• 01.03.2006, 11:53:48
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NÖGKK gibt 1,5 Mrd. Euro für Gesundheit aus

Defizit nicht mehr vollständig durch Rücklagen gedeckt

St. Pölten (OTS) - 1,54 Milliarden Euro beträgt das Budget der NÖ
Gebietskrankenkasse im Jahr 2006, davon werden 1,49 Mrd. Euro für
Gesundheitsleistungen ausgegeben. Trotz der Bemühungen, die
Steigerungen bei den Versicherungsleistungen im Rahmen der Einnahmen
zu halten, wird eine Zunahme von 3,4 Prozent erwartet, während die
Beitragseinnahmen voraussichtlich um 3 Prozent steigen werden. Der
Voranschlag der Generalversammlung am 1. März 2006 ergab daher ein
Defizit von 49,5 Millionen Euro (2005: Minus 33 Mio. Euro).

"Österreich hat ein erstklassiges Gesundheitssystem, das
medizinische Top-Qualität für alle garantiert", betont der Obmann der
NÖGKK, KR Gerhard Hutter. Fakt ist aber, dass sich die Kostenspirale
im Gesundheitswesen immer rascher dreht. Die Einnahmen hinken immer
mehr den Ausgaben hinterher; ein Problem, das alle
Gebietskrankenkassen betrifft. Diese erwarten insgesamt für das Jahr
2006 einen Abgang von 261 Mio. Euro, der sich bis zum Jahr 2008 auf
364 Mio. Euro steigern wird.

Dass in den letzten Jahren seitens der Regierung teilweise
einseitige Maßnahmen zur Sanierung der Krankenkassen erfolgten,
beweist die Tatsache, dass die Kassen der Beamten, der Selbständigen
und der Bauern deutliche Überschüsse ausweisen, während die
Gebietskrankenkassen nicht nur nachhaltige Defizite erwarten, sondern
darüber hinaus nahezu alle Rücklagen verbraucht haben.
Für die NÖGKK kommen neben dieser Entwicklung noch spezifische
Strukturprobleme erschwerend hinzu. Ein unterdurchschnittliches Lohn-
und Gehaltsniveau sowie ein überdurchschnittlich hoher
Pensionistenanteil, aber auch die deutliche Zunahme von atypischer
Beschäftigung tragen dazu bei, dass die Beitragseinnahmen pro
Versichertem unter dem bundesweiten Durchschnitt liegen. Damit kann
die Einnahmenseite nicht mit der Ausgabenseite mithalten. Dieser
Umstand wird sich in den nächsten Jahren noch verschärfen. Die
jüngste OECD-Studie besagt, dass selbst wenn alle möglichen
Sparpotentiale ausgeschöpft werden, die Gesundheit dramatisch teurer
wird. Bis 2025 werden die Ausgaben real um ein Viertel steigen, bis
2050 sogar um die Hälfte.

KR Gerhard Hutter: "Es ist daher eine politische Entscheidung,
weiterhin für den gleichen Zugang zur Topmedizin für alle
Versicherten zu sorgen." Die kumulierten Abgänge der NÖGKK seit 1999
belaufen sich auf nahezu 360 Mio. Euro (letzter Überschuss war
1998!). Mit dem erwarteten Defizit 2006 werden sämtliche Rücklagen
verbraucht sein. Eine nachhaltige Reform des Systems ist daher
dringend erforderlich.

Rückfragehinweis:
Nö Gebietskrankenkasse
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 050899-5121

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