• 27.02.2006, 10:39:39
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ÖAMTC: "Nüchtern nach 45 Minuten" - Vorsicht vor Wundermittel zum Alkoholabbau

"Security Feel Better" heißt das Wunderelexir, das den Promillegehalt angeblich reduziert

Wien (OTS) - Die Franzosen haben ein Getränk entwickelt, das den
Alkoholgehalt im Blut schneller abbauen soll, heißt es in der
aktuellen Ausgabe des Format. "Security Feel Better" heißt der
"Zaubertrank", der in französischen Supermärkten angeboten wird. "Das
darin enthaltene Artischockenextrakt soll die Leberfunktion anregen
und so angeblich den Alkoholabbau im Blut ankurbeln", sagt
ÖAMTC-Verkehrspsycholgin Dora Donosa. Der Alkoholgehalt im Blut von
Testpersonen sei eine Dreiviertelstunde nach der Einnahme um ein
Promille gesunken, heißt es in dem Artikel. In Südkorea sorge das
Elexier bereits für "sprudelnde Umsätze". Ein neues Anti-Kater Mittel
sorgt auch in Deutschland und Österreich für Furore - "Alcofree",
eine kleine, blau-weiße Kapsel, entgiftet angeblich die Leber und
senkt den Alkoholgehalt. Erhältlich ist das Wundermittel in
Apotheken.

"Auch wenn es noch so verlockend klingt, es gibt kein Mittel, das
den Alkoholabbau beschleunigt. Immer wieder kommen Tabletten, Pulver
oder Getränke auf den Markt, die einen rascheren Alkoholabbau
versprechen, um innerhalb weniger Stunden wieder fahrtüchtig zu sein.
"Von all diesen 'Wundermitteln' ist dringend abzuraten, weil ihre
Wirksamkeit stark zu bezweifeln und wissenschaftlich nicht belegt
ist", warnt die ÖAMTC-Verkehrspsychologin. Das eigene Gefühl der
"Ernüchterung" täuscht, am tatsächlichen Promillewert (entscheidend
hinsichtlich Unfallrisiko und rechtlicher Konsequenzen) ändert sich
meist nichts. Wichtig ist einzig und allein die Zeit. Pro Stunde
werden durchschnittlich etwa 0,1 bis 0,15 Promille abgebaut.

"Wichtig ist, schon vor dem ersten Schluck eine Entscheidung zu
treffen", erinnert Donosa. "Entweder man trinkt oder man fährt.
Beides geht nicht." Keinesfalls darf man sich unter
Alkoholbeeinträchtigung auf sein subjektives Gefühl verlassen, zumal
sich die Selbsteinschätzung verändert und die Risikobereitschaft
steigt.

Die häufigsten Alkohol-Mythen:

* "Wenn ich viel esse, werd' ich nicht betrunken" - Irrtum. Ein
reichhaltiges Essen verzögert zwar die Aufnahme von Alkohol ins Blut
- wodurch die Wirkung zunächst weniger stark empfunden wird -
letztendlich kann aber nicht verhindert werden, dass Alkohol in den
Blutkreislauf gelangt und der Promillepegel steigt.

* "Beim Tanzen werd' ich wieder nüchtern" - Falsch. Alkohol kann
nicht durch Bewegung rausgeschwitzt werden. Alkohol wird zu zirka 95
Prozent in der Leber abgebaut, lediglich etwa fünf Prozent werden
über die Haut, die Lunge und die Nieren ausgeschieden.

* "Nach einer kalten Dusche und einer Tasse Kaffee bin ich wieder
fit" - Keineswegs. Man fühlt sich nach einer Dusche oder einem Kaffee
vielleicht subjektiv etwas besser und wacher, nüchtern und
fahrtauglich ist man aber noch lange nicht.

* "Wenn ich mich kurz hinlege, kann ich schon wieder fahren" -
Halt. Auch am Tag nach dem Rausch das Auto stehen lassen. Je nach
Menge und Art des Alkohols dauert es, bis man wieder vollkommen
nüchtern ist. Jedem Lenker müssen die Gefahren und Folgen des
Restalkoholgehaltes im Blut bekannt sein.

Erstmals in der Faschingszeit Vortestgeräte im Einsatz

Bei sieben Prozent lag die Zahl der Alko-Unfälle im Vorjahr
österreichweit. Trauriger Ausreißer aus der Statistik ist der
Zeitraum zwischen Faschingsamstag und Aschermittwoch, wo ein
sprunghafter Anstieg auf 11 Prozent zu verzeichnen war. Spitzenreiter
ist das Land Salzburg: Dort waren 2005 zwischen Faschingsamstag und
Aschermittwoch 32 Prozent aller Unfälle mit Personenschaden auf
Alkoholeinfluss zurückzuführen. Gefolgt von Kärnten (19 Prozent),
Niederösterreich (14 Prozent) und Oberösterreich mit 13 Prozent.

(Schluss)

Rückfragehinweis:
ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit
Margret Handler
Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218
mailto:pressestelle@oeamtc.at
http://www.oeamtc.at

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