• 28.03.2006, 13:35:42
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Bauernmarken für den Handel: Premium Rind und BILLA zeigen vor, wie es geht

Wien (OTS) - Dass sich die Situation der österreichischen
Rinderbauern im letzten Jahr entscheidend verbessert hat, hat seinen
Grund. Der heimischen Rindererzeuger-Gemeinschaft ARGE Rind ist es in
Kooperation mit BILLA gelungen, die Bauernmarke "Premium Rind"
erfolgreich am Markt einzuführen - und damit der
Rindfleisch-Konkurrenz aus dem Ausland nachhaltig Paroli zu bieten.

Neben dem "alten Rivalen" Südamerika sind es jetzt auch die neuen
EU-Länder Slowenien, Ungarn, Slowakei und Tschechien, die dem
österreichischen Rindfleisch Konkurrenz machen. "Mit dem Preisdumping
der Rindfleischimporteure konnten und wollten wir nicht Schritt
halten", erklärt Josef Fradler, der Obmann der ARGE Rind.
"Stattdessen setzten wir auf Qualität." Premium Rind ist eine
Qualitätsmarke mit Fleisch vom Jungstier, die in der Produktion
höchste Ansprüche verlangt und den Konsumenten mit der Herkunft
Österreich maximale Sicherheit bietet. Der Premium Rinderbauer
verpflichtet sich zur Einhaltung der landwirtschaftlichen
Produktionsbestimmungen für Qualitätsprogramme, die über dem (in
Österreich ohnedies hohen) Standardniveau liegen, und bürgt mit
seinem Namen für die Fleischqualität.

Ausgezeichnete Marktresonanz

Dass die Botschaft ankommt, zeigt der Markterfolg. "Premium Rind"
ist seit 1. März 2005 österreichweit bei BILLA gelistet und legte
eine sensationelle Markteinführung hin. Josef Siess, Vorstand der
BILLA AG: "Wir freuen uns, dass die innovative Marke Premium Rind,
die wir von der ersten Stunde an unterstützt und gefördert haben, zu
einem so großen Erfolg geworden ist. Denn sie beinhaltet die
Kernwerte, für die BILLA steht: auf der einen Seite die höchste
Qualität der Produkte, auf der anderen Seite die gute Partnerschaft
mit österreichischen Produzenten und der regionalen Landwirtschaft."
Wie die letzte RollAMA (Marktanalyse) belegt, ist der
Rindfleischumsatz bei BILLA im letzten Jahr stark gestiegen. Franz
Thometits, Direktor der Fleischwarenabteilung bei BILLA: "Ohne
Berücksichtigung der Aktionen haben wir im Jahr 2005 eine
Umsatz-Steigerung von über 15 Prozent zum Vorjahr erreicht.
Durchschnittlich wurden rund 1.700 Jungstiere pro Monat verkauft."
Die Strategie der "Qualitätsrindfleischmarke" vom Bauernhof geht also
auf. Fradler wundert´s nicht: "Premium Rind bietet das, was die
Konsumenten wollen: maximale Sicherheit bei Herkunft und Qualität.
Gleichzeitig wird mit dem Rindfleisch vom heimischen Bauern aber auch
ein Stück Heimat gekauft, ein Stück heile Welt, ein Stück gesunde
Natur. Dieser spezielle Mix macht die emotionale Kraft der Marke
aus."

Die Marke wirkt aber auch nach innen: Premium Rind hat das
Selbstverständnis des österreichischen Rinderbauern nachhaltig
verändert, er fühlt sich jetzt nicht mehr als Lieferant des
Schlachthofs, sondern als strategischer Partner des Handels und der
Konsumenten. "Als wir zum ersten Mal laut über die Einführung der
Marke Premium Rind nachdachten, gaben ihr die wenigsten Bauern eine
Chance, die Skepsis überwog bei weitem", erinnert sich Rudolf Rogl,
der Geschäftsführer der ARGE Rind. "Heute ist es genau umgekehrt. Wir
haben sehr positive Rückmeldungen." Die Marktakzeptanz hat auch die
größten Zweifler überzeugt. Dass BILLA ab der Stunde Null an das
Projekt Premium Rind geglaubt hat, wertet Rogl als "das große Glück,
das wir hatten" - ohne die Unterstützung durch einen starken
Handelspartner wäre eine erfolgreiche Markteinführung nicht möglich
gewesen. Siess: "BILLA ist die heimische Qualität und die
Unterstützung der österreichischen Bauern ein wichtiges Anliegen.
Damit behalten wir die Wertschöpfung in Österreich und schaffen
Arbeitsplätze in den Regionen. Außerdem halten wir die
Transportzeiten auf geringem Niveau und schonen dadurch die Umwelt.
Deshalb bieten wir unseren Kunden ausschließlich österreichisches
Frischfleisch - sei es Geflügel, Schwein oder Rind - in unseren
Filialen."

Der österreichische Sonderweg

Die ARGE Rind umfasst cirka 30.000 Rinderbauern in ganz
Österreich. Knapp jeder sechste ist Premium Rinderbauer, Tendenz
steigend. Die Bauern sind stolz auf "ihre Marke", die bis zum
Konsumenten geht. Und sie profitieren auch finanziell davon, weil sie
seit langem endlich wieder vernünftige Rindfleischpreise einfahren.
Der ausverhandelte Premium-Aufschlag, der durch die strengen
Produktionsbedingungen für Premium Rind durchaus gerechtfertigt ist,
garantiert unterm Strich einen höheren Erlös. "Das Mehr an Arbeit und
an Qualität honorieren wir gerne - und haben den Qualitäts-Aufschlag
im Jänner 2006 auf 9 Cent pro Kilo erhöht. Den Qualitäts-Aufschlag
trägt BILLA zu 100 Prozent, er wird nicht durch erhöhte
Verkaufspreise an die Konsumenten weitergegeben", so Thometits.

Der österreichische "Rindfleischweg" wird auch im EU-Ausland
voller Interesse beobachtet. Vereinzelt gibt es zwar auch dort
Bauernmarken im Handel, allerdings nicht in "Premium
Rind"-Dimensionen. Das wäre auch nicht möglich. Der österreichische
Sonderweg ist untrennbar mit den Gegebenheiten in Österreich
verbunden und kann nur deshalb realisiert werden, weil in Österreich
Landwirtschaft, Handel und Politik einen Weg des konstruktiven
Miteinander gefunden haben.

Die österreichische Landwirtschaft besteht aus kleinbäuerlichen
Strukturen (wie man sie im restlichen Europa nur noch in Teilen
Bayerns, Südtirols und Frankreichs findet). Während zum Beispiel in
England der Besitz von 100 Rindern keine Seltenheit ist, hat der
typische österreichische Rinderbauer im Schnitt "nur" 25 Rinder. Sein
Denken ist geprägt von Verantwortung für Familie und Hof. Er ist
seinem Boden und seinem Vieh verbunden, geht mit viel Liebe an
Aufzucht und Pflege heran, widmet der Fütterung und Haltung viel
Zeit. Premium Rinderbauern erfüllen zusätzliche Auflagen bei der
Produktion. Die Tiere erhalten überwiegend heimisches Futter, was
eine wichtige Grundlage für die erfolgreiche
Qualitätsrindfleischproduktion darstellt und gleichzeitig auch Motor
der heimischen Umwelt und Kulturlandschaft ist. Es war dieser
Kreislauf, der BILLA überzeugt hat. BILLA wollte die Sicherheit einer
konstanten Qualität, und das Woche für Woche - das konnte nur die
bäuerliche Organisation der ARGE Rind bieten. "Wir wollen unsere
erfolgreiche Kooperation mit BILLA weiterhin fortsetzen", bestätigt
Fradler. "Aber das schließt weitere Handelspartner nicht aus. Das
größte Potenzial orten wir derzeit bei den C+C-Märkten."

Die Kraft der Vision

Für Fradler, selbst Premium Rinderbauer, hat die Erfolgstory von
Premium Rind beispielhafte Kraft. Langfristig sieht er im Aufbau von
starken Bauernmarken die einzige Möglichkeit für die Landwirtschaft,
um am globalen Markt nicht unter die Räder zu kommen. Das gilt
insbesondere für die Alpenländer in Europa. Eine Vernetzung dieser
Länder in der Vermarktung und beim Marktauftritt scheint durchaus
vorstellbar. Doch vorerst gilt es, das Heimspiel zu gewinnen. Bereits
mittelfristig plant er eine Ausweitung des Premium-Sortiments in die
Breite und die Tiefe. "Zum einen wollen wir die Premium Rind-Quote
steigern, also größere Mengen an Premium Rind produzieren. Zum
zweiten denken wir an weitere Produktgruppen. Intern heiß diskutiert
wird die Einführung von Premium Kalb - Österreich ist dafür
prädestiniert, weil unser Kalbfleisch höchste Qualitätsansprüche
erfüllt. Unsere Kälber saugen ja noch Muttermilch, das ist
einzigartig im gesamten EU-Raum." Gleichzeitig soll die Einführung
von Premium Rind in der Gastronomie und im Großküchenbereich
vorangetrieben werden. Da gibt es derzeit noch Defizite. Tatsächlich
wird in diesem Bereich der größte Anteil von Rindfleisch
ausländischer Herkunft verzeichnet. "Es ist ein Paradox: alle
relevanten Untersuchungen belegen, dass die österreichischen
Konsumenten großen Wert auf Qualität und Herkunft legen. Und trotzdem
greifen sehr viele Wirte lieber zu ausländischem Rindfleisch statt
zum österreichischem Qualitätsrindfleisch - weil´s billiger ist und
das Fleisch am Teller kein Etikett mehr trägt."

Im Gegensatz dazu wird im Lebensmitteleinzelhandel von BILLA das
erfolgreiche Konzept - höchste Qualität für den Kunden in
Zusammenarbeit mit heimischen Bauern - in Zukunft auch auf den
Bereich Schweinefleisch umgelegt. "Im Moment sind wir in der
Testphase, aber wir gehen davon aus, dass wir im Herbst damit
beginnen können", so Thometits.

Statement Lebensministerium: Bundesminister DI Josef Pröll

"Premium Rind ist das Vorzeigemodell einer Partnerschaft zwischen
Landwirtschaft, Lebensmittelhandel und Konsument, bei der alle
Beteiligten profitieren. In nur einem Jahr konnte sich Premium Rind
erfolgreich als Qualitätsrindfleischmarke etablieren. Damit wird
zweierlei gezeigt: dass unsere bäuerlichen Familienbetriebe hohe
Qualität erzeugen und dass diese Qualität vom Markt auch angenommen
wird. Ich gratuliere der ARGE Rind zur erfolgreichen Markteinführung,
die ein wichtiger Beitrag dafür ist, die Position der
österreichischen Rinderbauern nachhaltig abzusichern."

Statement Ökosoziales Forum: Landesrat DI Josef Plank

"Der Erfolg von Premium Rind ist auch ein Erfolg für die
heimischen Landwirte. Die kontrollierte Qualität, die aus den
Regionen kommt, wird von den Konsumenten sehr gut angenommen. Diese
Qualität sichert durch die höhere Wertschöpfung die bäuerlichen
Einkommen. Allein in Niederösterreich liefern 1.350 Betriebe von
insgesamt rund 16.500 Rinderhaltern Fleisch für Premium Rind. Im
vergangenen Jahr waren es 8.800 Tiere für diese im März 2005
eingeführte Qualitätsmarke.

Die Kooperation mit dem Handel sorgt für optimale Vermarktung und
Absatz eines Qualitätsproduktes. Die Rinderbauern werden in ihren
Bemühungen gestärkt, bestes Fleisch für die Konsumenten zu
produzieren. Premium Rinderbauern erfüllen bestimmte
Produktionsauflagen. So erhalten die Tiere überwiegend heimisches
Futter, was nicht nur der Qualität zugute kommt, sondern auch der
heimischen Umwelt und Kulturlandschaft. Die Tierhaltung im
Grünlandgebiet ist eine der effizientesten landwirtschaftlichen
Nutzungsformen mit dem begleitenden Effekt der Landschaftserhaltung.

Niederösterreich setzt im Rahmen von Aktionen wie "Genussregion
Österreich" und "So schmeckt Niederösterreich" im Lebensmittelbereich
auf höchste Qualität aus den Regionen. Nur durch Stärkung der
regionalen Vielfalt wird es uns gelingen, den ländlichen Raum als
wichtigen Lebens-, Wirtschafts- und Erholungsraum zu erhalten."

Bildmaterial in druckfähiger Qualität zum Download finden Sie auf
der Homepage www.premium-rind.at

Daten & Fakten:

Premium Rind

Die Marke Premium Rind verlangt in der Produktion höchste
Ansprüche. Die Tiere sind ausschließlich in Österreich geboren und
aufgezogen, die landwirtschaftlichen Produktionsbestimmungen liegen
über dem hohen gesetzlichen Standard. Durch die flächengebundene
Produktion erhalten die Tiere überwiegend heimisches Futter, was eine
wichtige Grundlage für die erfolgreiche
Qualitätsrindfleischproduktion darstellt und gleichzeitig auch Motor
der heimischen Umwelt und Kulturlandschaft ist.

Die Qualitätssicherung des Fleisches erfolgt durch ein
mehrstufiges Kontrollsystem mit einer Mitgliedschaft beim
Tiergesundheitsdienst und externen Kontrollen, wie beispielsweise
Stichprobenentnahme von Futtermitteln auf Rückstände im Futter. Nur
jenes Rindfleisch enthält das Premium Siegel, das die
landwirtschaftlichen Produktionsbestimmungen, das maximale Alter von
21 Monaten in Kombination mit einem höheren Schlachtgewicht (20 kg
über dem österreichischen Durchschnitt) und die hohe Fleischqualität
- wie Marmorierung und Zartheit des Fleisches - erfüllt. Zusätzlich
wird das Fleisch durch eine pH2 Messung (36 Stunden nach Schlachtung)
kontrolliert. Edelteile werden mindestens 9 Tage gereift.

In Zahlen:

Es gibt österreichweit 83.000 Rinderbauern.
Davon gehören cirka 30.000 zur ARGE Rind.
Von den 30.000 ARGE Rinderbauern sind 4.700 Premium Rinderbauern.
Diese mästen im Schnitt 28 Jungstiere.

2005 wurden 17.685 Premium Rind-Jungstiere geschlachtet
(= 8,5 % aller Jungstiere, die in Österreich geschlachtet wurden)

Diese geschlachteten Premium Rind-Jungstiere entsprechen:
6.914.835 kg Fleisch bzw. 19.361.538 Rindfleischportionen

Quelle: AMA, ARGE Rind

Rückfragehinweis:

Ing. Rudolf Rogl, Geschäftsführer ARGE Rind
   Auf der Gugl 3, 4021 Linz
   Tel.: 0664 / 35 72 514
   mailto:[email protected]
   
   Mag. Corinna Tinkler, Pressesprecherin REWE Group Austria
   Industriezentrum NÖ-Süd, Straße 3, Objekt 16, A-2355 Wiener Neudorf
   Tel.: 0664 620 97 98
   mailto:[email protected]

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