- 22.02.2006, 11:39:02
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ÖSTERREICHS GASBEDARF: MIT BIOGAS LEICHT ABDECKBAR
Kehrtwendung in Energiepolitik notwendig - Potenziale größer als angenommen
Wien (OTS) - Wie groß das Potenzial von Biogas ist, hat Tomas Amon
vom Institut für Landtechnik an der Universität für Bodenkultur beim
Kongress biogas06, der derzeit in Linz stattfindet, aufgezeigt.
Veranstaltet wird der Kongress von der ARGE Kompost und Biogas
Österreich gemeinsam mit dem Lebensministerium. "Biogas kann zur
Verstromung bei gleichzeitiger Wärmeerzeugung in
Blockheitskraftwerken zentral und dezentral eingesetzt werden", so
Amon. Auch die Nutzung im Verkehrssektor ist sehr viel versprechend.
In naher Zukunft sei auch denkbar, Biogas als Energieträger in
Brennstoffzellen einzusetzen. "Österreichs Gasbedarf könnte durch
eigene Biogasproduktion vollständig abgedeckt werden. Damit wäre
unser Land von den ausländischen Lieferungen unabhängig und damit ein
weltweiter Vorreiter in Sachen Energiegewinnung aus erneuerbaren
Energieträgern", so der Experte. ****
"Im Vergleich zum derzeitigen Erdgas Bedarf von 7,2 Mio. Tonnen
ROE kann mit Biogas aus 4,8 Mio. Tonnen ROE erzielt werden", führt
der Experte aus. Schon jetzt werde Biomasse von Äckern und Wiesen
erfolgreich eingesetzt. Verwendet werden in erster Linie die
Energiepflanzen Mais, Sonnenblumen, Wiesengras und Sudangräser.
Wissenschaftler am Department für Nachhaltige Agrarsysteme an der
Universität für Bodenkultur suchen nach immer neuen Pflanzenarten für
die Biogaserzeugung. "Ein Schwerpunkt ist derzeit die Entwicklung
nachhaltiger Fruchtfolgesysteme, die auf drei wichtigen Säulen
basiert: die Versorgung mit Nahrungs- und Futtermitteln, die
Erzeugung von Stoffen - organische Dünger, Rohstoffe wie Öle, Fette,
etc. - und Energie wie zum Beispiel Biogas sowie die Erhaltung,
Förderung und Nutzung abwechslungsreicher Kulturlandschaften",
erklärt Amon.
"Angestrebt werden hohe Biomasseerträge in standortangepassten,
vielfältigen und gesunden Fruchtfolgesystemen, deren
Nährstoffkreislauf weit gehend geschlossen ist. Diese integrierenden
Systeme ermöglichen die Erzeugung von Biomasse zur menschlichen und
tierischen Ernährung und zur Rohstoff- und Energiegewinnung", führt
Amon aus. Dabei stünden verschiedene Strategien zur Verfügung:
Wechsel von Kulturarten zur Erzeugung von Lebensmitteln, Stoffen und
Energie: "Food-Non-Food-Switch" gekoppelte Nutzung vegetativer und
generativer Teile von ein- und derselben Pflanze: "Kaskadennutzung"
zum Beispiel die Nutzung von Maiskörnern zur Stärkegewinnung und
Verwendung der Restpflanze für die Biogaserzeugung.
Die Biogaserzeugung bietet aber auch noch andere Vorteile: Rund 70
Prozent des bestehenden CO2 Ausstoßes des Transportsektors könnten
reduziert werden. Außerdem ermögliche dieses System zusätzlich mehr
als 15.000 Arbeitsplätze. "Unterstellt man einen 20jährigen
Umsetzungszeitraum, ergibt sich ein jährliches Investitionsvolumen in
ländlichen Regionen Österreichs von 432 Millionen Euro für
integrierte Systeme", rechnet der Wissenschaftler vor. Zudem wären
die Biogaspotenziale größer als bislang angenommen, da sich neue
Möglichkeiten der Biomasseerzeugung in vielfältigen
Fruchtfolgesystemen, der Kofermentation mit Wirtschaftsdüngern und
hochwertigen organischen Stoffen aus den der Landwirtschaft vor- und
nach gelagerten Bereichen bieten würden. "Zu welchem Anteil und in
welchem Zeitraum die dargestellten Potenziale tatsächlich in die
Praxis umgesetzt werden können, hängt im Wesentlichen von den
politischen Rahmenbedingungen ab", subsumiert Amon. Die Potenziale
seien jedenfalls größer als bisher angenommen.
Die Studie "Strategien zur nachhaltigen Biogaserzeugung aus
Energiepflanzen durch standortangepasste Fruchtfolgesysteme,
Sortenwahl und optimale Ernte", die von Amon und seinem Team
durchgeführt wurde, kommt jedenfalls zum Schluss, dass durch die
Biogaserzeugung erneuerbare Energie mit hohem ökologischen
Wirkungsgrad erreicht werden könne. Für die Vergärung eignet sich
eine Vielzahl an Stoffen: Wirtschaftsdünger, Energiepflanzen,
Restpflanzen sowie Nebenprodukte der Lebensmittel- und
Rohstofferzeugung.
Weitere Informationen unter www.biogas.klimaaktiv.at
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Lebensministerium
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71100 DW 6703, DW 6823
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