Pröll zum Kyoto-Ziel: Trendwende zur Emissionsreduktion eingeleitet

Zielvorgabe von 13 Prozent CO2 ist bis 2012 zu erreichen

Wien (OTS) - Die aktuellen Daten des Umweltbundesamtes bestätigen:
die Trendwende beim Klimaschutz ist eingeleitet. Von 2003 auf 2004 ist erstmals seit 1990 ein struktureller Rückgang der Emissionen um 1,2 Mio. Tonnen zu verzeichnen. Mit den zusätzlichen Maßnahmen, die bereits in Umsetzung sind, werden wir bis 2012 das Klimaschutz Ziel von minus 13 Prozent CO2 Ausstoß erreichen, so Umweltminister Josef Pröll heute, Mittwoch, bei einer Pressekonferenz in Wien. "Die EU-Kommission prognostiziert unter diesen Voraussetzungen sogar eine Reduktion von 18 Prozent", erklärte der Minister.

Der Rückgang resultiere aus zwei wesentlichen Sektoren:
Energieaufbringung und Raumwärme. Die Emissionen aus der öffentlichen Strom- und Wärmeproduktion sind zwischen 2003 und 2004 um 4,6 Prozent gesunken. Im Vergleich zu 2003 sind bei der Raumwärme die Emissionen um 6,8 Prozent gesunken. Wesentliche Reduktionen von Treibhausgasen seit 1990 weisen auch Abfallwirtschaft mit 28,2 Prozent und die Landwirtschaft mit minus 13,8 Prozent auf.

"Die Europäische Umweltagentur hat festgestellt, dass Österreich den zweit ambitioniertesten Allokationsplan der EU-25 beschlossen hat", so Pröll weiter. Das gelte sowohl absolut in der CO2-Reduktion als auch in der prozentuellen Reduktion der Zuteilung gegenüber dem Jahr 2003. Sieben Mio. Tonnen CO2-Äquivalent jährlich werden über das JI/CDM-Programm durch Umsetzung von Klimaschutzprojekten im Ausland angestrebt.

Wie aktiv unser Land in der Klimapolitik sei, zeige sich auch bei der Umweltförderung im Inland, macht Pröll aufmerksam. Von 2000 bis 2005 wurden rund 5.400 Projekte mit 271 Mio. Euro gefördert. Damit wurden knapp 1,4 Mrd. Euro an umweltrelevanten Investitionen ausgelöst und über 13.300 Arbeitsplätze geschaffen. Die Umsetzung dieser Projekte bewirkt eine jährliche CO2-Emissionsreduktion von über 3,1 Mio. Tonnen CO2. Zudem haben klimaschutzrelevante Projekte in der betrieblichen Umweltförderung zu einer Steigerung der jährlichen CO2-Reduktionseinsparung von 170.000 Tonnen CO2 im Jahr 2000 auf über 604.000 Tonnen CO2 im Jahr 2005 geführt.

Auch mit der 15a-Vereinbarung, die ökologische Mindeststandards wie zum Beispiel Energieeffizienz und Wärmedämmung als Vorraussetzung für Wohnbauförderung vorsieht, haben Bund und Länder eine wirksame Maßnahme beschlossen, die dabei helfen wird, das Kyoto-Ziel zu erreichen. Hier gelte es, besonders erneuerbare Energien zu forcieren. Mit neuen Ideen - wie etwa dem umweltfreundlichen Mobilitätsprogramm für Schulen und Betrieben und einer Radfahrkampagne - soll auch im Verkehrsbereich eine deutliche Reduzierung von CO2 erreicht werden.

"Auf europäischer Ebene hat sich Österreich mit der Substitutionsverpflichtung zur Beimischung von Biotreibstoffen europaweit einen Namen gemacht", erklärte der Minister. Derzeit gilt die Mindestbeimischungsmenge von drei Prozent, ab 2008 von 5,75 Prozent. Darüber hinaus hat Österreich innerhalb der EU dafür Sorge getragen, den Einsatz fluorierter Gase weiter einzudämmen. Biomasse-und Biotreibstoff-Aktionsplan sind weitere wichtige Schritte zur Erreichung der Kyoto-Ziele von Österreich und der EU.

Ein Sorgenkind beim Klimaschutz ist der Straßenverkehr. Hier sind die Emissionen 2004 im Vergleich zu 2003 um 2,3 Prozent gestiegen. "Für diesen Anstieg ist in erster Linie der Tanktourismus aufgrund niedriger Kraftstoffpreise in Österreich verantwortlich", erklärte Pröll. Von den insgesamt 22,4 Mio. Tonnen Emissionen sei rund ein Drittel dem Tanktourismus zuzurechnen. Das ist ein Problem, das auf EU-Ebene diskutiert werden muss, argumentierte Pröll.

"Die aktuelle Bilanz ist ein Grund optimistisch zu sein. Dennoch hat jeder Sektor seinen Beitrag zu leisten - ob Politik, Verkehr, Industrie oder Privathaushalte", betonte Umweltminister Josef Pröll abschließend.

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