Umweltministerrat muss EU-Kommission die Stirn bieten

GLOBAL 2000: BM Pröll muss sich für das Recht auf Gentech-Freiheit einsetzen

Wien/Brüssel (OTS) - Die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 fordert den heute unter dem Vorsitz von Bundesminister Josef Pröll tagenden Umweltministerrat auf, dem Pro-Gentechnik-Kurs der EU-Kommission endlich die Stirn zu bieten. "Die Umweltminister dürfen es sich nicht länger gefallen lassen, dass die EU-Kommission gegen den Willen der Mehrheit des Ministerrats Entscheidungen für die Gentechnik durchsetzt. Die Rolle des Ministerrats droht zur Farce zu werden", so Jens Karg, Anti-Gentech-Sprecher von GLOBAL 2000. Auch EU-Ratsvorsitzender Pröll hat dieses Vorgehen wiederholt kritisiert. "Jetzt müssen den Worten auch Taten folgen. Das gesamte europäische Zulassungsverfahren für Gentech-Pflanzen muss einer fundamentalen Revision unterzogen werden."

Kritisiert wird auch die europäische Agentur für Lebensmittelsicherheit (EFSA). EFSA ist unter anderem zuständig für die Risikobewertung von Gentech-Pflanzen. Alle bisherigen Bewertungen von Gentech-Pflanzen sind zu Gunsten der Biotech-Industrie ausgefallen. GLOBAL 2000 wirft der EFSA ein offensichtliches Naheverhältnis zur Industrie vor. Einige der Mitglieder der EFSA haben direkte oder indirekte Verbindungen zur Biotech-Industrie und treten zum Beispiel in einem Informationsvideo der Biotech-Industrie auf. "Die unabhängigen kritischen Stimmen werden von EFSA zwar angehört, tauchen jedoch in der Risikobewertung von Gentech-Pflanzen nicht mehr auf", so Karg. "Diese fragwürdigen Gutachten sind aber die Grundlage für die Entscheidungen der EU-Kommission."

"Bundesminister Pröll ist gefordert, diesem abgekarteten Spiel ein Ende zu setzen. In den Gremien der EFSA muss eine echte Unabhängigkeit der Wissenschaftler sichergestellt werden. Kritische Stimmen müssen in die Gutachten einbezogen werden. Es kann nicht sein, dass über die Köpfe der Europäerinnen und Europäer hinweg in einem intransparenten Verfahren einer Risikotechnologie der Persilschein ausgestellt wird", empört sich Jens Karg, Gentechnik-Sprecher von GLOBAL 2000.

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