• 26.04.2006, 08:55:35
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Mineralische Rohstoff-Versorgung in Europa sichern

Studie zeigt: Europäische Rohstoff-Planung dringend notwendig!

Wien, 25. April 2006 (OTS) - Der Verbrauch von mineralischen
Industrie- und Baurohstoffen wie z. B. Sand, Kies, Schotter, Kalk,
Gips und Industrieminerale wächst in Österreich und in Europa seit
Jahren stetig. Die Rohstoff-Unternehmen in der EU sorgen mit über
30.000 Gewinnungsstätten, mehr als 150.000 Mitarbeitern und einem
Beitrag von rund 15 % zum Bruttoinlandsprodukt der EU für eine
sichere und kostengünstige Versorgung der Bevölkerung mit
mineralischen Rohstoffen. Eine aktuelle Studie, von der
Montanuniversität Leoben im Auftrag der EU Kommission erstellt, zeigt
jedoch akuten Handlungsbedarf zur Sicherung der Rohstoffversorgung in
Europa auf. Dringend empfohlen werden eine gemeinsame europäische
Ressourcenplanung, entsprechende europaweite Geo-Datenerfassung und
die verpflichtende Einbeziehung der Gewinnung mineralischer Rohstoffe
in die Raumplanung der Mitgliedstaaten.

Wir alle nutzen täglich mineralische Rohstoffe - vom Haus- und
Straßenbau über die Glaserzeugung bis hin zu Computer, Handy und
Zahnpasta. Pro Jahr benötigt jeder Österreicher im Durchschnitt 12
Tonnen mineralische Rohstoffe. Dieser Bedarf wird von über 900
Unternehmen gedeckt, die jährlich mehr als 100 Mio. Tonnen Industrie-
und Baurohstoffe gewinnen. Sie sichern damit über 5.000 Jobs,
vorwiegend in ländlichen Gebieten, und erwirtschaften acht Prozent
des österreichischen Bruttoinlandsprodukts. "Der Verbrauch von
mineralischen Rohstoffen wächst weiter. Durch innovative
Verfahrenstechniken werden immer wieder neue Verwendungsbereiche
erschlossen", so Komm.-Rat Gerold Neuper, Vorsitzender des Forums
mineralische Rohstoffe - der österreichischen Plattform für die
Rohstoffgewinnungsunternehmen.

Angesichts des steigenden Bedarfs an mineralischen Rohstoffen ist die
langfristige Planung der Rohstoff-Nutzung in Österreich und in Europa
dringend notwendig. Die Studie "Minerals Planning Policies and Supply
Practices in Europe" des Instituts für Mining and Tunnelling der
Universität Leoben zeigt Handlungsbedarf in mehreren Feldern auf:

- Mineralische Rohstoffe: strategisches Gut -

Voraussetzung für langfristige Nutzungspläne sind zuverlässige Daten
über die wirtschaftliche Bedeutung mineralischer Rohstoffe in allen
EU-Mitgliedstaaten. Neben Produktions- und Umsatzvolumen sowie Anzahl
der Arbeitsplätze müssen vor allem Informationen über
Gewinnungsstätten und die Weiterverwendung dieser Flächen nach dem
Ende der Rohstoffgewinnung gesammelt werden.

"Die sichere Versorgung mit mineralischen Rohstoffen ist eine
strategische Zukunftsfrage für die europäische Wirtschaft, vor allem
für Bauunternehmen und Industrie", erklärt Komm.-Rat Gerold Neuper
weiter. "Schließlich hängt der gesamte Infrastrukturbereich genauso
wie die Lebensqualität jedes Einzelnen vom gesicherten Zugang zu Bau-
und Industrierohstoffen ab. Und diese Rohstoffe sollten natürlich aus
heimischer und europäischer Gewinnung kommen." Die Studienautoren der
Universität Leoben empfehlen daher, die Rohstoffgewinnung und
-versorgung in die mittel- und langfristige wirtschaftliche,
politische und legislative Planung der EU und ihrer Mitgliedstaaten
einzubeziehen.

- Rohstoffversorgung jetzt für die Zukunft sichern!-

Langfristige Raumordnung und entsprechende Raumplanung schaffen die
Basis für sichere Rohstoffversorgung. Geht es nach den Autoren der
Studie, soll Raumplanung und -ordnung daher in Europa künftig auf
zwei Ebenen geschehen: langfristig angelegte, nationale
Ressourcenpläne sollen die Grundlage für die - auf Landes- oder
Gemeindeebene angesiedelte - operative Raumordnung sein.

Wie die Landwirtschaft zählt die Gewinnung mineralischer Rohstoffe
zur so genannten "Urproduktion". Die ausreichende und sichere
Versorgung der Wirtschaft mit kostengünstigen mineralischen
Rohstoffen ist im Interesse der Konsumenten unverzichtbar.

"Unser gemeinsames Ziel muss es sein, alle Rohstoffvorkommen in
Europa zu erfassen. Die optimale Nutzung von Lagerstätten wird in
Zukunft nur möglich sein, wenn solche Hoffnungsgebiete vor anderen
Ansprüchen geschützt werden - zum Beispiel vor der Umwidmung in
Bauland", so Komm.-Rat Gerold Neuper.

Gemeinsam mit dem Europäischen Gesteinsverband UEPG fordert das Forum
mineralische Rohstoffe daher die Institutionen und die
Mitgliedstaaten der EU auf, die nachhaltige Versorgung der
europäischen Wirtschaft rasch sicherzustellen. Gebiete, in denen
mineralische Rohstoffe vorhanden sind, müssen besonders geschützt und
im Sinne der nachhaltigen Entwicklung Europas für künftige
Generationen nutzbar gehalten werden. "Schließlich hängen an diesen
natürlichen Ressourcen nicht nur tausende Unternehmen und
Arbeitsplätze, sondern auch unser aller Lebensqualität."

Rückfragehinweis:
Forum Rohstoffe
Mag. Robert Wasserbacher
Tel. (0) 5 90 900 - 3534
E-Mail: steine@wko.at
www.ForumRohstoffe.at

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