• 28.02.2006, 12:09:09
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"Gewinner" mit stundenlanger Verkaufspräsentation genervt

Erst spät am Nachmittag gab es den versprochenen Besuch in Maria Schutz

Wien (WIEN) - Die AKNÖ warnt vor einem neuen Werbe-Gewinnspiel: In
der Einladung wird das Portogeld von 55 Cent für die Anmeldung gleich
mitgeschickt. Der große Gewinn bleibt jedoch wie immer aus. Der in
der Einladung angekündigte Besuch in Maria Schutz am Sonnwendstein
fand zwar statt (wenn auch nur kurz), davor mussten die Konsumenten
aber eine stundenlange Verkaufspräsentation über sich ergehen lassen.
Fazit: Man gewinnt nichts, sondern verliert Zeit und Nerven.

"Ihr Gewinn umfasst den Besuch der Stadt Maria Schutz sowie einen
wertvollen Sachpreis." Solche Gewinnversprechungen werden derzeit in
ganz Niederösterreich verschickt. In einigen Bezirken trägt die
Einladung den Titel "Eurostart-Gewinnspiel", in anderen heißt sie
"Strom-Gewinnspiel". In allen Fällen geht es jedoch eigentlich um
eine Warenpräsentation, in deren Rahmen überteuerte Magnetfelddecken
an den Mann und die Frau gebracht werden sollen. Konsumentenschützer
der NÖ Arbeiterkammer nahmen verdeckt an der Veranstaltung teil.

Abfahrt sieben Uhr Früh

Um sieben Uhr Früh brach die Gruppe in Leobersdorf mit dem Bus auf.
Doch die Reise ging nicht zum Sonnwendstein, sondern vorerst in ein
Wirtshaus im burgenländischen Steinbrunn. Was danach folgte,
umschreibt Konsumentenschützerin Christa Hörmann so: "Es war ein
stundenlanges Einreden auf die Gäste - bis spät in den Nachmittag
hinein. Die Teilnehmer, die sich auf einen 'Tagesurlaub' - denn so
wurde der Gewinn in der Einladung bezeichnet - gefreut hatten, sahen
nicht ein, warum sie stundenlang zum Kauf von Magnetfelddecken
gedrängt wurden." Auch Reisebuchungen samt Anzahlungen wurden
entgegengenommen. Der Verkauf von Waren in Gasthäusern ist
hierzulande jedoch verboten.

Beim Geldzählen überrascht

Als die ermüdende Präsentation endlich zu Ende war, brachte der
Chauffeur die Gäste schließlich noch wie versprochen nach Maria
Schutz. Nur war es da bereits 16.15 Uhr, und es regnete in Strömen.
Christa Hörmann: "Ein Tagesurlaub sieht wahrlich anders aus." Die von
der AK-Expertin mittlerweile verständigten Behörden trafen in
Steinbrunn ein, während die Präsentatoren gerade das eingenommene
Geld zählten. Bereits abgeschlossene Verträge wurden von der Polizei
konfisziert.

Einziger Gewinn: Die 55 Cent

Resümee der AKNÖ-Konsumentenschützer: "Hier machen Sie nicht den
großen Gewinn. Ganz im Gegenteil: Sie sollen bezahlen, und zwar
kräftig. Behalten Sie am besten die 55 Cent, und werfen Sie den Rest
ins Altpapier!" Der angeblich 150 Euro wertvolle Sachpreis entpuppte
sich übrigens als Plastik-Uhrenset 'made in China'.

Rückfragehinweis:
AKNÖ Konsuemtenberatung
Christa Hörmann: 01 58883-1315
mailto:[email protected]
http://noe.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKN

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