Verpackungsindustrie: Stark unterwegs trotz Gegenwind

Wien (OTS) - Schwieriges Jahr 2005 erfolgreich abgeschlossen, gute Auftragslage für 2006 - Laufende Ergebnisverbesserung ist ein "Muss" zur Standortsicherung - Wachstum wird künftig vor allem in den CEE-Ländern erzielt

Österreichs Verpackungsindustrie hat das schwierige Geschäftsjahr 2005 gut überstanden: die Umsätze wurden durchwegs gesteigert, in die österreichischen Standorte wurde und wird massiv investiert. Aber:
Preissteigerungen bei Energie und Rohmaterialien und die Abwanderung von Kunden drücken die Ergebnisse. Verglichen mit Standorten in den CEE-Ländern (Central and Eastern Europe) haben die heimischen Verpacker gravierende Kostennachteile wettzumachen. Um konkurrenzfähig zu bleiben, müssen die heimischen Betriebe einen jährlichen Produktivitätszuwachs von 5-10% erwirtschaften, so eine aktuelle Studie der Managementberatung SynGroup. Deutliche Zuwächse können dabei fast nur noch in den CEE-Ländern erzielt werden.

Österreichs Verpackungsindustrie erwirtschaftet ein Produktionsvolumen von insgesamt 7,5 Mrd. EUR jährlich und weist eine Vielzahl höchst erfolgreicher Player auf: Die international tätigen Großunternehmen Mondi, Constantia, Mayr-Melnhof und Greiner Packaging beschäftigen alleine mehr als 30.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im In- und Ausland. Insgesamt zählt die Branche 103 produzierende Verpackungsunternehmen, knapp 20.000 Beschäftigte sind in Österreich tätig. Mehr als die Hälfte der Betriebe (52%) hat über 100 Beschäftigte. Das abgelaufene Geschäftsjahr 2005 hat die Branche -trotz schwieriger Rahmenbedingungen - gut bewältigt, wenn auch die Ergebnisse hinter jenen der Vorjahre zurück bleiben.

Kräftiges Umsatzwachstum der Branche hält an

Im Zeitraum 2001 bis 2004 konnten die heimischen Verpacker ihre Umsätze um duchschnittlich 3,4% steigern, Top-Performer erreichten sogar 4,2%. Das ergab eine Studie der österreichischen Managementberatung SynGroup, die 80% der Branche erfasst, darunter erfolgreiche Unternehmen wie Duropack, Greiner Packaging, Mayr-Melnhof, Teich Gruppe, Mondi Packaging und Tetra Pack. 47% der untersuchten Betriebe sind Großunternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern.

Der Positiv-Trend setzte sich auch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2005 fort, vor allem durch organisches Wachstum und durch Zukäufe von Betrieben. "Wir rechnen mit einer Umsatzsteigerungsrate der Branche von 1-2 % gegenüber dem Vorjahr", erklärt SynGroup-Geschäftsführer Heinz Marx. Die Ergebnisse blieben dagegen 2005 geringfügig hinter den Vorjahresergebnissen, der Grund sind vor allem gestiegene Energie- und Rohmaterialpreise, so die Experten von SynGroup.

Deutliche Einsparungen bei Material- und Personalkosten

Deutliche Einsparungen verzeichnete die heimische Verpackungswirtschaft bei den Personalkosten: Machten diese im Jahr 2001 noch 22,43% des Umsatzes aus, so waren es 2004 im Schnitt nur mehr 21,87% - ein Minus von 2,6%. Die Top-Performer reduzierten ihre Personalkosten sogar um 5,1% - ein Trend, der sich auch 2005 klar fortsetzte.

Auch ihre Materialkosten konnte die Branche 2001 bis 2004 trotz steigender Rohstoffpreise senken. Dabei schafften die Top-Performer -im Verhältnis zum Umsatz - eine Materialkostensenkung von 1,3% von 2001 auf 2004 und waren damit dreimal effektiver als der Branchendurchschnitt (-0,4%). Die SynGroup-Experten orten in diesem Bereich allerdings eine Trendumkehr: "Durch gravierende Materialpreissteigerungen im vergangenen Jahr konnten keine Einsparungen erzielt werden, die Materialkosten sind 2005 weitgehend stabil geblieben", so SynGroup-Geschäftsführer Heinz Marx.

Kostennachteile gegenüber CEE

Verglichen mit Standorten in den CEE-Ländern muss die österreichische Verpackungs-industrie gravierende Kostennachteile von 7 bis zu 22% wettmachen. Dennoch wurde 2005 kein einziger österreichischer Standort geschlossen, in die Standorte wurde und wird kräftig investiert.

"Das Hoffnungsgebiet für die Verpackungsindustrie sind aber eindeutig die CEE-Länder", betont SynGroup-Geschäftsführer Marx: bis zu 7% jährliches Marktwachstum wird in dieser Region erwartet, in Westeuropa nur mehr etwa 2,5%. Marx erwartet daher eine weitere Konzentration der Branche und Wachstum vor allem durch Zukäufe. Zu Jahresbeginn 2006 können Österreichs Verpacker jedenfalls optimistisch in die Zukunft blicken, so die Experten von SynGroup:
die Auslastung wird durchwegs als sehr positiv eingestuft.

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Mag. Walter Woitsch
SynGroup Management Consulting GmbH
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