Brauner und Landau eröffnen FrauenWohnZentrum in der Leopoldstadt

Spezielles Angebot für wohnungslose Frauen in Wien

Wien (OTS) - "Wohnungslose Frauen brauchen Schutzräume zum Rückzug, wo sie zur Ruhe kommen und wieder Perspektiven entwickeln können. Das ist das Ziel des neuen Angebots, das auf die Möglichkeiten und Bedürfnisse dieser Frauen zugeschnitten ist", so Gesundheits- und Sozialstadträtin Mag.a Renate Brauner und Caritasdirektor Dr. Michael Landau im Rahmen der heutigen Eröffnung des FrauenWohnZentrums der Caritas im zweiten Bezirk.

"Das soziale Netz dieser Stadt ist dicht geknüpft. Wir helfen dort, wo Hilfe notwendig ist, und wir fördern aktiv, dass die Menschen ihr Leben wieder selbstbestimmt führen können. Die Einrichtungen der Wiener Wohnungslosenhilfe sind daher so unterschiedlich wie die Bedürfnisse der Betroffenen. Mit maßgeschneiderten Angeboten kann besser und zielgenauer geholfen werden", unterstreicht Sozialstadträtin Brauner.

Tageszentrum und Wohnplätze für obdachlose Frauen

Seit 2003 hatte die Caritas mit maßgeblicher Unterstützung der Stadt Wien das Frauenwohnzimmer, ein Tageszentrum, betrieben. Im vergangenen Dezember ist das Frauenwohnzimmer aus dem 6. Bezirk in die Leopoldstadt übersiedelt. In der Springergasse 5 stellen der Fonds Soziales Wien (FSW) und die Caritas der Erzdiözese Wien ein spezielles Angebot für wohnungslose Frauen zur Verfügung. Die Stadt Wien hat die Kosten für die Sanierung des Objekts übernommen und finanziert den laufenden Betrieb der Wohneinrichtung.

"Bei Frauen ist Obdachlosigkeit häufiger versteckt. Aus Angst vor Wohnungslosigkeit bleiben viele Frauen z.B. in einer Gewaltbeziehung, einfach um ein Dach über dem Kopf zu haben. Diese Frauen zu unterstützen, ist mir ein besonderes Anliegen. Es freut mich, dass wir mit der Springergasse nun auch ein spezielles Angebot für wohnungslose Frauen bieten. Das FrauenWohnZentrum bietet Rückzugsmöglichkeiten und Schutzräume zum Wohnen", sagt Brauner.

Das Haus unterteilt sich in zwei Bereiche: Im Erdgeschoß befindet sich das Tageszentrum für bis zu 80 Frauen, das auch vom Bundesministerium für Gesundheit und Frauen unterstützt wird. Das FrauenWohnZentrum besteht aus vier Stockwerken mit insgesamt 32 Wohnplätzen für Frauen. Ein Teil davon ist für Frauen in akuter Wohnungsnot und bietet kurzfristig ein Dach über dem Kopf. Diese Plätze werden "niederschwellig" angeboten, d.h. dass die Frauen keine Betreuungsvereinbarung eingehen und auch keiner sozialarbeiterischen Betreuung zustimmen müssen. Die restlichen Wohnplätze bieten eine längerfristige Wohnplatzsicherung und sind für Frauen, für die völlig selbstständiges Wohnen im Augenblick nicht möglich ist und die sozialarbeiterische Hilfestellung und Begleitung bewusst annehmen. Die Rezeption ist rund um die Uhr besetzt, Notaufnahmen sind damit auch in der Nacht möglich.

Professionelles Team begleitet die Frauen

Rund um Hausleiterin Elvira Loibl steht ein multiprofessionelles Team von zehn Frauen für die Betreuung, Begleitung und Beratung der Bewohnerinnen zur Verfügung. Sie wollen möglichst individuelle Unterstützung leisten. "Die Frauen werden dabei bestärkt, ihre eigenen Potentiale erkennen und nutzen zu können, um daraus wieder Mut und Zuversicht für eine unabhängige Lebensgestaltung zu schöpfen", sagt Caritasdirektor Landau.

Große Nachfrage, gute Vernetzung

Die 32 Wohnplätze waren innerhalb kurzer Zeit vergeben, zur Zeit ist das ganze Haus belegt. "Das zeigt, dass unser Angebot sehr gut angenommen wird", so Loibl, die auch schon das Frauenwohnzimmer der Caritas geleitet hat. "Der Bedarf für ein spezielles Angebot für wohnungslose Frauen war schon im Frauenwohnzimmer ersichtlich. Umso glücklicher sind wir als Caritas, dass die Stadt Wien mit uns diese Einrichtung ins Leben gerufen hat", so Landau. Besonders froh ist Hausleiterin Elvira Loibl, dass die Klientinnen aus dem 6. Bezirk den Weg in die neue Einrichtung gefunden haben: "Viele der Frauen, die jetzt bei uns eingezogen sind, waren lange Zeit Besucherinnen im Tageszentrum im 6. Bezirk. Dass wir ihnen jetzt hier auch dauerhaft ein Dach über dem Kopf bieten können, ist für mich ein riesiger Fortschritt!"

Großgeschrieben werden Kooperation und Vernetzung mit anderen Einrichtungen in der Wohnungslosenhilfe. Um die Bewohnerinnen des FrauenWohnZentrums bei Bedarf in anderen adäquaten Wohnangeboten unterzubringen, wird mit dem Fachbereich "Betreutes Wohnen" im FSW zusammen gearbeitet. Zuweisende Einrichtungen für die Wohnplätze in der Springergasse sind die niederschwelligen Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe (die Gruft und das Tageszentrum Josefstädterstraße) und das von der Caritas betriebene Wiener Service für Wohnungslose P7. Auch aus den Notquartieren vom Haus Gänsbachergasse und Caritas-Haus Miriam können Frauen aufgenommen werden.

Rückfragen & Kontakt:

Mag.a Doris Becker
Pressesprecherin der Caritas Erzdiözese Wien
Tel. 01/878 12-221
Mobil: 0664/848 26 18
E-Mail: dbecker@caritas-wien.at

Mag. Stefan Hirsch
Mediensprecher Stadträtin Mag.a Renate Brauner
Tel.: 4000/81231
Handy: 0664/431 10 13
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