10:01:22
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20. Gedenktag: Tschernobyl-Katastrophe war kein Einzelfall!

Weltweit Spuren radioaktiver Verseuchung durch Nutzung der Atomtechnologie - GLOBAL 2000-Unterschriftenaktion für EU-weiten Atomausstieg geht weiter

Wien (OTS) - Anlässlich des 20. Jahrestages der
Tschernobyl-Katastrophe warnt GLOBAL 2000 vor dem Irrtum, diese
schreckliche Katastrophe sei ein Einzelfall in der Geschichte der
Atomtechnologie. "Nicht nur durch den Tschernobyl-Unfall sind
Tausende von Toten zu beklagen. Die Geschichte der Atomkraft ist
voller Störfälle, Unfälle und Katastrophen die Leid und Tod gebracht
haben und immer noch bringen", so Silva Herrmann, Anti-Atomsprecherin
von GLOBAL 2000. "Vor, aber auch nach Tschernobyl, kam es weltweit zu
radioaktiver Verseuchung sowohl durch die so genannte zivile als auch
militärische Nutzung der Atomtechnologie."

Die größte atomare Katastrophe ereignete sich in Majak, rund 1.700
km östlich von Moskau. Einem Gutachten der UN zufolge ist dies der
Ort mit der größten radioaktiven Kontamination auf der Erde. Neben
massiver radioaktiver Verschmutzung durch die Ableitung von Abwässern
im Normalbetrieb war im September 1957 in der Atomanlage in Majak ein
Tank mit hochaktivem flüssigen Atommüll explodiert und hatte eine
Fläche so groß wie ein Viertel Österreichs extrem verseucht. Etwa
1.000 Menschen starben direkt durch die Explosion. Die freigesetzte
Strahlung, die mit dem zwei- bis sechsfachen der
Tschernobyl-Katastrophe angegeben wird, zog etwa 270.000 Menschen in
Mitleidenschaft. Zu einem weiteren schweren Unfall mit teilweiser
Kernschmelze und Austritt von Radioaktivität kam es am 28. März 1979
im AKW bei Harrisburg (Three Mile Island). Die Behörden geben heute
eine erhöhte Krebsrate unter der Bevölkerung zu, streiten einen
Zusammenhang mit dem Unfall jedoch ab. Auch nach Tschernobyl reißt
die Serie nicht ab: mindestens 22 schwere Störfälle ereigneten sich,
der schwerste 1999 in Tokaimura (Japan), wo beim Mischen radioaktiver
Substanzen eine nukleare Kettenreaktion ausgelöst wurde.

Doch auch der Normalbetrieb der Wiederaufbereitung führt zu
radioaktiver Verseuchung. Die radioaktiven Nuklide aus den Anlagen La
Hague (Frankreich) und Sellafield (Großbritannien) sind noch an der
norwegischen und grönländischen Küste nachweisbar. Die Verseuchung
von Meerestieren ist vergleichbar mit der Kontamination nach
nuklearen Großunfällen. Plutonium aus Sellafield wurde in den Zähnen
von Kindern in England nachgewiesen. Zusätzlich haben
Atomwaffentests (von ca. 2.000 Explosionen 528 in der Atmosphäre)
weltweit die Strahlenbelastungen erhöht. Durch radioaktiven
Niederschlag gibt es in den Testgebiete hohe Raten an
Krebserkrankungen und Fehlbildungen. "Gerade anlässlich des 20.
Jahrestages sollte nicht vergessen werden, dass es sich bei der
Katastrophe von Tschernobyl nicht um einen einmaligen Zwischenfall
handelte. Wir wollen auch der anderen Opfer gedenken. Die Atomkraft
abzuschalten ist die einzige Möglichkeit, diese traurige Geschichte
zu beenden, um ihr nicht weitere schreckliche Kapitel anzuhängen", so
Herrmann abschließend.

Informationen zur Kampagne "1 Million EuropäerInnen gegen
Atomkraft":
www.global2000.at/gegenatom

Rückfragehinweis:

GLOBAL 2000
   Andreas Baur
   0664/103 24 23
   silva Herrmann
   0699/14200017
   Tel.: (++43-1) 812 57 30/0
   mailto:[email protected]

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