• 29.03.2006, 12:12:50
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Tumpel zu EU-Jugendministertreffen: Arbeit für Junge schaffen, nicht Mittel kürzen

Während Jugendarbeitslosigkeit steigt, werden EU-Mittel für Schulung und Ausbildung von Jungen gekürzt

Wien (OTS) - "Die EU-Mittel für bessere Chancen der Jungen auf
Arbeit kürzen, aber über Partizipation der Jugendlichen in der EU
diskutieren: Das passt nicht zusammen", kritisiert AK Präsident
Herbert Tumpel. Zum Start des EU-Jugendministertreffens in Bad Ischl
rechnet der AK Präsident vor: In der EU sind 18,7 Prozent der
Jugendlichen arbeitslos - in Österreich hat sich die Zahl der Arbeit
suchenden Jungen seit dem Jahr 2000 auf über 70.000 verdoppelt. Aber
die EU will ab 2007 die Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds für
Länder wie Österreich um bis zur Hälfte kürzen - gefährdet sind damit
etwa Kurse zum Nachholen des Pflichtschulabschlusses. Ebenso wurde
das EU-Budget für Ausbildungs-Austauschprogramme im Vergleich zum
ursprünglichen Plan zusammengestutzt. "Alles mit ausdrücklicher
Zustimmung der österreichischen Bundesregierung", kritisiert Tumpel.
Der AK Präsident verlangt endlich wirksame Initiativen zur Bekämpfung
der Jugendarbeitslosigkeit: "Was bis jetzt getan wurde, reicht bei
weitem nicht aus, um das selbstgesteckte Ziel zu erreichen, jedem
Jugendlichen nach längstens sechs Monaten einen Arbeits- oder
Ausbildungsplatz zu bieten."

"Eine wichtige Voraussetzung, um sich an der Gesellschaft zu
beteiligen, ist eine gute Ausbildung und danach gute Arbeit zu
haben", sagt Tumpel. Deshalb müsse das Thema Ausbildung und Arbeit
für die Jugendlichen beim EU-Jugendministertreffen im Vordergrund
stehen. "Bis jetzt wurde zu wenig für die Jungen getan", kritisiert
der AK Präsident: "Absolut inakzeptabel ist, dass die EU die Mittel
für bessere Chancen der Jungen auf Arbeit kürzt und dass die
österreichische Bundesregierung auch noch zugestimmt hat."

In Österreich will Tumpel mehr und bessere Lehrplätze, durch einen
Lastenausgleich zwischen nicht ausbildenden und ausbildenden
Betrieben und durch mindestens 4.000 Plätze in Lehrwerkstätten zur
Ausbildung in Zukunftsberufen. Ebenso müssen Jugendliche mehr Chancen
bekommen, Bildungsabschlüsse gebührenfrei nachzuholen. Diesen
Maßnahmen, so Tumpel, ist der Vorzug vor dem Kombilohn-Modell zu
geben, mit dem Billig-Jobs für Jugendliche gefördert werden: "Der
Kombilohn bietet den jungen Menschen keine Perspektive."

"Insgesamt brauchen wir mehr Mittel zur Verbesserung der Chancen
der Jungen auf Arbeit", sagt Tumpel. In der EU müsse sich die
österreichische Bundesregierung dafür einsetzen, dass die Förderungen
aus dem Europäischen Sozialfonds und für
Ausbildungs-Austauschprogramme aufgestockt werden.

Rückfragehinweis:
Peter Mitterhuber
AK Wien Kommunikation
tel.: (+43-1) 501 65-2347
mailto:[email protected]
http://wien.arbeiterkammer.at

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