Volksbank Investmentbank: Neuer US-Notenbankchef sieht Inflationsgefahr

Ben Bernanke setzt Signal für weitere Zinsanhebung

Wien (OTS) - Mit Spannung blickten die Finanzmarktteilnehmer in
der zu Ende gehenden Woche auf die erste Rede des neuen US-Notenbankchefs Ben Bernanke vor dem US Kongress, schreibt die Volksbank Investmentbank (VBIB) in ihrem wöchentlichen Finanzmarktkommentar. Der Nachfolger des legendären Alan Greenspan sprach von weiteren Zinsschritten, um die Inflationsgefahr in den USA zu bannen. Insbesondere die weiterhin hohen Energiepreise, die niedrige Arbeitslosenquote als auch die hohe Kapazitätsauslastung des verarbeitenden Gewerbes würden Inflationsrisiken darstellen, so Bernanke.

Am Geldmarkt hat sich durch dieses Signal in den USA der Aufwärtstrend der Zinsen fortgesetzt. Bedingt durch den parallelen Anstieg der 10-jährigen Anleihen und der kurzfristigen Zinsen blieb die Inversion der US-Zinsstrukturkurve nahezu konstant gegenüber der Vorwoche. Dagegen ist die Zinskurve der Eurozone geringfügig steiler geworden. Auf Wochensicht erwartet die VBIB sowohl bei den US-Renditen als auch bei den Renditen der Eurozone nur wenig Veränderung.
Der US-Dollar konnte trotz der Veröffentlichung von schwachen US-Handelsbilanz- und Netto-Kapitalflusszahlen (Dezember: USD 56,6 Mrd; November: USD 91,6 Mrd) im Laufe der Woche gegenüber dem Euro mit der Veröffentlichung guter US-Einzelhandelszahlen und der Aussicht auf eine Fortsetzung des US-Leitzinserhöhungszyklus etwas zulegen. Auf Wochensicht ist eine Seitwärtsentwicklung des US-Dollars gegenüber dem Euro wahrscheinlich, so die VBIB.

Die Mehrzahl der Aktienmärkte konnte in den letzten Tagen mit der Veröffentlichung von mehrheitlich guten Unternehmensergebnissen, einem gesunkenen Ölpreis und erfreulichen Zahlen zum US-Einzelhandelsumsatz zulegen. Aus dem S&P 500 Index haben mittlerweile 428 Unternehmen ihr Ergebnis über das vierte Quartal 2005 veröffentlicht. 64,5 Prozent dieser Unternehmen konnten mit ihrem Ergebnis die Markterwartungen übertreffen. 20,6 Prozent veröffentlichten ein Ergebnis das unter den Markterwartungen lag. Mit einigen Impulsen weiterer Unternehmensberichte und der zur Veröffentlichung anstehenden Wirtschaftsdaten rechnet die VBIB in der nächsten Woche mit einem Anhalten der freundlichen Stimmung an den Aktienmärkten und überwiegend leichten Kurssteigerungen.

Das Wachstum der japanischen Wirtschaft hat sich im vierten Quartal nach vorläufigen Berechnungen aufgrund eines beschleunigten Wachstums des privaten Konsums und geschrumpfter Importe auf eine annualisierte Rate von 5,5 Prozent Q/Q (Q3: 1,4%) erhöht.
Nach einer vorläufigen Schätzung von Eurostat ist die BIP-Wachstumsrate der Eurozone im selben Zeitraum auf eine einfache Rate von 0,3 Prozent Q/Q (Q3: 0,6%) zurückgegangen. Die deutsche Wirtschaft stagnierte sogar (Q3: 0,6% Q/Q, einfach). In Österreich wuchs das Bruttoinlandsprodukt im letzten Quartal 2005 gemäß einer ersten Schätzung des WIFO mit einer einfachen Rate von 0,7 Prozent Q/Q (Q3: 0,5%). Für das Gesamtjahr 2005 erwartet das Institut ein BIP-Wachstum von 1,9% gerechnet. Die Finanzmärkte beurteilen die konjunkturellen Aussichten für Deutschland nach wie vor optimistisch. Der Saldo der Konjunkturerwartungen der rund 300 monatlich vom ZEW befragten Analysten und institutionellen Anleger sank im Februar zwar auf 69,8 Punkte (Januar: 71,0), er blieb damit aber weiterhin deutlich über dem historischen Mittelwert von 34,9 Punkten.
Das US-Außenhandelsdefizit stieg im Dezember auf USD 65,7 Mrd nach revidierten USD 64,7 Mrd im November. Der Konjunkturindex der Notenbank von Philadelphia erreichte im Februar einen Wert von 15,4 Punkten (Januar: 3,3). Zahlen über Null signalisieren ein Wachstum des Verarbeitenden Gewerbes der Region um Philadelphia, die als verlässlicher Indikator für die landesweite Entwicklung der US-Industrie gilt. Der US-Einzelhandelsumsatz konnte im Januar um beachtliche 2,3 Prozent M/M (Dezember: 0,4%) zulegen.

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