• 03.03.2006, 10:59:06
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Plassnik: "Den Teufelskreis des Frauenhandels durchbrechen"

Mit 2,5 Mio. Euro unterstützt die ÖEZA Projekte zur Bekämpfung des Frauenhandels

Wien (OTS) - "Rund 500.000 Menschen - die meisten davon Frauen und
Mädchen - werden nach Schätzungen der Internationalen Organisation
für Migration jedes Jahr als "Ware" über Grenzen in Europa gehandelt.
Für das organisierte Verbrechen zählt der Frauenhandel zu den größten
Einnahmequellen. Das Leid der Opfer, die meist als
Zwangsprostituierte oder illegale Arbeitskräfte unter
menschenunwürdigen Bedingungen enden, ist grenzenlos. Frauen- und
Menschenhandel ist ein zutiefst verabscheuenswürdiges Verbrechen und
ist ein gravierender Verstoß gegen die Menschenrechte und die
Menschenwürde. Gerade in Südosteuropa ist der gemeinsame Kampf gegen
die organisierte Kriminalität besonders wichtig", sagte die
Außenministerin.

"Zu den Ursachen gehören die Armut und die Benachteiligung der
Opfer in ihren Herkunftsländern. Viele Frauen und Mädchen haben in
ihren Heimatländern kaum Bildungs- und Jobchancen und hoffen auf
bessere Zukunftsperspektiven im Ausland. Gewalt und falsche
Versprechungen bringen sie schließlich in den Teufelskreis des
internationalen Menschenhandels. Mit unserem Beitrag im Rahmen der
Entwicklungszusammenarbeit wollen wir die Sicherheit von Frauen und
Mädchen in Ost- und Südosteuropa erhöhen und ihre Armut verringern.
Beides reduziert die Gefahr, dass Frauen und Mädchen dem
organisierten Verbrechen zum Opfer fallen", so Plassnik.

Die Außenministerin unterstrich auch die Bedeutung des kürzlich
vom Europäischen Parlament beschlossenen Aktionsplanes, der die
verstärkte Zusammenarbeit zwischen EU-Mitgliedstaaten und
Partnerländern in Ost- und Südosteuropa sowie zwischen Behörden und
Nichtregierungsorganisationen im Kampf gegen den Menschen- und
Frauenhandel vorsieht. Schwerpunkte des Aktionsplans sollen der
Schutz von Opfern, insbesondere Frauen und Kindern, und
Präventionsmaßnahmen sein.

"Ein dichtes Netzwerk ist notwendig, um den Teufelskreis des
Frauen- und Menschenhandels zu durchbrechen. Die Arbeiten der
OSZE-Sonderbeauftragten Helga Konrad und die Europaratskonvention vom
Mai 2005 sind wichtige Elemente dieses internationalen Netzwerkes,
das wir auf allen Ebenen unterstützen", sagte Plassnik.

Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit, die sich in Ost-
und Südosteuropa für die soziale, wirtschaftliche und demokratische
Entwicklung engagiert, setzt jetzt aktive Schritte gegen den
Frauenhandel. Mit einem so genannten "Call for Proposals" ruft sie
Organisationen in Südosteuropa und in Österreich auf,
Projektvorschläge für den Kampf gegen den Frauenhandel einzureichen.

Regional konzentriert sich die Initiative auf die
Schwerpunktländer der Österreichischen Ostzusammenarbeit, d. h. auf
Albanien, Bosnien, Kroatien, Mazedonien, Moldau sowie Serbien inkl.
Kosovo und Montenegro.

Nähere Details unter www.ada.gv.at

Rückfragehinweis:

Außenministerium 
   Presseabteilung
   Tel.: ++43 (0) 50 1150-3262, 4549, 4550
   Fax: ++43 (0) 50 1159-213 
   mailto:abti3@bmaa.gv.at 
   http://www.aussenministerium.at

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