• 23.04.2006, 20:58:20
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"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Schwarzes Land, grüne Stadt" (Von Johannes Huber)

Ausgabe vom 24. April 2006

Wien (OTS) - Gemeinderatswahlen sind Gemeinderatswahlen - auch
wenn sie in einer größeren Stadt wie Innsbruck stattfinden: Die
Bürgerinnen und Bürger entscheiden nach örtlichen Gegebenheiten,
zumal es um die Probleme geht, die sie tagtäglich tangieren und zumal
sie die Kandidatinnen und Kandidaten noch dazu persönlich kennen.
Was die Tiroler Landeshauptstadt betrifft, so wird es schon seine
Gründe haben, dass die Bürgermeisterin fast zehn Prozentpunkte
verloren hat und dass die Parteienlandschaft abgesehen davon so
zersplittert ist.

Auf die Nationalratswahlen im heurigen Herbst schließen zu wollen,
wäre nach dem gestrigen Urnengang alles andere als seriös. Die
Sozialdemokraten werden nach außen hin beispielsweise immer wieder
unterstreichen, dass sie zugelegt haben. Trotz Bawag-Skandal! Allein:
Nach einem äußerst mageren Ergebnis im Jahr 2000 haben sie nur noch
stärker werden können. Das ist fast schon eine Naturgesetzlichkeit
gewesen. Bankenaffäre hin, Bankenaffäre her.
Bundespolitisch bemerkenswert ist etwas anderes: Innsbruck zeigt,
dass sich die Kanzlerpartei in den größeren Städten außerordentlich
schwer tut; sie ist ausschließlich im ländlichen Raum zu Hause.
Bei den Grünen ist es umgekehrt: Sie können nur dort wirklich
punkten, wo überdurchschnittlich viele Akademiker, Selbstständige und
Künstler wohnen. Ja, dort ist es offensichtlich nur noch eine Frage
der Zeit, bis sie den ersten Bürgermeister stellen.

Rückfragehinweis:
Vorarlberger Nachrichten, Wiener Redaktion, 01/31778340

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