• 13.03.2006, 10:32:54
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RadioKulturhaus: Minenräumerin Vera Bohle zu Gast bei "Zeitgenossen im Gespräch" am 19. März

Wien (OTS) - "Einen Fuß zu verlieren, damit könnte ich leben.
Erblinden wäre schlimm." Die Frau, die das sagt, ist Minenräumerin:
Vera Bohle ist am Sonntag, den 19. März zu Gast bei "Zeitgenossen im
Gespräch". Eine Aufzeichnung des von Michael Kerbler und Claus
Philipp geführten Gesprächs mit Vera Bohle ist am Donnerstag, den 23.
März in Ö1 zu hören.

Sie heißen M26, PMA3, PROM 1 oder PPM 2. Es handelt sich um so
genannte Anti-Personenminen, hunderttausendfach produziert, vergraben
und gut getarnt. In mehr als 80 Staaten liegen bis zu 100 Millionen
Minen, die - noch - nicht explodiert sind. Allein in Afghanistan
liegen 10 Millionen Stück davon - ein Erbe des zwanzig Jahre
dauernden Krieges. Ihre Wirkung ist verheerend. Einige tausend
Menschen sterben Jahr für Jahr weltweit an diesen heimtückischen
Waffen. Und jährlich werden einige zehntausend Minen neu gelegt -
trotz der so genannten "Ottawa-Konvention", die die Anwendung,
Weitergabe, Entwicklung, Herstellung und den Besitz von
Anti-Personenminen verbietet und seit dem Jahr 1999 in Kraft ist.

Hochkonzentriert arbeitet sich Vera Bohle mit großer Sorgfalt und
Langsamkeit durch das Minenfeld. Das Risiko ist groß, durch eine
unvorsichtige Bewegung eine Explosion auszulösen. Vera Bohle hat im
Kosovo, in Afghanistan, in Bosnien und Mosambik ihr Leben riskiert.
Das, was die junge Frau und ihre Kollegen im Auftrag der UNO machen,
wird als "humanitäres Minenräumen" bezeichnet. Menschen, die aus
ihrem Ort, ihrer Heimat vertrieben wurden, sollen wieder zurückkehren
können. Doch zuerst muss das verminte Gelände wieder frei sein, frei
sein von Sprengfallen, Anti-Personen-Minen, Splitterspringminen.

Vera Bohle zählt die Minen nicht, die sie entschärft. Statistiker
wollen nämlich errechnet haben, dass bei jeder 1000. Mine ein Unglück
geschieht. Vera Bohle, aufgewachsen in Köln, hat mit 29 Jahren ihren
Traumjob Fernsehjournalistin an den Nagel gehängt und in der
Sprengschule Dresden Kampfmittelbeseitigung gelernt. Seither ist sie
mit unendlicher Sorgfalt im Einsatz. Es ist die Kunst der
Langsamkeit, die sie beherrscht. Das höchste Gut in ihrem Beruf. Denn
jede Mine ist die erste Mine. Und: nicht die Mine, nicht derjenige,
der sie gelegt hat ist der größte Feind. "Die Routine ist mein
gefährlichster Feind", sagt die Minenräumerin. Vera Bohle ist Gast
bei Michael Kerbler (Ö1) und Claus Philipp ("Der Standard").

"Zeitgenossen im Gespräch" mit Vera Bohle ist eine Veranstaltung
in Kooperation mit der Tageszeitung "Der Standard", unterstützt von
der Investkredit Bank AG, und findet am Sonntag, den 19. März im
RadioKulturhaus statt. Beginn ist um 11.00 Uhr, Eintritt: 11 Euro.
Die Aufzeichnung des Gesprächs ist am 23. März in der Reihe "Im
Gespräch" um 21.01 Uhr in Ö1 zu hören.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und bitten um Ihre Zusage unter der
Telefonnummer 01/501 01/18175. Weitere Informationen zum Programm des
RadioKulturhauses gibt es auf der Homepage
http://radiokulturhaus.ORF.at oder über das Kartenbüro (Tel. 01/501
70-377).(hb)

Rückfragehinweis:
ORF Radio Öffentlichkeitsarbeit
Barbara Hufnagl
Tel.: (01) 501 01/18175
mailto:[email protected]
http://radiokulturhaus.ORF.at

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