• 03.03.2006, 12:01:04
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ÖGJ-Lindner: Schüssel bleibt Antwort schuldig - Wahlkampf statt Lehrlings-Information

Lehrlingsevent-Veranstaltungsort "Nachtschicht" laut Medienberichten steuerbetrugs- und rassismusverdächtig

Wien (ÖGJ/ÖGB) - "Dass Bundeskanzler Wolfgang Schüssel bis heute
nicht auf den offenen Brief der Gewerkschaftsjugend geantwortet hat,
beweist, dass es ihm gar nicht um Information für die Lehrlinge geht,
sondern einzig und allein um einen besseren Start in den Wahlkampf",
sagt der Bundessekretär der Österreichischen Gewerkschaftsjugend
(ÖGJ), Mario Lindner. Die ÖGJ hatte den Kanzler um Weitergabe der
Adressen jener Lehrlinge gebeten, denen Schüssel eine Einladung in
die Diskothek "Nachtschicht" zukommen hatte lassen. Die ÖGJ braucht
die Adressen, um die Lehrlinge über die soeben erschienene
Arbeitsrechts-Broschüre "Was du unbedingt wissen solltest" zu
informieren.++++

"Schüssel, der sich in den vergangenen Wochen bevorzugt als
Sportminister darstellen ließ, begeht damit eine grobe
Unsportlichkeit gegenüber den Lehrlingen: Als Publikum für seine
Disko-Show sind sie ihm willkommen, wichtige Informationen sollen
ihnen aber vorenthalten werden", so Lindner.
Propagandaveranstaltungen und -inserate seien erwünscht, Aufklärung
über das Arbeits- und Jugendschutzrecht, wie sie "Was du unbedingt
wissen solltest" beinhaltet, würden jedoch nicht unterstützt. "Eine
äußerst fragwürdige Auffassung, Jugendinteressen wahrzunehmen", sagt
dazu der ÖGJ-Bundessekretär.

Aufklärung schuldig bleibt der Kanzler auch in der Frage, ob er
durch die Abhaltung seines Lehrlins-Events ausgerechnet in den
Lokalen der "Nachtschicht"-Kette nicht außerdem fragwürdige
Geschäftspraktiken unterstützt: Laut Zeitungsberichten wird gegen die
Nachtschicht-Betreiber wegen Steuerhinterziehung im großen Stil
ermittelt. Auch im "Rassismus Report" der Organisation "ZARA -
Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit" scheint die Nachtschicht
wiederholt auf, zuletzt in der Ausgabe 2004: "Von der Kleidung her
passt alles, super Hemd, super Hose, tolle Schuhe ... aber zuviel
Multikulti ist auch nicht gut", wird dort ein Türsteher zitiert, der
einem ursprünglich aus dem Iran stammenden Wiener den Einlass
verweigert hätte. Laut "Rassismus Report" hätte sich die Nachtschicht
in diesem Fall zwar entschuldigt, allerdings scheinen mehrere
ähnliche Fälle in den Reports auf.(fk)

ÖGB, 3. März 2006 Nr. 140

Rückfragehinweis:
ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Florian Kräftner
Tel.: (++43-1) 534 44/290 DW
Fax: (++43-1) 533 52 93
http://www.oegb.at

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