- 22.02.2006, 14:54:28
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Pröll zum Kyoto-Ziel: Trendwende zur Emissionsreduktion eingeleitet
Zielvorgabe von 13 Prozent CO2 ist bis 2012 zu erreichen
Wien (OTS) - Die aktuellen Daten des Umweltbundesamtes bestätigen:
die Trendwende beim Klimaschutz ist eingeleitet. Von 2003 auf 2004
ist erstmals seit 1990 ein struktureller Rückgang der Emissionen um
1,2 Mio. Tonnen zu verzeichnen. Mit den zusätzlichen Maßnahmen, die
bereits in Umsetzung sind, werden wir bis 2012 das Klimaschutz Ziel
von minus 13 Prozent CO2 Ausstoß erreichen, so Umweltminister Josef
Pröll heute, Mittwoch, bei einer Pressekonferenz in Wien. "Die
EU-Kommission prognostiziert unter diesen Voraussetzungen sogar eine
Reduktion von 18 Prozent", erklärte der Minister.
Der Rückgang resultiere aus zwei wesentlichen Sektoren:
Energieaufbringung und Raumwärme. Die Emissionen aus der öffentlichen
Strom- und Wärmeproduktion sind zwischen 2003 und 2004 um 4,6 Prozent
gesunken. Im Vergleich zu 2003 sind bei der Raumwärme die Emissionen
um 6,8 Prozent gesunken. Wesentliche Reduktionen von Treibhausgasen
seit 1990 weisen auch Abfallwirtschaft mit 28,2 Prozent und die
Landwirtschaft mit minus 13,8 Prozent auf.
"Die Europäische Umweltagentur hat festgestellt, dass Österreich
den zweit ambitioniertesten Allokationsplan der EU-25 beschlossen
hat", so Pröll weiter. Das gelte sowohl absolut in der CO2-Reduktion
als auch in der prozentuellen Reduktion der Zuteilung gegenüber dem
Jahr 2003. Sieben Mio. Tonnen CO2-Äquivalent jährlich werden über das
JI/CDM-Programm durch Umsetzung von Klimaschutzprojekten im Ausland
angestrebt.
Wie aktiv unser Land in der Klimapolitik sei, zeige sich auch bei
der Umweltförderung im Inland, macht Pröll aufmerksam. Von 2000 bis
2005 wurden rund 5.400 Projekte mit 271 Mio. Euro gefördert. Damit
wurden knapp 1,4 Mrd. Euro an umweltrelevanten Investitionen
ausgelöst und über 13.300 Arbeitsplätze geschaffen. Die Umsetzung
dieser Projekte bewirkt eine jährliche CO2-Emissionsreduktion von
über 3,1 Mio. Tonnen CO2. Zudem haben klimaschutzrelevante Projekte
in der betrieblichen Umweltförderung zu einer Steigerung der
jährlichen CO2-Reduktionseinsparung von 170.000 Tonnen CO2 im Jahr
2000 auf über 604.000 Tonnen CO2 im Jahr 2005 geführt.
Auch mit der 15a-Vereinbarung, die ökologische Mindeststandards
wie zum Beispiel Energieeffizienz und Wärmedämmung als Vorraussetzung
für Wohnbauförderung vorsieht, haben Bund und Länder eine wirksame
Maßnahme beschlossen, die dabei helfen wird, das Kyoto-Ziel zu
erreichen. Hier gelte es, besonders erneuerbare Energien zu
forcieren. Mit neuen Ideen - wie etwa dem umweltfreundlichen
Mobilitätsprogramm für Schulen und Betrieben und einer
Radfahrkampagne - soll auch im Verkehrsbereich eine deutliche
Reduzierung von CO2 erreicht werden.
"Auf europäischer Ebene hat sich Österreich mit der
Substitutionsverpflichtung zur Beimischung von Biotreibstoffen
europaweit einen Namen gemacht", erklärte der Minister. Derzeit gilt
die Mindestbeimischungsmenge von drei Prozent, ab 2008 von 5,75
Prozent. Darüber hinaus hat Österreich innerhalb der EU dafür Sorge
getragen, den Einsatz fluorierter Gase weiter einzudämmen. Biomasse-
und Biotreibstoff-Aktionsplan sind weitere wichtige Schritte zur
Erreichung der Kyoto-Ziele von Österreich und der EU.
Ein Sorgenkind beim Klimaschutz ist der Straßenverkehr. Hier sind
die Emissionen 2004 im Vergleich zu 2003 um 2,3 Prozent gestiegen.
"Für diesen Anstieg ist in erster Linie der Tanktourismus aufgrund
niedriger Kraftstoffpreise in Österreich verantwortlich", erklärte
Pröll. Von den insgesamt 22,4 Mio. Tonnen Emissionen sei rund ein
Drittel dem Tanktourismus zuzurechnen. Das ist ein Problem, das auf
EU-Ebene diskutiert werden muss, argumentierte Pröll.
"Die aktuelle Bilanz ist ein Grund optimistisch zu sein. Dennoch
hat jeder Sektor seinen Beitrag zu leisten - ob Politik, Verkehr,
Industrie oder Privathaushalte", betonte Umweltminister Josef Pröll
abschließend.
Rückfragehinweis:
Lebensministerium
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71100 DW 6703, DW 6823
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