Umweltpreis der Stadt Wien verliehen

ÖkoBusinessPlanGala 06: 9.000 Umweltprojekte sparen 30 Mio. Euro

Wien (OTS) - Im Rahmen der großen ÖkoBusinessPlan-Gala wurde gestern Abend im Wiener Rathaus der Umweltpreis der Stadt Wien in vier Kategorien verliehen. Umweltstadträtin Ulli Sima zeichnete davor jene 115 Wiener Unternehmen aus, die im vergangenen Jahr eines der Module des ÖkoBusinessPlans Wien erfolgreich absolviert und damit zu aktivem Umweltschutz in Wien beigetragen haben. Insgesamt nehmen bislang über 500 Betriebe am ÖkoBusinessPlan teil. Sie alle waren eingeladen, sich für den Umweltpreis der Stadt Wien zu bewerben. Er wird in den Kategorien "Innovation", "Kooperation" und "Kommunikation" ausgeschrieben. In der vierten "offenen" Kategorie können auch Wiener Betriebe, die noch nicht am ÖkoBusinessPlan Wien teilgenommen haben, ein noch nicht realisiertes Umweltschutz-Projekt einreichen.****

ÖkoBusinessPlan Wien: 9.000 Umweltprojekte sparen 30 Mio. Euro

Die Stadt Wien hat mit dem ÖkoBusinessPlan Wien, der 1998 von der Wiener Umweltschutzabteilung - MA 22 ins Leben gerufen wurde, ein ebenso erfolgreiches wie nachhaltiges Instrument für Wiener Betriebe ins Leben gerufen, mit dem die Unternehmen Umweltprojekte und Maßnahmen umsetzen, dabei deutlich Geld sparen und gleichzeitig die Umwelt entlasten.

Seit dem Start des Programms vor acht Jahren haben bisher mehr als 500 Wiener Unternehmen am ÖkoBusinessPlan Wien teilgenommen. Sie haben bislang über 9.000 Umweltprojekte umgesetzt oder geplant, dabei Abfall, Energie, CO2, Transportkilometer und Trinkwasserverbrauch in beeindruckenden Mengen reduziert und damit mehr als 30 Millionen Euro eingespart. "Der ÖkoBusinessPlan ist ein win-win-Modell für alle, es profitieren die Unternehmen von ihren Maßnahmen und es profitiert unsere Umwelt", betont Umweltstadträtin Ulli Sima. "Mit dem ÖkoBusinessPlan Wien fördern wir betriebliche Effizienz und Sparsamkeit durch nachhaltiges Wirtschaften. Um der Vielfalt der Wiener Unternehmen gerecht zu werden, bieten wir im Rahmen von Betriebsberatungen ab 2006 acht verschiedene Angebote an, die zu umweltentlastenden Maßnahmen und Projekten führen", so Dr. Karin Büchl-Krammerstätter, Leiterin der Wiener Umweltschutzabteilung.

Der ÖkoBusinessPlan Wien ist - ganz im Sinne des vorsorgenden Umweltschutzes - ein wichtiger Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung der Stadt und zur Umsetzung des Klimaschutzprogrammes der Stadt Wien (KliP Wien). Das Projekt wird aus Mitteln der Europäischen Union gefördert.

Die Umweltbilanz 2006 des ÖkoBusinessPlans Wien

Der ÖkoBusinessPlan Wien ist eine wahre Erfolgsgeschichte - das bestätigen die neuesten Zahlen der Evaluierung durch die Wirtschaftsuniversität Wien. Folgende Einsparungen wurden seit Bestehen des ÖkoBusinessPlans Wien in 500 Wiener Betrieben erzielt:

o 109.300 Tonnen weniger Abfälle - das wären 1,3 Mal das Ernst- Happel-Stadion vollgefüllt, o 138,7 Millionen Kilowattstunden weniger Energieverbrauch - soviel wie 46.200 Wiener Haushalte im Jahr verbrauchen, o 42.766 Tonnen weniger Kohlendioxid - das entspricht der Füllmenge von 11.400 Heißluftballons, o 67,3 Millionen Transportkilometer weniger - das entspricht 1750 Erdumrundungen, o Senkung des Trinkwasserverbrauchs um 1,325.300 m3 - damit könnten 412 olympische Schwimmbecken gefüllt werden.

Verleihung des Umweltpreises der Stadt Wien

Im Zentrum des heurigen Gala-Abends im Großen Festsaal des Wiener Rathauses standen auch heuer wieder die GewinnerInnen der vier Umweltpreise.

Eine ExpertInnenjury, bestehend aus VertreterInnen des ÖkoBusinessPlan-Beirats, beurteilte die eingereichten Projekte im Vorfeld und ermittelte für jede der vier Kategorien einen Preisträger. Der Beirat setzt sich aus den PartnerInnen des ÖkoBusinessPlans zusammen. Dazu gehören neben der Wiener Umweltschutzabteilung die Wirtschaftskammer Wien, WIFI Wien, Lebensministerium, Arbeiterkammer Wien, Österreichischer Gewerkschaftsbund, Wiener Wirtschaftsförderungsfonds (WWFF), Gewerbetechnische Sachverständige (MA 36) und die Gewerbebehörde (Magistratische Bezirksämter).

Überreicht wurden die vier Trophäen von Umweltstadträtin Mag. Ulli Sima (Kategorie "Innovation"), Dr. Johannes Hahn in Vertretung von Umweltminister Josef Pröll (Kategorie "Kommunikation"), Mag. Herbert Tumpel, Präsident der AK Wien (Kategorie "Kooperation") und Wirtschaftskammer Wien-Präsidentin KR Brigitte Jank.

Die vier Trophäen für die Umweltpreis-GewinnerInnen sowie die Pokale für die an diesem Abend ausgezeichneten 115 Wiener Betriebe sind Kreationen von MitarbeiterInnen des RUSZ Reparatur- und Servicezentrums. Gefertigt wurden sie aus Recycling-Glas und Altmetall aus verschiedenen Altmaschinenteilen.

Die Sieger des Umweltpreises 2006

o Preisträger Kategorie Innovation 2006 Projekt: Abfall-Butten Unternehmen: Ing. Herbert Wocilka Dächer und Fassaden GesmbH

Im Zuge der Teilnahme des Unternehmens am Umweltprogramm Ökoprofit wurde nach wiederverwertbaren und praxistauglichen Entsorgungsbehältern bei den Dach- und Fassadenarbeiten vor Ort gesucht. Dabei fiel die Wahl auf die bei der Weinlese gängigen Kunststoffbutten.

Mit dem Einsatz dieser Butten für Abfalltransport und Sortierung auf der Baustelle konnte nicht nur eine ökologische und ökonomische Verbesserung erreicht werden. Auch die MitarbeiterInnen profitieren von dieser Maßnahme. Die Butten sind - da am Rücken - deutlich besser zu tragen als die herkömmlichen Kunststoffsäcke.

Der Vorteil der "Abfall-Butten" besteht nicht nur in der Einsparung von ca. 5.000 Einwegkunststoffsäcken pro Jahr und damit einer deutlichen Kostenreduktion für den Betrieb, sondern auch darin, dass Abfälle nun bereits am Ort des Anfalls sortenrein getrennt und dann über bereitgestellte Mulden entsorgt werden können.

Die einfache Idee sowie deren rasche und praxistaugliche Umsetzung sind bestens für eine Verbreitung geeignet. "Nachahmung erwünscht", lautet ein Kommentar der Jury.

o Preisträger Kategorie Kommunikation 2006 Projekt: TrashDesignManufaktur Wien Unternehmen: Demontage- und Recycling-Zentrum D.R.Z. - Verband Wiener Volksbildung

Die TrashDesignManufaktur Wien (TDM) ist die Reprocessing-Abteilung des Demontage- und Recycling-Zentrums (D.R.Z.). Aus schadstoffentfrachtetem Elektroschrott des D.R.Z. entstehen ästhetisch elegante und hochwertige Designerlösungen für Möbel, Objekte und Schmuck.

Im Mittelpunkt der Arbeit des D.R.Z. stehen die Reintegration, Qualifizierung und Vermittlung ehemaliger Langzeitarbeitsloser und Menschen mit Behinderungen. Im Rahmen eines meist auf ein Jahr befristeten Beschäftigungsverhältnisses werden sie sozialpädagogisch betreut und für den 1. Arbeitsmarkt "fit" gemacht. Das D.R.Z. beschäftigt und betreut insgesamt 39 "Transitarbeitskräfte", von denen sechs Personen in der TrashDesignManufaktur Recyclingprodukte herstellen.

Das D.R.Z. sieht in der TrashDesignManufaktur in erster Linie ein Kommunikationsmittel zur Vermittlung sozialer und ökologischer Anliegen. Die "Schmuddelarbeit" Abfallrecycling bekommt durch die Produktion von Designerstücken eine höhere Wertigkeit.
Auch die Jury hebt den kreativen Kommunikationsansatz dieses Projektes hervor, um auf die Themen Abfallvermeidung und Elektroschrott sowie auf das Sozialthema Arbeitslosigkeit zu verweisen.

o Preisträger Kategorie Kooperation 2006 Projekt: SchülerInnen bewerten Umweltaspekte Unternehmen: htl donaustadt

Anlass für das Projekt war die Zertifizierung des Umweltmanagementsystems nach ISO 14001 in der htl donaustadt und die damit einhergehende Erhebung und Bewertung von Umweltaspekten. Diese Erhebung wurde gemeinsam mit den SchülerInnen des Freigegenstandes "Umweltmanagement und Abfallwirtschaft" durchgeführt.

In jeder Klasse gibt es zwei "Umweltbeauftragte", die täglich ihre umweltrelevante Tätigkeit dokumentieren. Diese Dokumentation wird gesammelt und monatlich gemeinsam reflektiert. Die Umweltbeauftragten werden von TutorInnen betreut - SchülerInnen, die großteils bereits geprüfte Abfallbeauftragte sind. Die TutorInnen besprechen die Ergebnisse in Teamsitzungen oder im Freigegenstand auch mit der betreuenden Lehrerin, der Abfallbeauftragten und Umweltmanagerin der Schule. Diese Erhebungs- und Informationskaskade ermöglicht eine breite Einbindung aller Agierenden an der htl donaustadt in das ISO 14001 - System.

Angesichts der laufenden UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" begrüßt die Jury vor allem das kooperative Vorgehen der htl donaustadt. Besonders das klassenübergreifende Zusammenarbeiten verschiedener Altersstufen wird von den JurorInnen hervorgehoben. Die Jugendlichen werden praxisgerecht auf die Anforderungen des Umweltmanagements für ihr späteres Berufsleben vorbereitet.

o Preisträger Offene Kategorie 2006 Projekt: Neuer Flüssiggasmotor für Wiener Busse Unternehmen: MAN Nutzfahrzeuge Österreich und Wiener Linien GesmbH&Co.KG

Das Unternehmen MAN und die Wiener Linien entwickelten in einer Kooperation den weltweit umweltfreundlichsten Verbrennungsmotor für Busse. Die Emissionswerte des neuen Motors mit der Bezeichnung G 2876 DUH01 unterschreiten bereits jetzt die erst ab 2008 gültige EURO 5 Norm um mehr als die Hälfte. Der Treibstoffverbrauch kann im Vergleich zu herkömmlichen Motoren um 14% gesenkt werden, entsprechend vermindert sich auch der CO2-Ausstoß. Seit Oktober 2005 wird der neue Flüssiggasmotor von MAN in Busse der Wiener Linien eingebaut und einem Praxistest unterzogen. Die ersten Ergebnisse aus dem Flottentest sind mehr als erfreulich: Das neue Triebwerk unterschreitet teilweise sogar noch die auf dem Prüfstand ermittelten Treibstoffreduktionen.

Die Innovationskraft von MAN und die Bereitschaft der Wiener Linien, Europas größte Flüssiggasbusflotte für Praxistest und Erfahrungsaustausch zur Verfügung zu stellen, sind die wesentlichen Merkmale dieses Projekts. Der weltweit erstmalige Einsatz dieser neuen Motorengeneration in den öffentlichen Normal- und Gelenksbussen der Wiener Linien wurde als freiwillige Umweltmaßnahme zur Reduktion von CO2- und NOX- Emissionen von der Jury besonders hervorgehoben.

o Weitere Informationen: http://www.oekobusinessplan.wien.at

(Schluss) us/oek

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Mathilde Urban
Wiener Umweltschutzabteilung - MA 22
Medienbetreuung
Tel: (01) 4000-88303
urb@m22.magwien.gv.at
http://www.umweltschutz.wien.atPID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
ÖkoBusinessPlan Wien
Wiener Umweltschutzabteilung - MA 22
DI Dr. Sabine Mitterer
Dr. Thomas Hruschka
Tel.: 01/4000-88299
Fax: 01/4000-99-88299
office@oekobusinessplan.wien.at
http://www.oekobusinessplan.wien.at

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