RadioKulturhaus: Minenräumerin Vera Bohle zu Gast bei "Zeitgenossen im Gespräch" am 19. März

Wien (OTS) - "Einen Fuß zu verlieren, damit könnte ich leben. Erblinden wäre schlimm." Die Frau, die das sagt, ist Minenräumerin:
Vera Bohle ist am Sonntag, den 19. März zu Gast bei "Zeitgenossen im Gespräch". Eine Aufzeichnung des von Michael Kerbler und Claus Philipp geführten Gesprächs mit Vera Bohle ist am Donnerstag, den 23. März in Ö1 zu hören.

Sie heißen M26, PMA3, PROM 1 oder PPM 2. Es handelt sich um so genannte Anti-Personenminen, hunderttausendfach produziert, vergraben und gut getarnt. In mehr als 80 Staaten liegen bis zu 100 Millionen Minen, die - noch - nicht explodiert sind. Allein in Afghanistan liegen 10 Millionen Stück davon - ein Erbe des zwanzig Jahre dauernden Krieges. Ihre Wirkung ist verheerend. Einige tausend Menschen sterben Jahr für Jahr weltweit an diesen heimtückischen Waffen. Und jährlich werden einige zehntausend Minen neu gelegt -trotz der so genannten "Ottawa-Konvention", die die Anwendung, Weitergabe, Entwicklung, Herstellung und den Besitz von Anti-Personenminen verbietet und seit dem Jahr 1999 in Kraft ist.

Hochkonzentriert arbeitet sich Vera Bohle mit großer Sorgfalt und Langsamkeit durch das Minenfeld. Das Risiko ist groß, durch eine unvorsichtige Bewegung eine Explosion auszulösen. Vera Bohle hat im Kosovo, in Afghanistan, in Bosnien und Mosambik ihr Leben riskiert. Das, was die junge Frau und ihre Kollegen im Auftrag der UNO machen, wird als "humanitäres Minenräumen" bezeichnet. Menschen, die aus ihrem Ort, ihrer Heimat vertrieben wurden, sollen wieder zurückkehren können. Doch zuerst muss das verminte Gelände wieder frei sein, frei sein von Sprengfallen, Anti-Personen-Minen, Splitterspringminen.

Vera Bohle zählt die Minen nicht, die sie entschärft. Statistiker wollen nämlich errechnet haben, dass bei jeder 1000. Mine ein Unglück geschieht. Vera Bohle, aufgewachsen in Köln, hat mit 29 Jahren ihren Traumjob Fernsehjournalistin an den Nagel gehängt und in der Sprengschule Dresden Kampfmittelbeseitigung gelernt. Seither ist sie mit unendlicher Sorgfalt im Einsatz. Es ist die Kunst der Langsamkeit, die sie beherrscht. Das höchste Gut in ihrem Beruf. Denn jede Mine ist die erste Mine. Und: nicht die Mine, nicht derjenige, der sie gelegt hat ist der größte Feind. "Die Routine ist mein gefährlichster Feind", sagt die Minenräumerin. Vera Bohle ist Gast bei Michael Kerbler (Ö1) und Claus Philipp ("Der Standard").

"Zeitgenossen im Gespräch" mit Vera Bohle ist eine Veranstaltung in Kooperation mit der Tageszeitung "Der Standard", unterstützt von der Investkredit Bank AG, und findet am Sonntag, den 19. März im RadioKulturhaus statt. Beginn ist um 11.00 Uhr, Eintritt: 11 Euro. Die Aufzeichnung des Gesprächs ist am 23. März in der Reihe "Im Gespräch" um 21.01 Uhr in Ö1 zu hören.

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