• 09.03.2006, 13:00:44
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Frauenhandel - Visapflicht bei WM für Prets "unüberlegt"

Wien (SK) - Als "unüberlegten Schnellschuss" kritisiert die
SPÖ-Europaabgeordnete Christa Prets den jüngsten Vorschlag von
EU-Kommissar Franco Frattini zur Eindämmung von Zwangsprostitution.
Frattini schlug gestern für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 eine
vorübergehende Visapflicht für Menschen aus Osteuropa und anderen
Herkunftsländern von Frauenhandel vor. "Eine derartige Einzelaktion
für die Zeit der WM in Deutschland ist nicht geeignet, dem Problem
der illegalen und verdeckten Zwangsprostitution wirksam beizukommen",
erklärte die Berichterstatterin des EU-Parlaments zu Frauenhandel
heute gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

Prets: "Wir brauchen vielmehr langfristige Maßnahmen auf
Europäischer Ebene. Besonders die verstärkte Zusammenarbeit der
EU-Polizeibehörde Europol sowie Informationskampagnen, die auf die
Sensibilisierung möglicher Freier abzielen, wären erste wichtige
Schritte". EU-Kommissar Frattini lasse überdies außer Betracht, dass
es nicht nur bei Fußball-Turnieren verstärkt zu Zwangsprostitution
komme. "Ab welcher Dimension von öffentlichen Ereignissen wird eine
Visapflicht verhängt, in welchen Fällen sieht man davon ab?", fragt
Prets. Auch bei anderen Großereignissen, wie etwa den Olympischen
Spielen oder bereits bei Messen und Kongressen, würden Frauenhändler
lukrative Geschäfte. Logische Konsequenz wäre daher auch bei solchen
Veranstaltungen die Einführung einer temporären Visapflicht. Da die
EU-Mitgliedstaaten hier aber nicht mitmachen werden, ist der
Frattini-Vorschlag allein aus diesem Grund langfristig nicht
praktikabel", schloss Prets. (Schluss) se/mp

Rückfragehinweis:
Pressedienst der SPÖ
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at

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