• 16.03.2006, 12:43:20
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  • OTS0151 OTW0151

AK fordert durchlässiges Bildungssystem für Österreich und EU

Bundesregierung muss Hürden für bildungswillige Menschen in Österreich abbauen, nicht nur über abstrakte EU- Qualifikationsnormen sprechen

Wien (OTS) - "Österreichs Bildungssystem ist für viele Jugendliche
ein Hürdenlauf, weil erworbene Abschlüsse bei einem
Ausbildungswechsel häufig nicht angerechnet werden", kritisiert die
stellvertretende AK Direktorin Johanna Ettl: "Die Bundesregierung
muss zuerst die Initiative für einen österreichischen
Qualifikationsrahmen ergreifen, bevor sie glaubwürdig über einen
europäischen Qualifikationsrahmen diskutieren kann". Die Hürden
innerhalb Österreichs sind gravierend, etwa bei der Anrechnung von
Abschlüssen der verschiedenen Bildungsformen und erworbenen
Kompetenzen für weiterführende Bildungswege. Betroffen sind zum
Beispiel HTL-AbsolventInnen oder SchülerInnen von Handels- oder
Tourismusschulen. "Diese mangelnde Durchlässigkeit kostet unsere
jungen Menschen eine Menge Zeit, da sie Ausbildungsinhalte doppelt
abspulen. Aber sie kostet sie natürlich auch viel Geld, da sie ohne
anerkannte Abschlüsse schlechter bezahlt werden und weniger für die
Pension einzahlen können", kritisiert Ettl. Die AK fordert ein
durchlässiges Bildungssystem in Österreich, in dem einmal erworbene
Fähigkeiten und Qualifikationen für jede weiterführende einschlägige
Bildungsschiene angerechnet werden.

Ein Absolvent einer Höheren technischen Lehranstalt (HTL) hat in
Österreich Schwierigkeiten, wenn er beim Einstieg in ein
facheinschlägiges Studium an einer Fachhochschule oder Universität
eine Studiezeitverkürzung will - obwohl er viele Inhalte des Studiums
auf gleichem Niveau bereits an der HTL absolviert hat. Auch von immer
mehr AbsolventInnen von mittleren Schulen wie Handelsschule oder
Tourismusschulen verlangen die Unternehmen, dass sie bei einem
Berufseinstieg wieder mit einer Lehre ganz von vorne anfangen, obwohl
sie die relevanten Fähigkeiten bereits in der Schule erworben haben.
Wäre der Wechsel zwischen zwei Ausbildungsformen nicht mit enormem
Zeitverlust verbunden, könnten mehr Jugendliche weiterführende
Abschlüsse erwerben und ihre Chancen verbessern.

Rückfragehinweis:
Cornelia Breuß
AK Wien Kommunikation
tel.: (+43-1) 501 65-2331
mailto:[email protected]
http://wien.arbeiterkammer.at

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