- 29.03.2006, 11:44:56
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Schmelzende Schneeberge verursachen Hochwasser
Sorgfältige Naturbewirtschaftung reduziert Auswirkungen der Wetterextreme
Wien (OTS) - Der vergangene Winter hat Österreich riesige
Schneemengen beschert. Aufgrund der kalten Temperaturen konnte die
weiße Schneedecke dazwischen nicht abtauen, sondern türmte sich zu
immer größeren Bergen auf. Nun steigen die Temperaturen sprunghaft
und bringen den Schnee rasch zum Schmelzen. Dadurch entstehen enorme
Wassermengen. Hinzu kommen nun starke Regenfälle. Diese Wasserfluten
haben in mehreren Teilen unseres Landes zu Hochwasser geführt. Die
naturnahe Land- und Forstwirtschaft erhöht die Aufnahmefähigkeit des
Bodens. Damit konnten bisher dramatische Auswirkungen der
Wetterextreme reduziert werden.
Die derzeitigen Wassermengen kann selbst der beste Waldboden nicht
aufnehmen. "Dennoch konnte durch die sorgfältige Waldbewirtschaftung
in den betroffenen Regionen noch Schlimmeres verhindert werden",
erklärt Felix Montecuccoli, Präsident vom Verband der Land&Forst
Betriebe Österreich. "Dank schonender Holzerntemethoden, natürlicher
Verjüngungsverfahren und gezieltem Humusaufbau haben die
Forstexperten die Aufnahmefähigkeit der Waldböden für Wasser erhöht."
Früher wurden Laub und Nadeln als Einstreu für die Viehställe
verwendet. Heute verbleiben sie am Waldboden. So können Baumnadeln
und Blätter in Humus umgewandelt werden. Je intensiver der Boden
durchwurzelt ist und je mehr Bodenleben und Humus vorhanden ist, umso
größere Mengen Wasser kann der Boden aufnehmen. Damit im Untergrund
möglichst viel Niederschlag versickern kann, vermeidet man zudem ein
starkes Beweiden des Waldes durch Rinder oder das Befahren mit
veralteten Maschinen. Denn dadurch würde der Boden verfestigt werden
und das Wasser könnte nicht versickern.
Naturnahe Landwirtschaft macht Böden aufnahmefähiger
Auch Umweltmaßnahmen in der Landwirtschaften leisten einen
entscheidenden Beitrag zum Hochwasserschutz: dazu gehört unter
anderem der Zwischenfruchtanbau über den Winter. Die ganzjährige
Bodenbedeckung vermindert Erosion und Wasserabfluss. Diese naturnahe
Bewirtschaftung wird auch durch das EU-Umweltprogramm ÖPUL gefördert.
Größere Landwirtschaftsbetriebe bringen umfangreiche ökologische
Flächen ein und leisten einen maßgeblichen Beitrag zur
umweltfreundlichen Bewirtschaftung. So werden Bodenverdichtungen
vermieden und das Porenvolumen des Bodens erhöht. Auf diese Weise
kann das Wasser in den Feldern gut versickern. "Weltweit kosten
Naturkatastrophen wie Hochwasser und Überschwemmungen viele
Menschenleben", betont Montecuccoli. "Zudem verursachen sie enorme
ökologische und wirtschaftliche Schäden. Dank umweltschonender Land-
und Forstwirtschaft können wir das Ausmaß solcher Extremereignisse
verringern."
Rückfragehinweis:
Land&Forst Betriebe Österreich
Kristin Dawes, Presse und Kommunikation
Tel.: 01/533 02 27-17
e-mail: dawes@landforstbetriebe.at
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