Mit dem Fahrrad ab in den Frühling!

Neue Normen bringen mehr Sicherheit für Fahrradfahrer. Das KfV appelliert an Hersteller, die Normen umzu-setzen und die Benutzer ausreichend zu informieren.

Wien (OTS) - Endlich - der lang ersehnte Frühling hält Einzug und das Bedürfnis, sich an der frischen Luft zu bewegen kann gestillt werden. Das Fahrrad ist während der wärmeren Jahreszeit eines der beliebtesten Fortbewegungsmittel für rund drei Millionen Österreicher - sei es auf dem Weg zur Arbeit oder zur Freizeitgestaltung. Kaum scheint die Sonne, wird der Drahtesel aus dem Keller geholt oder gar ein neues Exemplar gekauft. Woher aber weiß man, ob das eigene Fahrrad sicher ist? Die österreichweite Einführung der europäischen Normen für Fahrräder bringt Licht ins Dunkel.

Zwei von drei Fahrrädern sind nicht verkehrssicher

"Häufig ist den Menschen die Gefahr nicht bewusst. Sie steigen auf Ihr Fahrrad und radeln los, ohne sich darüber im klaren zu sein, dass sie ein erhöhtes Risiko eingehen, wenn sie den Zustand ihres Drahtesels nicht überprüfen", meint Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV). Allein im Jahr 2004 verletzten sich 31.800 Fahrradfahrer so schwer, dass sie im Spital behandelt werden mussten. Davon waren rund 5.400 im Straßenverkehr unterwegs, der Großteil - rund 26.400 Radler - verunglückte laut KfV bei Freizeitaktivitäten. Eine Studie des Bereichs Heim, Freizeit & Sport zeigt es: Zwei von drei Fahrrädern auf Österreichs Straßen haben mindestens einen technischen Mängel. Ganz besonders hapert es an einem der sensibelsten Bereiche - der Sichtbarkeit. So fehlten bei 41 Prozent der kontrollierten Räder weiße Rückstrahler nach vorne, rund 31 Prozent konnten kein rotes Rücklicht oder einen nach vorne ausgerichteten Scheinwerfer vorweisen. Bei jeweils 29 Prozent fehlten der rote Rückstrahler nach hinten und die zwei gelben "Katzenaugen" in den Speichen. "Der Fahrradfahrer ist neben dem Fußgänger das schwächste Glied in der Hierarchie der Verkehrsteilnehmer. Das KfV begrüßt es daher umso mehr, dass die europäischen Fahrradnormen jetzt auch in Österreich gelten", sagt Thann.

Hohe Qualität schafft Sicherheit

Die europäischen Normen haben zum Ziel, das Unfallrisiko so weit wie möglich zu minimieren. Richtiges Material und entsprechende Wartung spielen hier die Hauptrolle. "Klar ist, für den Erfolg sind in erster Linie die Hersteller verantwortlich. Sie setzen die Vorschriften um, und ganz wichtig - sie sind diejenigen die die Benutzer informieren", betont Thann. Die Normen gelten für vier Fahrradtypen: City- und Trekkingfahrräder, Mountainbikes und Geländefahrräder, Rennräder sowie Kinderfahrräder. Sie sollen gewährleisten, dass die jeweiligen Fahrradtypen praktisch und sicher zugleich sind. Diese Europäischen Normen legen Anforderungen an die Leistung und die Sicherheitstechnik für Fahrräder zur Benutzung im öffentlichen Verkehr hinsichtlich ihrer Konstruktion, der Montage und Prüfverfahren und deren Baugruppen fest und enthalten Anleitungen zur Benutzung und Pflege dieser Fahrräder.

Benutzerinformation schafft Sicherheit

Ganz oben auf der Fahrsicherheitsskala steht die ausführliche Information der Benutzer. Beim Fahrradkauf wird es künftig nicht nur Informationen über das Fahrrad selbst, sondern auch über die richtige Benutzung geben. Diese beinhalten Empfehlungen, um die Fahrsicherheit zu erhöhen, wie z. B. das Tragen eines Fahrradhelms, die regelmäßige Überprüfung der Bremsen und Reifen. Ebenfalls enthalten sind Warnhinweise, die auf den längeren Bremsweg bei nassen Straßen aufmerksam machen, oder auf Verschleißerscheinungen, die früher oder später jedes Fahrrad betreffen. Auch Eltern werden hier beraten -insbesondere zu ihrer Rolle als Betreuer für den Drahteselneuling aber auch mit Tipps zur richtigen Montage, Einstellung und Demontage von Stützrädern. "Ich bin davon überzeugt, dass die Normen dazu beitragen werden, Fahrräder sicherer zu machen. Gleichzeitig geben sie den Radfahrern die notwendigen Informationen zur richtigen Benutzung", erklärt Thann.
Holt man seinen Drahtesel nach einem langen Winter aus dem Keller, so empfiehlt das KfV, die Wartung beim Fahrradhändler vornehmen zu lassen und sich das KfV-Prüfsiegel abzuholen. Das unabhängige Siegel wird von Sportfachhändlern nach erfolgreicher Überprüfung und gegebenenfalls Wartung vergeben. Der Kunde hat damit die Gewissheit, dass sein Fahrrad allen Sicherheitsvorgaben entspricht.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Kerstin Gardill
Kuratorium für Verkehrssicherheit
Marketing & Kommunikation
Tel.: 05 77 0 77-1906
E-Mail: kerstin.gardill@kfv.at
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