Tumpel zu EU-Jugendministertreffen: Arbeit für Junge schaffen, nicht Mittel kürzen

Während Jugendarbeitslosigkeit steigt, werden EU-Mittel für Schulung und Ausbildung von Jungen gekürzt

Wien (OTS) - "Die EU-Mittel für bessere Chancen der Jungen auf Arbeit kürzen, aber über Partizipation der Jugendlichen in der EU diskutieren: Das passt nicht zusammen", kritisiert AK Präsident Herbert Tumpel. Zum Start des EU-Jugendministertreffens in Bad Ischl rechnet der AK Präsident vor: In der EU sind 18,7 Prozent der Jugendlichen arbeitslos - in Österreich hat sich die Zahl der Arbeit suchenden Jungen seit dem Jahr 2000 auf über 70.000 verdoppelt. Aber die EU will ab 2007 die Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds für Länder wie Österreich um bis zur Hälfte kürzen - gefährdet sind damit etwa Kurse zum Nachholen des Pflichtschulabschlusses. Ebenso wurde das EU-Budget für Ausbildungs-Austauschprogramme im Vergleich zum ursprünglichen Plan zusammengestutzt. "Alles mit ausdrücklicher Zustimmung der österreichischen Bundesregierung", kritisiert Tumpel. Der AK Präsident verlangt endlich wirksame Initiativen zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit: "Was bis jetzt getan wurde, reicht bei weitem nicht aus, um das selbstgesteckte Ziel zu erreichen, jedem Jugendlichen nach längstens sechs Monaten einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz zu bieten."

"Eine wichtige Voraussetzung, um sich an der Gesellschaft zu beteiligen, ist eine gute Ausbildung und danach gute Arbeit zu haben", sagt Tumpel. Deshalb müsse das Thema Ausbildung und Arbeit für die Jugendlichen beim EU-Jugendministertreffen im Vordergrund stehen. "Bis jetzt wurde zu wenig für die Jungen getan", kritisiert der AK Präsident: "Absolut inakzeptabel ist, dass die EU die Mittel für bessere Chancen der Jungen auf Arbeit kürzt und dass die österreichische Bundesregierung auch noch zugestimmt hat."

In Österreich will Tumpel mehr und bessere Lehrplätze, durch einen Lastenausgleich zwischen nicht ausbildenden und ausbildenden Betrieben und durch mindestens 4.000 Plätze in Lehrwerkstätten zur Ausbildung in Zukunftsberufen. Ebenso müssen Jugendliche mehr Chancen bekommen, Bildungsabschlüsse gebührenfrei nachzuholen. Diesen Maßnahmen, so Tumpel, ist der Vorzug vor dem Kombilohn-Modell zu geben, mit dem Billig-Jobs für Jugendliche gefördert werden: "Der Kombilohn bietet den jungen Menschen keine Perspektive."

"Insgesamt brauchen wir mehr Mittel zur Verbesserung der Chancen der Jungen auf Arbeit", sagt Tumpel. In der EU müsse sich die österreichische Bundesregierung dafür einsetzen, dass die Förderungen aus dem Europäischen Sozialfonds und für Ausbildungs-Austauschprogramme aufgestockt werden.

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