• 09.03.2006, 09:54:22
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Umweltministerrat muss EU-Kommission die Stirn bieten

GLOBAL 2000: BM Pröll muss sich für das Recht auf Gentech-Freiheit einsetzen

Wien/Brüssel (OTS) - Die österreichische Umweltschutzorganisation
GLOBAL 2000 fordert den heute unter dem Vorsitz von Bundesminister
Josef Pröll tagenden Umweltministerrat auf, dem Pro-Gentechnik-Kurs
der EU-Kommission endlich die Stirn zu bieten. "Die Umweltminister
dürfen es sich nicht länger gefallen lassen, dass die EU-Kommission
gegen den Willen der Mehrheit des Ministerrats Entscheidungen für die
Gentechnik durchsetzt. Die Rolle des Ministerrats droht zur Farce zu
werden", so Jens Karg, Anti-Gentech-Sprecher von GLOBAL 2000. Auch
EU-Ratsvorsitzender Pröll hat dieses Vorgehen wiederholt kritisiert.
"Jetzt müssen den Worten auch Taten folgen. Das gesamte europäische
Zulassungsverfahren für Gentech-Pflanzen muss einer fundamentalen
Revision unterzogen werden."

Kritisiert wird auch die europäische Agentur für
Lebensmittelsicherheit (EFSA). EFSA ist unter anderem zuständig für
die Risikobewertung von Gentech-Pflanzen. Alle bisherigen Bewertungen
von Gentech-Pflanzen sind zu Gunsten der Biotech-Industrie
ausgefallen. GLOBAL 2000 wirft der EFSA ein offensichtliches
Naheverhältnis zur Industrie vor. Einige der Mitglieder der EFSA
haben direkte oder indirekte Verbindungen zur Biotech-Industrie und
treten zum Beispiel in einem Informationsvideo der Biotech-Industrie
auf. "Die unabhängigen kritischen Stimmen werden von EFSA zwar
angehört, tauchen jedoch in der Risikobewertung von Gentech-Pflanzen
nicht mehr auf", so Karg. "Diese fragwürdigen Gutachten sind aber
die Grundlage für die Entscheidungen der EU-Kommission."

"Bundesminister Pröll ist gefordert, diesem abgekarteten Spiel ein
Ende zu setzen. In den Gremien der EFSA muss eine echte
Unabhängigkeit der Wissenschaftler sichergestellt werden. Kritische
Stimmen müssen in die Gutachten einbezogen werden. Es kann nicht
sein, dass über die Köpfe der Europäerinnen und Europäer hinweg in
einem intransparenten Verfahren einer Risikotechnologie der
Persilschein ausgestellt wird", empört sich Jens Karg,
Gentechnik-Sprecher von GLOBAL 2000.

Rückfragehinweis:

GLOBAL 2000
   Jens Karg
   Andreas Baur
   0664/103 24 23
   0699/14200020
   mailto:[email protected]

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