• 05.04.2006, 10:30:00
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Das neue Atemphysiologische Labor im Otto Wagner Spital stellt sich vor

Lungenuntersuchungen auf höchstem medizinischen Niveau

Wien (OTS) - Lungenerkrankungen sind weit verbreitet. Allein in
Wien gibt es ca. 120.000 bis 140.000 Asthmapatienten, rund 140.000
Menschen leiden unter der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung
COPD, und der Lungenhochdruck stellt die moderne Medizin vor
diagnostische Herausforderungen. Lungenkrebs ist nach wie vor eine
der häufigsten Krebsformen. "Die Atemphysiologie ist für PatientInnen
mit Lungenkrankheiten der "Zubringer" zu einer möglichst präzisen
Diagnose, und damit Voraussetzung für eine optimale Therapie. Das neu
gestaltete Atemphysiologielabor des Otto Wagner Spitals ist derzeit
das größte und modernste kardio-pulmonale Funktionslabor in
Österreich", berichtet Wiens Gesundheitsstadträtin Mag.a Renate
Brauner bei der heutigen Vorstellung des Labors. "Das Labor erfüllt
für den Wiener Raum einen zentralen Versorgungsauftrag für spezielle
kardio-pulmonale Funktionsdiagnostik. Es bietet alle im Zusammenhang
mit der Lunge durchgeführten Untersuchungen," so Brauner weiter.

Im vergangenen Jahr wurden über 9700 PatientInnen im
Atemphysiologielabor der 2. Internen Lungenabteilung des
Sozialmedizinische Zentrum Baumgartner Höhe, Otto Wagner Spital mit
Pflegezentrum, behandelt. Durchgeführt wurden zum Beispiel rund
12.500 Blutgasanalysen, über 5700 Spirometrien, 5200
Bodyplethysmographien, 1600 Spiroergometrien und ergometrische
Untersuchungen, 260 Provokationsuntersuchungen. Außerdem wurden rund
750 SchlaflaborpatientInnen untersucht. 45 Prozent der Untersuchungen
werden ambulant durchgeführt, davon ein hoher Anteil infolge von
Zuweisungen von allgemeinen Gesundheitseinrichtungen.

Prim. Vetter: Lungenerkrankungen sind unterdiagnostiziert - frühe
Diagnose rettet Leben

Die Gemeinde Wien hat sich dabei auch den diagnostischen
Herausforderungen beim Lungehochdruck gestellt. "Damit die neuen und
hochwirksamen Medikamente, die den Widerstand der Lungengefäße senken
("vasoaktive Therapie"), helfen können, ist eine präzise Diagnose mit
modernsten Methoden von zentraler Bedeutung", sagt Primarius Dr.
Norbert Vetter, Leiter der 2. Internen Lungenabteilung. "Patienten
überleben nach Transplantationen der Lunge im Schnitt etwa 6 Jahre.
Werden sie jedoch auch angemessen medikamentös behandelt, erhöht sich
die Überlebenszeit auf 15 Jahre."

FEV1: Ein Wert, den jeder kennen sollte.

"Die überwiegende Mehrzahl der von COPD Betroffenen weiß nichts
von ihrer Krankheit", bemängelt Primarius Vetter. "Unbehandelt führt
COPD zu Invalidität und frühem Tod, während bei rechtzeitiger
Diagnose der schleichende Verlust der Lungenfunktion in den meisten
Fällen gestoppt werden kann." Der wichtigste Wert im Rahmen der
Lungenfunktionsdiagnostik ist das "forcierte exspiratorische Volumen
in einer Sekunde" (FEV1), also jenes Luftvolumen, das man mit Kraft
in einer Sekunde ausatmen kann. Prim. Vetter: "Das ist ein Wert, den
jeder kennen sollte, so wie die Blutdruck- oder Cholesterin-Werte."
Auch die inhalative Provokationsuntersuchung kann zur Früherkennung
von Atemwegserkrankungen beitragen. Prim. Vetter: "Dabei wird eine
die Bronchialschleimhaut reizende Substanz inhaliert, vor und nach
der Inhalation der FEV1 gemessen, und bei Abfall des FEV1 die
Diagnose eines 'hyperreagiblen Bronchialsystems' als Vorstufe eines
Asthma gestellt."

Früherkennung von Passivrauch-Schäden bei Frauen

Zunehmend leiden Frauen an tabak-assoziierten Erkrankungen. "Die
im Atemphysiologischen Labor durchgeführten Untersuchungen lassen
auch Schäden im Bereich der Atemwege erkennen, die durch das
Passivrauchen entstanden sind", so Prim. Vetter. "Damit sind
frühzeitig prophylaktische und therapeutische Maßnahmen möglich."

OA Kapfhammer: "Schlafapnoe - Tagesmüdigkeit - hohes Risiko: Eine oft
tödliche Spirale"

"Das Schlaflabor an der 2. Internen Lungenabteilung des OWS
verfügt über 17 Jahre Erfahrung mit Polysomnografien (Aufzeichnung im
Schlaflabor von Atmung- und EEG-Parametern), Multiple Sleep Latency
Tests (objektive Messung der Tagesmüdigkeit) und
Beatmungsgeräteeinstellung", berichtet OA Dr. Georg Kapfhammer.
Studien zeigen, dass bis zu 30 Prozent der Unfälle im Straßenverkehr
durch Tagesmüdigkeit verursacht werden, eine verbreitete Ursache von
Tagesmüdigkeit ist die Obstruktive Schlafapnoe, bei der es zu
Atemstillständen kommt. Langzeitfolgen sind gehäufte Komplikationen
wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Rhythmusstörungen.

"Die Diagnostik im Schlaflabor ermöglicht eine genaue
Differenzierung der vermuteten Erkrankung und ist für eine
zufriedenstellende Therapieeinstellung und -kontrolle unerlässlich",
so OA Kapfhammer. "Durch eine spezielle Compliance-Überwachung
konnten wir die Effizienz der Therapie von durchschnittlich 60
Prozent auf über 90 Prozent steigern."

Dr. Scholz: Spezielle Diagnostik für Lunge und Herz - Überprüfung der
Flugtauglichkeit

Das Atemphysiologische Labor, so Dr. Wolfgang Scholz, führt
darüber hinaus zum Beispiel auch Blutgasanalysen durch, und misst das
Verhalten von Herz und Lunge unter Belastungsbedingungen. Dr. Scholz:
"Die aussagekräftigste Methode dieser Leistungsdiagnostik ist die
Spiroergometrie. Sie wird am Fahrrad- oder Laufbandergometer
durchgeführt und dient Diagnostik, Abschätzung des Schweregrades,
Verlaufs- und Therapiekontrolle einer Fülle pneumologischer und
kardiologischer Erkrankungen." Weitere Anwendungsgebiete sind Sport-
und Arbeitsmedizin, Begutachtung und Rehabilitation.

Eine besondere Anwendung der Lungenfunktionsdiagnostik liegt in
der Überprüfung der Flugtauglichkeit. Dr. Scholz: "Eine Untersuchung
auf Höhentauglichkeit zeigt, ob sich jemand - aus pulmologischer
Sicht - gefahrlos in ein Flugzeug setzen kann, oder während des
Fluges die im Labor bestimmte Menge Sauerstoff atmen muss."

Rückfragehinweis:

B&K Medien- und Kommunikationsberatung
   Mag. Roland Bettschart
   Tel.: (01) 319 43 78-0
   mailto:[email protected]
   www.bkkommunikation.at
   
   Mag.a Cécile-Veronique Brunner
   Mediensprecherin Stadträtin Mag.a Renate Brauner
   Tel.: 4000/81238
   Handy: 0664/345 045 1
   mailto:[email protected]

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