- 10.04.2006, 11:31:06
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Denkmal abgerissen, Jugendliche mussten Straße waschen
Landesgeschäftsführer Huber: Rücktritt von ÖVP-LAbg. Bürgermeister Toms unausweichlich
St. Pölten (OTS) - Kurz nach der Gedenkfeier am 7. April 2006
anlässlich des 61. Jahrestags des SS-Massakers in Hadersdorf am Kamp
ist es in der Gemeinde zu einem schwerwiegenden Eklat gekommen.
"Nicht nur, dass der Landtagsabgeordnete und Bürgermeister Bernhard
Toms seit langem die Errichtung eines offiziellen Mahnmals verweigert
und eine geplante Erinnerungstafel am Friedhof verhindert, hat er
jetzt das provisorisch errichtete Mahnmal zum Gedenken des Massakers
sofort abtragen lassen und auch die örtliche Feuerwehrjugend zum
Waschen der Straße vergattert", kritisiert der Landesgeschäftsführer
der NÖ Grünen Thomas Huber.
Das provisorische Denkmal war wenige Stunden zuvor im Beisein von
Landesrätin Christa Kranzl sowie von Bundesrätin Elisabeth Kerschbaum
und Nationalratsabgeordneten Michaela Sburny der Grünen durch
Christine Pazderka vom Verein "Gedenkstätte - Hadersdorf am Kamp"
enthüllt worden. Mehr als 70 Menschen hatten sich am Hauptplatz von
Hadersdorf versammelt, um nach 61 Jahren der 61 Opfer eines
SS-Massakers zu gedenken.
Die TeilnehmerInnen der Gedenkkundgebung hatten zur Erinnerung an die
Opfer mit Schulkreide deren Namen auf deren letzten Weg vom
Hauptplatz zum Friedhof geschrieben. "Niemand soll das lesen zu
Ostern", soll Toms gemeint haben, als er die Namen durch die
Feuerwehrjugend vom Hauptplatz waschen ließ.
Damit habe Toms die Grenzen des politischen Anstandes überschritten -
er habe ein provisorisches Denkmal geschliffen, Jugendliche zum
Waschen der Straße und zum Ausradieren des Gedenkens vergattert.
"Toms ist damit als Landtagsabgeordneter und Bürgermeister untragbar
- ich fordere ihn zum sofortigen Rücktritt aus beiden Funktionen
auf", so Huber. Gefordert sei jetzt auch die NÖ-ÖVP, reinen Tisch zu
machen und von Toms die notwendigen Konsequenzen einzufordern. "Wenn
ein ÖVP-Funktionär und Repräsentant Niederösterreichs die 2. Republik
derart verhöhnt, kann nicht einfach wieder zur Tagesordnung
übergegangen werden", schließt Huber.
Rückfragehinweis:
Presse -Grüner Klub im NÖ Landtag, Tel: 02742/9005/16703, http://noe-gruene.at
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