Uni Klagenfurt: Mit Internet-Plagiat zur Assistentenstelle

Bagatelle-'Forschung' setzte sich gegen mehr als 30 Bewerber durch

Klagenfurt/Salzburg (OTS) - Der Salzburger Dozent und
Plagiatsjäger Stefan Weber ist erneut fündig geworden: Mehr als zwanzig Seiten der Diplomarbeit "Wickie und die starken Männer" wurden über weite Strecken wortwörtlich aus dem Internet kopiert. Und ein zentrales 'Ergebnis' der Forschungsarbeit lautet: "Die Kinder sehen 'Wickie und die starken Männer' gerne, weil die Sendung lustig und spannend ist." (S. 94) Damit wird man in Österreich Magister -und nun sogar Assistent.

Der Medienwissenschaftler, selbst ehemals Lehrbeauftragter am betroffenen Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft, urteilt: "Neben den nachweisbaren Plagiatsstellen erneut ein unglaubliches Beispiel von Bagatelle-'Forschung'. Man muss endlich öffentlich die Frage nach der gesellschaftlichen Relevanz und Aktualität dieser Produkte stellen." Die Diplomarbeit wurde nicht nur vom zuständigen Professor mit "sehr gut" beurteilt, sondern verschaffte der Verfasserin nunmehr auch eine Assistentenstelle an der Alpen-Adria Universität. Sie wird nun selbst Studierende betreuen.

Besagte Stelle eines "wissenschaftlichen Mitarbeiters" war vor einigen Wochen sogar in der Wochenzeitung "Die Zeit" ausgeschrieben worden. Die Rede war von "ausgewiesene[n] Fachkenntnisse[n] im Bereich der Medien- und Kulturtheorie/Cultural Studies" sowie "im Bereich der qualitativen Forschung". Rund 30 Personen aus mehreren Ländern hatten sich beworben. Erhalten hat den Job aber kein Bewerber aus dem In- oder Ausland, sondern jene Studentin, die bereits 2004 mit der zweifelhaften Diplomarbeit "Wickie und die starken Männer" den Magistergrad der Philosophie erlangte.

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