- 17.02.2006, 13:17:21
- /
- OTS0204 OTW0204
Volksbank Investmentbank: Neuer US-Notenbankchef sieht Inflationsgefahr
Ben Bernanke setzt Signal für weitere Zinsanhebung
Wien (OTS) - Mit Spannung blickten die Finanzmarktteilnehmer in
der zu Ende gehenden Woche auf die erste Rede des neuen
US-Notenbankchefs Ben Bernanke vor dem US Kongress, schreibt die
Volksbank Investmentbank (VBIB) in ihrem wöchentlichen
Finanzmarktkommentar. Der Nachfolger des legendären Alan Greenspan
sprach von weiteren Zinsschritten, um die Inflationsgefahr in den
USA zu bannen. Insbesondere die weiterhin hohen Energiepreise, die
niedrige Arbeitslosenquote als auch die hohe Kapazitätsauslastung des
verarbeitenden Gewerbes würden Inflationsrisiken darstellen, so
Bernanke.
Am Geldmarkt hat sich durch dieses Signal in den USA der
Aufwärtstrend der Zinsen fortgesetzt. Bedingt durch den parallelen
Anstieg der 10-jährigen Anleihen und der kurzfristigen Zinsen blieb
die Inversion der US-Zinsstrukturkurve nahezu konstant gegenüber der
Vorwoche. Dagegen ist die Zinskurve der Eurozone geringfügig steiler
geworden. Auf Wochensicht erwartet die VBIB sowohl bei den
US-Renditen als auch bei den Renditen der Eurozone nur wenig
Veränderung.
Der US-Dollar konnte trotz der Veröffentlichung von schwachen
US-Handelsbilanz- und Netto-Kapitalflusszahlen (Dezember: USD 56,6
Mrd; November: USD 91,6 Mrd) im Laufe der Woche gegenüber dem Euro
mit der Veröffentlichung guter US-Einzelhandelszahlen und der
Aussicht auf eine Fortsetzung des US-Leitzinserhöhungszyklus etwas
zulegen. Auf Wochensicht ist eine Seitwärtsentwicklung des US-Dollars
gegenüber dem Euro wahrscheinlich, so die VBIB.
Die Mehrzahl der Aktienmärkte konnte in den letzten Tagen mit der
Veröffentlichung von mehrheitlich guten Unternehmensergebnissen,
einem gesunkenen Ölpreis und erfreulichen Zahlen zum
US-Einzelhandelsumsatz zulegen. Aus dem S&P 500 Index haben
mittlerweile 428 Unternehmen ihr Ergebnis über das vierte Quartal
2005 veröffentlicht. 64,5 Prozent dieser Unternehmen konnten mit
ihrem Ergebnis die Markterwartungen übertreffen. 20,6 Prozent
veröffentlichten ein Ergebnis das unter den Markterwartungen lag. Mit
einigen Impulsen weiterer Unternehmensberichte und der zur
Veröffentlichung anstehenden Wirtschaftsdaten rechnet die VBIB in der
nächsten Woche mit einem Anhalten der freundlichen Stimmung an den
Aktienmärkten und überwiegend leichten Kurssteigerungen.
Das Wachstum der japanischen Wirtschaft hat sich im vierten Quartal
nach vorläufigen Berechnungen aufgrund eines beschleunigten Wachstums
des privaten Konsums und geschrumpfter Importe auf eine annualisierte
Rate von 5,5 Prozent Q/Q (Q3: 1,4%) erhöht.
Nach einer vorläufigen Schätzung von Eurostat ist die
BIP-Wachstumsrate der Eurozone im selben Zeitraum auf eine einfache
Rate von 0,3 Prozent Q/Q (Q3: 0,6%) zurückgegangen. Die deutsche
Wirtschaft stagnierte sogar (Q3: 0,6% Q/Q, einfach). In Österreich
wuchs das Bruttoinlandsprodukt im letzten Quartal 2005 gemäß einer
ersten Schätzung des WIFO mit einer einfachen Rate von 0,7 Prozent
Q/Q (Q3: 0,5%). Für das Gesamtjahr 2005 erwartet das Institut ein
BIP-Wachstum von 1,9% gerechnet. Die Finanzmärkte beurteilen die
konjunkturellen Aussichten für Deutschland nach wie vor optimistisch.
Der Saldo der Konjunkturerwartungen der rund 300 monatlich vom ZEW
befragten Analysten und institutionellen Anleger sank im Februar zwar
auf 69,8 Punkte (Januar: 71,0), er blieb damit aber weiterhin
deutlich über dem historischen Mittelwert von 34,9 Punkten.
Das US-Außenhandelsdefizit stieg im Dezember auf USD 65,7 Mrd nach
revidierten USD 64,7 Mrd im November. Der Konjunkturindex der
Notenbank von Philadelphia erreichte im Februar einen Wert von 15,4
Punkten (Januar: 3,3). Zahlen über Null signalisieren ein Wachstum
des Verarbeitenden Gewerbes der Region um Philadelphia, die als
verlässlicher Indikator für die landesweite Entwicklung der
US-Industrie gilt. Der US-Einzelhandelsumsatz konnte im Januar um
beachtliche 2,3 Prozent M/M (Dezember: 0,4%) zulegen.
Rückfragehinweis:
Research-Team der VB Investmentbank AG Dipl.-Vw. Uta Pock: [email protected] Tel. 050 4004-7022 Mag. Friedrich Glechner, CFA: [email protected] Tel. 050 4004-7017 Dana Kharchenko, MIB, MBA: [email protected], Tel 050 4004-7006
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VBF






