• 13.03.2006, 10:20:21
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  • OTS0064 OTW0064

Faymann: Erstes Studentenheim in Passivhausbauweise weltweit

Hervorragende Wohnqualität gepaart mit niedrigen Heizkosten

Wien (OTS) - "Innovative Ideen gehören gefördert und eine solche
ist das Konzept des Passivhauses. Passivhäuser sind eine
Weiterentwicklung des Niedrigenergiehaus-Standards. Der Vorteil ist
eine Heizkostenersparnis bis zu 90% gegenüber herkömmlichen Bauten.
Musste man in den 70er Jahren für eine 80 Quadratmeter große Wohnung
noch rund 550 Euro an Heizkosten bezahlen, waren es in den 90er
Jahren immer noch rund 360 Euro. In einem Passivhaus sind es hingegen
nur mehr rund 60 Euro pro Jahr. Neben dem niedrigeren
Energieverbrauch gibt es einen zusätzlichen positiven Effekt für die
Umwelt durch eine verringerte Schadstoffbelastung.

Das Wohnheim Molkereistraße ist das erste Studentenwohnheim
weltweit in Passivhausbauweise. Nur die Wohnbauförderung durch die
Stadt ermöglicht es genügend Heimplätze für Studenten zur Verfügung
zu stellen. Wien nimmt hier eine Vorreiterrolle ein. Dieses
Studentenheim ist ein Vorzeigeprojekt und findet internationales
Interesse. Wien ist wieder einmal um einen Schritt voraus und fördert
Häuser der Zukunft für unsere Zukunft ", erklärte Wohnbaustadtrat
Werner Faymann.

"Zurzeit sind in Wien schon acht mehrgeschossige Passivhäuser
mit rund 340 Wohneinheiten in Bau. Dadurch werden Gesamtinvestitionen
von 76,73 Mio. Euro ausgelöst, die mit 26,28 Mio. Euro von der Stadt
gefördert werden", so der Stadtrat weiter.****

Details Studentenheim - Molkereistraße

Das Heim befindet sich im 2. Wiener Gemeindebezirk innerhalb
eines durch Gründerzeitbauten geprägten Stadtviertels.

o Insgesamt entstanden 278 möblierte Wohnappartements für         
  temporäres Wohnen in unterschiedlichen Wohnungstypen.           
o Die Anlage verfügt über Ein-, Zwei-, Drei- und Vier             
  -Zimmereinheiten.                                               
o Die Zimmereinheiten bestehen aus einem kleinen Gardarobebereich,
  einem Aufenthaltsraum mit kleiner Kochnische und einem Bad, die 
  Zimmer sind durchschnittlich 14 Quadratmeter groß und werden    
  durch große Fenster natürlich belichtet.                        
o Verkehrsanbindung: U-Bahn Linien, Schnellbahn, Autobus- und     
  Straßenbahnlinien sind in unmittelbarer Nähe. Die Einbindung des
  Individualverkehrs an das überregionale Straßennetz ermöglicht  
  schnelle Erreichbarkeit aller universitären Orte. In nur wenigen
  Minuten befindet man sich in Freizeitgebieten, wie der          
  Donauinsel oder dem Wiener Prater.                              
o Einzelraumtemperaturregelung:                                   
  Die Bewohner haben die Möglichkeit ihre bisherigen              
  Heizgewohnheiten, unterschiedlich genützte Räume auch           
  unterschiedlich zu temperieren, fortzusetzen.                   
  - Raumtemperatur Zimmer: 17 bis 25 GradC (regelbar mittels      
    Thermostat)                                                   
o Kosten für Zimmer: Im Schnitt 320 Euro pro Monat.               
o Kosten für Einzelwohnung: 380 Euro monatliche Fixkosten         
o In diesem Preis inkludiert sind: Internetanschluss, Telekabel,  
  Telefon passiv - bei Aktivschaltung entfällt die Grundgebühr,   
  wöchentliche Reinigung der Zimmer, Haushaltsgeräte (Mirowelle,  
  Kaffeemaschine, Toaster usw.) und natürlich die Möblierung wie  
  Bett, Schreibtisch, Sessel etc.

Die Gesamtbaukosten des Studentenwohnheims Molkereistraße
betragen 10,11 Mio. Euro. Die Stadt Wien förderte den Bau der 278
Wohneinheiten mit insgesamt 3,87 Mio. Euro.

In den letzten fünf Jahren wurden 4044 Heimplätze gefördert
errichtet. Wien förderte alle 4044 Heimplätze mit insgesamt 72,61
Mio. Euro.

Funktionsweise Passivhaus - Molkereistraße

Passivhäuser bedeuten eine Weiterentwicklung des
Niedrigenergiehaus - Standards. Sie schaffen sowohl im Winter als
auch im Sommer ein behagliches Raumklima ohne Inanspruchnahme eines
konventionellen Heizsystems. Diese Art von Häusern kann allein mit
den vorhandenen Wärmequellen von Personen, Elektrogeräten oder
Beleuchtung sowie der durch die Fenster eintreffenden Sonnenenergie
und einer geringfügigen Nachwärmung der Frischluft warm gehalten
werden.

Der Passivhausstandard von maximal 15kWh pro Jahr und m2, der
eine Reduktion der Heizkosten bis zu 90 % nach sich zieht, wird wie
folgt erreicht.

o hervorragender Wärmeschutz:                                     
  30 cm Wärmedämmung verhindern, dass das Gebäude auskühlt        
o eine luftdichte Gebäudehülle                                    
o Wärmeschutzverglasung:                                          
  Speziell konstruierte drei Scheiben Wärmeschutzverglasungen     
o Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung:                          
  Der Wärmeinhalt der verbrauchten Luft wird zu 90% zurückgewonnen
o Wohnraumlüftung:                                                
  In herkömmlichen Wohnhäusern werden durch geöffnete Fenster bis 
  zu 50% der Wärme verschwendet. In einem Passivhaus sorgt eine   
  automatische Be- und Entlüftung für ausreichend Frischluft.     
o Passive Vorerwärmung bzw. Kühlung der Luft:                     
  Durch Erdwärme wird die Frischluft im Winter vorerwärmt und im  
  Sommer durch die niedrigere Temperatur der Erde gekühlt.        
o Vermeidung von Wärmebrücken bei Übergängen und Materialwechseln

Energieverbrauch deutlich gefallen

Durch Vorgaben der Stadt Wien sind die Energie-Einsparungen im
Wohnbereich enorm. Das wird durch einen Vergleich der
durchschnittlichen Heizkosten für unterschiedliche Bauperioden
deutlich: (Berechnet für eine 80 m2 große Wohnung)

Heizleistung in kWh    Heizkosten pro Jahr
                      pro Jahr und m2                           

70er Jahre-Standard   120 bis 200 kWh/m2 a       rund 550 EUR   
90er Jahre-Standard    80 kWh/m2 a               rund 360 EUR   
Niedrigenergiehaus     35 bis 50 kWh/m2 a        rund 210 EUR   
Passivhausx max.       15 kWh/m2 a               rund  60 EUR

Der Bau von Passivhäusern wird von der Stadt zusätzlich
gefördert Seit Frühjahr 2003 gibt es in Wien eine "Ökoförderung"
nicht nur im Geschoßwohnungsbau, sondern auch für
Kleingarten-Wohnhäuser sowie Ein- und Zweifamilienhäuser: Wird ein
derartiges Haus in Niedrigenergiebauweise errichtet, so gibt es -
zusätzlich zur üblichen Wohnbauförderung - einen Zuschuss von 2.900
Euro, der nicht zurückzuzahlen ist. Bei einem Haus mit
Wärmerückgewinnung durch mechanische Be- und Entlüftungsanlage werden
4.700 Euro bezahlt. Ein Passivhaus wird sogar mit 6.900 Euro
zusätzlich gefördert.

o Österreichischer Austauschdienst -  Agentur für Internationale
  Bildungs- und Wissenschaftskooperation:

Der ÖAD ist eine Non-Profit-Organisation aller österreichischen
Universitäten, der Fachhochschul-Konferenz und der
Bundesleitungskonferenz der Pädagogischen Akademien. Er wurde im Jahr
1961 von der Österreichischen Rektorenkonferenz mit dem Zweck
gegründet, ausländische Studierende bei ihrem Aufenthalt in
Österreich zu unterstützen. Der Verein berät und betreut
österreichische SchülerInnen, Lehrlinge, Studierende, Lehrende und
WissenschafterInnen, die einen Aufenthalt an einer ausländischen
Bildungseinrichtung anstreben, und StipendiatInnen und
WissenschafterInnen aus dem Ausland, die in Österreich einen Studien-
oder Forschungsaufenthalt absolvieren oder planen.

Die ÖAD-Wohnraumverwaltungs GmbH wurde mit 1.10.1998 gegründet.
100%-Gesellschafter ist der ÖAD dessen Mitglieder alle
österreichischen Universitäten, die Fachhochschulkonferenz und die
Pädagogischen Akademien sind.

Die Aufgabe der ÖAD-WRVGmbH besteht in der Verwaltung/Vergabe
von Studentenheim- und Garconnierenplätzen für ÖAD-Stipendiaten,
Erasmus-Studenten, Gastprofessoren sowie Gästen in Wien und in den
Bundesländern.

Hauptaufgabe ist es einerseits eine möglichst hohe Auslastung zu
gewährleisten, andererseits als Dienstleistungsunternehmen eine
möglichst hohe Zufriedenheit im Bereich der Unterbringung zu
gewährleisten.

o ÖAD - Zentrale Geschäftsstelle
  1090 Wien, Alserstraße 4/1/3/8
  Tel.: 01 / 4277-28 102        
  http://www.oead.ac.at/
o ÖAD - WohnraumverwaltungsGmbH 
  1090 Wien, Alserstraße 4/1/1/3
  Tel.: 01 / 4277-28 151        
  http://www.housing.oead.ac.at/

Geförderte Passivhaus Neubauprojekte in Wien

Fertiggestellt:

o Molkereistraße 1, 1020 Wien       
  Migra; Arch.: P.ARC Gruppe        
  278 Wohneinheiten (Studentenheim) 
o Anton-Heger-Platz 4, 1230 Wien    
  Familienhilfe; Arch.: Hackermüller
  15 Wohneinheiten

In Bau:

o Dreherstraße 66, 1110 Wien                      
  Buwog, Arch.: G. Lautner                        
  139 Wohneinheiten                               
  geplanter Bezug: Frühjahr 2007                  
o Mühlweg BPL C, 1210 Wien                        
  B.A.I., Arch.: Dietrich / Untertrifaller        
  69 Wohneinheiten                                
  geplante Fertigstellung: Ende 2006              
o Kammelweg BPL B, 1210 Wien                      
  WE Pro; Arch.: S&S                              
  81 Wohneinheiten                                
  voraussichtliche Fertigstellung 2006            
o Kammelweg BPL E, 1210 Wien                      
  PH Kammelweg; Arch.: H. Kaufmann / J. Kaufmann  
  82 Wohneinheiten                                
  voraussichtliche Fertigstellung 2006            
o Pantucekgasse BT IV, 1110 Wien                  
  Altmannsdorf & Hetzendorf; Arch.: Treberspurg ZT
  114 Wohneinheiten                               
  geplante Fertigstellung: Dezember 2006          
o Eßlinger Hauptstr. 17, 1220 Wien                
  Familienhilfe; Arch.: W. Hackermüller           
  46 Wohneinheiten                                
  geplanter Bezug Oktober 2006                    
o Utendorfgasse 7, 1140 Wien                      
  Heimat Österreich; Arch.: Schöberl & Pröll      
  39 Wohneinheiten                                
  geplante Fertigstellung: August 2006            
o Schellenseegasse 3, 1230 Wien                   
  Gesiba; Arch.: W. Reinberg                      
  21 Wohneinheiten                                
  geplanter Bezugstermin: Frühjahr 2007

(Schluss) nk

Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Klaudia Niedermühlbichler
Tel.: 4000 / 81 277

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK

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