Justizskandal: Martina Krones-Taurer darf Gefängnis verlassen

- Verurteilte Ex-World-Vision-Chefin im "gelockerten Vollzug". - Aufklärungswürdig: Wer erteilte Weisung für das seltene Privileg?

Wien (OTS) - Das Nachrichtenmagazin NEWS berichtet in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe, dass die zu drei Jahren unbedingter Haft verurteilte Ex-Ministersekretärin Martina Krones-Taurer unter aufklärungswürdigen Umständen und trotz ihrer Flucht im Sommer des Vorjahres seit Jahresbeginn das seltene Privileg des so genannten "gelockerten Vollzug" genießen darf.

Besonders bemerkenswert: Nach ihrer Verurteilung wegen ihrer Rolle im "World-Vision-Spendenskandal" im September 2004 vergaß die Justiz ihr einen Haftantrittsbescheid zuzustellen. Dies wurde erst nachgeholt, nachdem NEWS-Reporter Krones-Taurer im Juni 2005 in einem Wiener Ringstraßencafe entdeckten. Doch anstatt ihre Haft dann anzutreten, tauchte Krones-Taurer unter und wurde erst am 30. August 2005 verhaftet.

Jetzt stellt sich heraus, dass die einflussreiche Ex-Ministersekretärin schon am 2. Januar 2006 das seltene Privileg des "gelockerten Vollzugs" bekommen hat. Sie kann das Gefängnis um 7 Uhr morgens verlassen und muss erst gegen 18 Uhr wieder zurückkehren. Das Landesgericht für Strafsachen Wien erklärt dazu: "Das war nicht unsere Entscheidung. Das Ministerium hat entschieden, dass sie in den gelockerten Vollzug kommt." Im Justizministerium wird dementiert:
"Diese Veranlassung kam nicht vom Justizministerium. Wir werden diesen Vorgang aber sofort prüfen und nötigenfalls weitere Maßnahmen einleiten."

Rückfragen & Kontakt:

Sekretariat NEWS
Chefredaktion
Tel.: (01) 213 12 DW 1103

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NES0001