• 31.03.2006, 09:25:49
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SJÖ zu Heeresübung: Und wieder rollen deutsche Panzer durch Österreich

Kriegsspiele unter dem Friedensdeckmäntelchen bleiben trotzdem Kriegspiele

Wien (OTS) - Ludwig Dvorak, Vorsitzender der Sozialistischen
Jugend Österreich (SJÖ), übt heftige Kritik an der großen
Truppenübung in Tirol am bevorstehenden Wochenende. Für Dvorak
befremdlich ist die massive Involvierung deutscher Truppenverbände
auf österreichischem Staatsgebiet. Dvorak sieht darin, ein
klassisches Beispiel für die fortgesetzte Aushöhlung der Neutralität.
Daran ändere auch der "Gummiparagraph 23f in der Verfassung nichts".
Der SJÖ-Vorsitzende weist darauf hin, "dass Kriegsspiele solchen
Ausmaßes auch unter dem Deckmantel der Friedenshütung letztlich nur
ein Ziel haben: Nämlich den Krieg vorzubereiten."

Wenig erstaunt ist Dvorak darüber, dass der selbsternannte
Verteidiger der Neutralität, Heinz-Christian Strache wenige Wochen
nach seinem mit großem Werbeaufwand betriebenen Volksbegehren, kein
Interesse mehr an der Neutralität zeigt. "Solange es deutsche Panzer
sind, die wieder durch Österreich rollen, hat der Hetzer Strache
offenbar kein Problem damit. Einmal mehr der Beweis, dass Strache und
die FPÖ die Neutralität nur als Schlagwort missbrauchen, um ihre
menschenfeindliche Politik populär wirken zu lassen", so Dvorak.

Dvorak verlangt anlässlich "der Gefechtsübung genannten
Geldvernichtungsaktion im Inntal" die Abschaffung des Kriegsartikels
23f in der Bundesverfassung und das Betreiben ernsthafter
Friedenspolitik: "Immer dann, wenn in den letzten Jahren von Frieden
gesprochen wurde, war dies größtenteils Sache des Militärs, als wenn
es keine anderen ExpertInnen auf diesem Gebiet gäbe. Das Handwerk des
Militärs ist auf der ganzen Welt ausnahmslos der Krieg und nicht der
Friede, denn sonst wären sie überflüssig."

Gerade für Österreich stelle sich mehr denn je die Frage, wer
außer der europäischen Waffenindustrie, ein Bundesheer brauche. Für
Dvorak wäre die Abschaffung des Bundesheeres bei gleichzeitiger
Einrichtung eines Katastrophendienstes und der Anhebung der Mittel
für Entwicklungszusammenarbeit, ein konkreter, sinnvoller Beitrag für
eine friedliche Welt.

Rückfragehinweis:
SJÖ
Wolfdietrich Hansen
Tel.: 01 523 41 23 oder Mobil:0699 19 15 48 04
http://www.sjoe.at

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