Wittmann: Krasses Missverhältnis zwischen Frauen und Männern im Sport

ASKÖ-Initiativen für Frauen im Sport

Wien (SK) - Aus Anlass der europäischen Frauensport-Konferenz
(EWS) am Wochenende in Wien, stellten der Präsident der ASKÖ, Peter Wittmann, die Präsidentin des ASKÖ-Wien, Beate Schasching und die Vorsitzende des ASKÖ-Bundesfrauenreferates, Margit Straka, am Dienstag drei ASKÖ-Projekte vor. Durch die Seeking Gender Fairplay in Austrian Sportstructures, Gendertraining für TrainerInnen und die Initiative Call4Girls sollen künftig mehr Frauen und Mädchen Platz im Sport und seinen Strukturen finden.****

"Seeking Gender Fairplay in Austrian Sportstructures", war eine eineinhalb Jahre dauernde Umfrage bei Vereinen und Verbänden, deren Ergebnis ernüchternd gewesen sei, so Straka. Die Frauen seinen im österreichischen Sport unterrepräsentiert. Je höher in der hierarchischen Struktur, desto weniger Frauen, kritisierte die Straka. So gebe es in den Dach- und Fachverbänden nur 13 Prozent Frauen in Vorstandspositionen. In der BSO seien es überhaupt nur mehr sieben Prozent. Das zweite ASKÖ-Projekt "Gender-Training für TrainerInnen" setzte mit TrainerInnen des Vereins volley16wien ein Gendertrainig um, welches einen geschlechtssensiblen Umgang im Training erleichtern soll. Das Projekt "Call4Girls" soll eine Ansprechstelle für Betroffene von Diskriminierung und sexueller Gewalt im Sport sein. Es soll sensibilisieren und "ein Klima schaffen, wo Frauen freudvoll und angstfrei im Sport tätig sein können", so Straka.

Wittmann sprach von einem "krassen Missverhältnis" zwischen Frauen und Männern im Sport sowie, vor allem, in dessen institutionellen Strukturen. Als Beispiel führte der ASKÖ-Präsident die IOC an; obwohl dieses "männerdominiert" sei, schnitten bei den Olympischen Spielen die Frauen besser ab. Die ASKÖ habe seit 2001 eine Mindestzahl an Frauen im Präsidium, dies seien jedoch "nur zarte Beginne, wir werden weiter darauf achten, dass sich das Verhältnis zu Gunsten von Frauen ändert", so Wittmann. "Es liegt noch viel Arbeit vor uns."

Regierung vertagt Gesetzesantrag zu Gendermainstreaming im Sport

Schasching hob den Landesverband Salzburg hervor, welcher eine Quotenregelung eingeführt habe. Dies sei "eine gute Möglichkeit und ein politisches Mittel um Frauen und Verbände zu motivieren", unterstrich Schasching. Diese Projekte sollen "keine Momentaufnahmen der Entwicklung sein, die ASKÖ wird daraus Schlüsse ziehen und Konsequenzen setzen", erklärte Schasching. Kritik übte Schasching an der Regierung: Schon am 29. November 2005 sei ein Gesetzesantrag zu Gendermainstreaming im Sport eingebracht worden, bis heute sei er jedoch immer vertagt worden. Die Präsidentin der ASKÖ-Wien hofft, dass die EWS dazu dienen werde, dass der Antrag endlich im Parlament abgehandelt werde. Es habe zwar "politische Ansagen gegeben, aber nie die politische Umsetzung", so Schasching abschließend. (Schluss) ar

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