AK: BerufseinsteigerInnen vor Hire and Fire schützen!

Buchpräsentation "Verschlungene Wege - von der Uni ins Berufsleben": AK Vizepräsidentin Dwora Stein kritisiert unfaire Arbeitsbedingungen für BerufseinsteigerInnen

Wien (OTS) - "Wir müssen Berufseinsteigerinnen und
Berufseinsteiger davor schützen, dass für sie bald nur noch Hire and Fire gilt", sagt AK Vizepräsidentin Dwora Stein. "Immer öfter gibt es für junge Menschen nach der Ausbildung keine ordentlichen Arbeitsverträge für eine Beschäftigung, die ihrer Qualifikation entspricht", kritisierte die AK Vizepräsidentin Montag Abend bei der Präsentation des Sammelbands "Verschlungene Wege - von der Uni ins Berufsleben". Im Sammelband, herausgegeben von der AK und der Klagenfurter Uni-Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung, sind neun von 50 Interviews dokumentiert, die Uni-AbsolventInnen im Rahmen eines Lehrprogramms mit prominenten Vorbildern von Dennis Beck über Käthe Kratz bis Peter Menasse machten. Die Jung-AkademikerInnen versuchten durch die Interviews zu lernen, sich in einer Arbeitswelt zurechtzufinden, in der ihnen oft nur noch Teilzeit unter ihrem Qualifikationsniveau, Werk- oder freie Dienstverträge oder gar nur unbezahlte Praktikantenstellen angeboten werden. "Wir verlangen von der Bundesregierung Initiativen zum Schutz vor solchen atypischen Beschäftigungen", sagt Stein, "zum Beispiel ist es höchst an der Zeit für ein einheitliches Arbeitsrecht, unabhängig von der Art des jeweiligen Vertrags."

Ausgangspunkt des Lehrprogramms für Jung-AkademikerInnen vor dem Berufseinstieg waren die zunehmend rauen Sitten am Arbeitsmarkt. Personalabbau im öffentlichen Dienst - und gleichzeitig immer öfter nur noch Teilzeit unter ihrem Qualifikationsniveau, Werk- oder freie Dienstverträge oder gar nur unbezahlte Praktikantenstellen in der privaten Wirtschaft: Das macht den Jung-AkademikerInnen zu schaffen. Um besser damit zurechtzukommen, holten sie sich bei einer großen Veranstaltung in Interviews mit prominenten Vorbildern Rat.

Der Studienabbrecher Dennis Beck erzählte, wie wichtig für ihn auf der Uni der Aufbau von Netzwerken war - und wie er dann quasi über Nacht als Geschäftsführer der AIDS-Hilfe einsprang und es mittlerweile zum Non-Profit-Manager brachte (derzeit beim Fonds Gesundes Österreich). Die Schriftstellerin, Regisseurin und Drehbuchautorin Käthe Kratz war die erste weibliche Regie-Studentin an der Filmakademie und beschreibt die Herausforderungen an "Freischaffende". Der heutige communication matters-Geschäftsführer Peter Menasse kam "von der Kohle zur Kommunikation". Während seiner Tätigkeit für eine Kohlen-Handelsgesellschaft begann er, Kolumnen für den "Falter" zu schreiben...

"Mit dem Sammelband ermöglichen wir Jung-Akademikerinnen und Jung-Akademikern einen Einblick, was sie beim Berufseinstieg erwartet", sagt Dwora Stein, "wir verlangen aber auch bessere Rahmenbedingungen." Durch einheitliche Regeln für unselbstständig und so genannnt selbstständig Beschäftigte sollen Werk- und freie Dienstverträge für die Firmen nicht mehr so lukrativ sein wie derzeit. Gegen den Trend zu schlechter Teilzeit müssen die Bedingungen für Teilzeitbeschäftigte verbessert werden, etwa indem Mehrstunden bereits ab Überschreiten der vereinbarten Arbeitszeit als Überstunden im Verhältnis 1 zu 1,5 abgerechnet werden müssen (derzeit 1 zu 1 bis zu 40 Wochenstunden). Verboten werden sollen Praktikantenverträge, mit denen reguläre Arbeitsverhältnisse umgangen werden. Und bereits an der Uni muss für bessere Vorbereitung aufs Berufsleben gesorgt werden, etwa durch Vermittlung von "weichen" Quailfikationen wie Teamarbeit oder Projektmanagement.

SERVICE: Den Sammelband "Verschlungene Wege - von der Uni ins Berufsleben" gibt es unter Tel 01/501 65 401, bestellservice@akwien.at; Druckkostenbeitrag: 3,50 Euro

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