Rübig: Europa muss in Energiefragen mit einer Stimme sprechen

Mehr erneuerbare Energie, weniger Abhängigkeit von Energieimporten

Brüssel, 23. März 2006 (ÖVP-PD) "Europa muss in Energiefragen mit einer Stimme sprechen. Die EU braucht eine gemeinsame Energiepolitik mit drei Zielen: Sicherung der Versorgung, Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Schutz unserer Umwelt", sagte heute, Donnerstag, der Energiesprecher der EVP-ED Fraktion im Europäischen Parlament, Dr. Paul Rübig. "Der Gasstreit zwischen Russland und seinen Nachbarstaaten zeigte die Anfälligkeit der Union in Fragen der Energieversorgung und -verteilung. Über 76 Prozent unseres Erdölbedarfs, 53 Prozent unseres Erdgasbedarfs sowie 35 Prozent unserer Kohlenachfrage müssen durch Einfuhren gedeckt werden. Energiepolitik ist daher mit der Außen- und Sicherheitspolitik eng verknüpft. Gute Beziehungen zu unsere Partnerländern und Nachbarn, aber auch ein international anerkanntes Schlichtungssystem für Konflikte im Zusammenhang mit der Lieferung und Verteilung von Energie sind daher unerlässlich", so Rübig weiter. ****

Die Energiepolitik sei aber auch für die Schaffung von mehr Beschäftigung und Wachstum prioritär: "Mit der Betonung der Energieeffizienz durch das Grünbuch der Kommission können für unsere kleinen und mittleren Betriebe in Europa völlig neue Geschäftsfelder entstehen. Hier wird Beschäftigung im Handwerk geschaffen, hier entstehen kleine Kreisläufe, die uns Energieversorgungssicherheit geben", betonte der ÖVP-Europaparlamentarier. Die Steigerung der Effizienz der Energienutzung und die Verringerung des Verbrauchs durch Einsparungen sollten erste Priorität haben. "Das wirtschaftliche Potenzial, das durch Einsparung von mindestens 20 % des Energieverbrauchs zu erreichen ist, ist groß und wird in Zukunft angesichts steigender Energiepreise, technologischer Verbesserungen und größenbedingter Kosteneinsparungen noch zunehmen. Wir benötigen einen konstruktiven Dialog über Energieeffizienz und -einsparung, der zu schrittweise harmonisierten Mindeststandards für die Energieeffizienz führt", sagte Rübig.

Wenn keine zusätzlichen Maßnahmen ergriffen werden, wird die Abhängigkeit der EU von Energieimporten bis 2030 voraussichtlich auf 71 % steigen. Daher ist eine gezielte Förderung nachhaltiger Energieträger ebenso unumgänglich wie eine drastische Senkung unserer Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. "Das Europäische Parlament fordert in seiner heutigen Entschließung alle Mitgliedstaaten auf, umfangreiche Investitionen in eine wirklich energieeffiziente Wirtschaft zu tätigen und ihre Anstrengungen zu verdoppeln, um bis 2010 die Ziele eines Anteils von 12 % der erneuerbaren Energieträger am Gesamtenergieverbrauch und eines Anteils von 22,1 % an der Stromerzeugung zu erreichen", so Rübig. Europa müsse hier auch seine führende Rolle gegenüber der Konkurrenz behaupten. "Im Rahmen des EU-Forschungsprogramms müssen die Biomasse und alle erneuerbaren Energiequellen erforscht werden. Es gibt ein beträchtliches Potenzial für eine bessere Nutzung der erneuerbaren Energieträger sowie für einen weltweiten Markt für neue Ausrüstungen und Systeme, die auf erneuerbaren Energieträgern basieren", sagte Rübig abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

MEP Dr. Paul Rübig, Tel.: 0032-2-284-5749
(pruebig@europarl.eu.int) oder Mag. Philipp M. Schulmeister, EVP-ED
Pressestelle, Tel.: 0032-475-79 00 21

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVP0001