Faymann: Erstes Studentenheim in Passivhausbauweise weltweit

Hervorragende Wohnqualität gepaart mit niedrigen Heizkosten

Wien (OTS) - "Innovative Ideen gehören gefördert und eine solche ist das Konzept des Passivhauses. Passivhäuser sind eine Weiterentwicklung des Niedrigenergiehaus-Standards. Der Vorteil ist eine Heizkostenersparnis bis zu 90% gegenüber herkömmlichen Bauten. Musste man in den 70er Jahren für eine 80 Quadratmeter große Wohnung noch rund 550 Euro an Heizkosten bezahlen, waren es in den 90er Jahren immer noch rund 360 Euro. In einem Passivhaus sind es hingegen nur mehr rund 60 Euro pro Jahr. Neben dem niedrigeren Energieverbrauch gibt es einen zusätzlichen positiven Effekt für die Umwelt durch eine verringerte Schadstoffbelastung.

Das Wohnheim Molkereistraße ist das erste Studentenwohnheim weltweit in Passivhausbauweise. Nur die Wohnbauförderung durch die Stadt ermöglicht es genügend Heimplätze für Studenten zur Verfügung zu stellen. Wien nimmt hier eine Vorreiterrolle ein. Dieses Studentenheim ist ein Vorzeigeprojekt und findet internationales Interesse. Wien ist wieder einmal um einen Schritt voraus und fördert Häuser der Zukunft für unsere Zukunft ", erklärte Wohnbaustadtrat Werner Faymann.

"Zurzeit sind in Wien schon acht mehrgeschossige Passivhäuser mit rund 340 Wohneinheiten in Bau. Dadurch werden Gesamtinvestitionen von 76,73 Mio. Euro ausgelöst, die mit 26,28 Mio. Euro von der Stadt gefördert werden", so der Stadtrat weiter.****

Details Studentenheim - Molkereistraße

Das Heim befindet sich im 2. Wiener Gemeindebezirk innerhalb eines durch Gründerzeitbauten geprägten Stadtviertels.

o Insgesamt entstanden 278 möblierte Wohnappartements für temporäres Wohnen in unterschiedlichen Wohnungstypen. o Die Anlage verfügt über Ein-, Zwei-, Drei- und Vier -Zimmereinheiten. o Die Zimmereinheiten bestehen aus einem kleinen Gardarobebereich, einem Aufenthaltsraum mit kleiner Kochnische und einem Bad, die Zimmer sind durchschnittlich 14 Quadratmeter groß und werden durch große Fenster natürlich belichtet. o Verkehrsanbindung: U-Bahn Linien, Schnellbahn, Autobus- und Straßenbahnlinien sind in unmittelbarer Nähe. Die Einbindung des Individualverkehrs an das überregionale Straßennetz ermöglicht schnelle Erreichbarkeit aller universitären Orte. In nur wenigen Minuten befindet man sich in Freizeitgebieten, wie der Donauinsel oder dem Wiener Prater. o Einzelraumtemperaturregelung: Die Bewohner haben die Möglichkeit ihre bisherigen Heizgewohnheiten, unterschiedlich genützte Räume auch unterschiedlich zu temperieren, fortzusetzen. - Raumtemperatur Zimmer: 17 bis 25 GradC (regelbar mittels Thermostat) o Kosten für Zimmer: Im Schnitt 320 Euro pro Monat. o Kosten für Einzelwohnung: 380 Euro monatliche Fixkosten o In diesem Preis inkludiert sind: Internetanschluss, Telekabel, Telefon passiv - bei Aktivschaltung entfällt die Grundgebühr, wöchentliche Reinigung der Zimmer, Haushaltsgeräte (Mirowelle, Kaffeemaschine, Toaster usw.) und natürlich die Möblierung wie Bett, Schreibtisch, Sessel etc.

Die Gesamtbaukosten des Studentenwohnheims Molkereistraße betragen 10,11 Mio. Euro. Die Stadt Wien förderte den Bau der 278 Wohneinheiten mit insgesamt 3,87 Mio. Euro.

In den letzten fünf Jahren wurden 4044 Heimplätze gefördert errichtet. Wien förderte alle 4044 Heimplätze mit insgesamt 72,61 Mio. Euro.

Funktionsweise Passivhaus - Molkereistraße

Passivhäuser bedeuten eine Weiterentwicklung des Niedrigenergiehaus - Standards. Sie schaffen sowohl im Winter als auch im Sommer ein behagliches Raumklima ohne Inanspruchnahme eines konventionellen Heizsystems. Diese Art von Häusern kann allein mit den vorhandenen Wärmequellen von Personen, Elektrogeräten oder Beleuchtung sowie der durch die Fenster eintreffenden Sonnenenergie und einer geringfügigen Nachwärmung der Frischluft warm gehalten werden.

Der Passivhausstandard von maximal 15kWh pro Jahr und m2, der eine Reduktion der Heizkosten bis zu 90 % nach sich zieht, wird wie folgt erreicht.

o hervorragender Wärmeschutz: 30 cm Wärmedämmung verhindern, dass das Gebäude auskühlt o eine luftdichte Gebäudehülle o Wärmeschutzverglasung: Speziell konstruierte drei Scheiben Wärmeschutzverglasungen o Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung: Der Wärmeinhalt der verbrauchten Luft wird zu 90% zurückgewonnen o Wohnraumlüftung: In herkömmlichen Wohnhäusern werden durch geöffnete Fenster bis zu 50% der Wärme verschwendet. In einem Passivhaus sorgt eine automatische Be- und Entlüftung für ausreichend Frischluft. o Passive Vorerwärmung bzw. Kühlung der Luft: Durch Erdwärme wird die Frischluft im Winter vorerwärmt und im Sommer durch die niedrigere Temperatur der Erde gekühlt. o Vermeidung von Wärmebrücken bei Übergängen und Materialwechseln

Energieverbrauch deutlich gefallen

Durch Vorgaben der Stadt Wien sind die Energie-Einsparungen im Wohnbereich enorm. Das wird durch einen Vergleich der durchschnittlichen Heizkosten für unterschiedliche Bauperioden deutlich: (Berechnet für eine 80 m2 große Wohnung)

Heizleistung in kWh Heizkosten pro Jahr pro Jahr und m2 70er Jahre-Standard 120 bis 200 kWh/m2 a rund 550 EUR 90er Jahre-Standard 80 kWh/m2 a rund 360 EUR Niedrigenergiehaus 35 bis 50 kWh/m2 a rund 210 EUR Passivhausx max. 15 kWh/m2 a rund 60 EUR

Der Bau von Passivhäusern wird von der Stadt zusätzlich gefördert Seit Frühjahr 2003 gibt es in Wien eine "Ökoförderung" nicht nur im Geschoßwohnungsbau, sondern auch für Kleingarten-Wohnhäuser sowie Ein- und Zweifamilienhäuser: Wird ein derartiges Haus in Niedrigenergiebauweise errichtet, so gibt es -zusätzlich zur üblichen Wohnbauförderung - einen Zuschuss von 2.900 Euro, der nicht zurückzuzahlen ist. Bei einem Haus mit Wärmerückgewinnung durch mechanische Be- und Entlüftungsanlage werden 4.700 Euro bezahlt. Ein Passivhaus wird sogar mit 6.900 Euro zusätzlich gefördert.

o Österreichischer Austauschdienst - Agentur für Internationale Bildungs- und Wissenschaftskooperation:

Der ÖAD ist eine Non-Profit-Organisation aller österreichischen Universitäten, der Fachhochschul-Konferenz und der Bundesleitungskonferenz der Pädagogischen Akademien. Er wurde im Jahr 1961 von der Österreichischen Rektorenkonferenz mit dem Zweck gegründet, ausländische Studierende bei ihrem Aufenthalt in Österreich zu unterstützen. Der Verein berät und betreut österreichische SchülerInnen, Lehrlinge, Studierende, Lehrende und WissenschafterInnen, die einen Aufenthalt an einer ausländischen Bildungseinrichtung anstreben, und StipendiatInnen und WissenschafterInnen aus dem Ausland, die in Österreich einen Studien-oder Forschungsaufenthalt absolvieren oder planen.

Die ÖAD-Wohnraumverwaltungs GmbH wurde mit 1.10.1998 gegründet. 100%-Gesellschafter ist der ÖAD dessen Mitglieder alle österreichischen Universitäten, die Fachhochschulkonferenz und die Pädagogischen Akademien sind.

Die Aufgabe der ÖAD-WRVGmbH besteht in der Verwaltung/Vergabe von Studentenheim- und Garconnierenplätzen für ÖAD-Stipendiaten, Erasmus-Studenten, Gastprofessoren sowie Gästen in Wien und in den Bundesländern.

Hauptaufgabe ist es einerseits eine möglichst hohe Auslastung zu gewährleisten, andererseits als Dienstleistungsunternehmen eine möglichst hohe Zufriedenheit im Bereich der Unterbringung zu gewährleisten.

o ÖAD - Zentrale Geschäftsstelle 1090 Wien, Alserstraße 4/1/3/8 Tel.: 01 / 4277-28 102 http://www.oead.ac.at/

o ÖAD - WohnraumverwaltungsGmbH 1090 Wien, Alserstraße 4/1/1/3 Tel.: 01 / 4277-28 151 http://www.housing.oead.ac.at/

Geförderte Passivhaus Neubauprojekte in Wien

Fertiggestellt:

o Molkereistraße 1, 1020 Wien Migra; Arch.: P.ARC Gruppe 278 Wohneinheiten (Studentenheim) o Anton-Heger-Platz 4, 1230 Wien Familienhilfe; Arch.: Hackermüller 15 Wohneinheiten

In Bau:

o Dreherstraße 66, 1110 Wien Buwog, Arch.: G. Lautner 139 Wohneinheiten geplanter Bezug: Frühjahr 2007 o Mühlweg BPL C, 1210 Wien B.A.I., Arch.: Dietrich / Untertrifaller 69 Wohneinheiten geplante Fertigstellung: Ende 2006 o Kammelweg BPL B, 1210 Wien WE Pro; Arch.: S&S 81 Wohneinheiten voraussichtliche Fertigstellung 2006 o Kammelweg BPL E, 1210 Wien PH Kammelweg; Arch.: H. Kaufmann / J. Kaufmann 82 Wohneinheiten voraussichtliche Fertigstellung 2006 o Pantucekgasse BT IV, 1110 Wien Altmannsdorf & Hetzendorf; Arch.: Treberspurg ZT 114 Wohneinheiten geplante Fertigstellung: Dezember 2006 o Eßlinger Hauptstr. 17, 1220 Wien Familienhilfe; Arch.: W. Hackermüller 46 Wohneinheiten geplanter Bezug Oktober 2006 o Utendorfgasse 7, 1140 Wien Heimat Österreich; Arch.: Schöberl & Pröll 39 Wohneinheiten geplante Fertigstellung: August 2006 o Schellenseegasse 3, 1230 Wien Gesiba; Arch.: W. Reinberg 21 Wohneinheiten geplanter Bezugstermin: Frühjahr 2007

(Schluss) nk

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