• 14.02.2006, 09:00:00
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WIFO-Schnellschätzung: Verstärkte Konjunkturbelebung im IV. Quartal

Wien (WIFO) - Nachdem die österreichische Wirtschaft im II. und
III. Quartal 2005 saisonbereinigt gegenüber dem Vorquartal um je 0,5%
gewachsen war, beschleunigte sich die Expansion im IV. Quartal auf
0,7%. Das reale BIP war damit um 2,1% höher als im IV. Quartal 2004.
Impulse kamen vor allem aus der Sachgütererzeugung sowie aus dem
Bereich Vermögens- und Unternehmensdienstleistungen. Die Daten lassen
eine Zunahme der Dynamik in naher Zukunft erwarten; derzeit ist die
Entwicklung aber noch schwächer als in vergangenen Aufschwungphasen.

Auf der Entstehungsseite ist eine Beschleunigung im produzierenden
Bereich zu beobachten. Dieser konjunkturreagible Wirtschaftsbereich
erholte sich nach einem schwachen 1. Halbjahr im IV. Quartal deutlich
(real +1,7% gegenüber dem Vorquartal). Kräftige Impulse erhielten
auch die Branche "Banken und Versicherungen" sowie die
unternehmensnahen Dienstleistungen (+1%), deren Entwicklung eng mit
jener der Sachgütererzeugung zusammenhängt. Die Bauwirtschaft
expandierte mit real +0,6% gegenüber dem Vorquartal weiterhin mäßig.
Einen Anstieg verzeichnete auch der Bereich Handel, Gastgewerbe und
Verkehr mit +0,7%.

Die Nachfrage der privaten Haushalte nach Konsumgütern wächst zwar
stärker als im Vorjahr, jedoch war in den letzten Quartalen keine
weitere Belebung zu erkennen (IV. Quartal +0,3%). Auch die
öffentlichen Konsumausgaben gewannen nicht an Schwung (real +0,4%
gegenüber dem Vorquartal). Trotz der günstigen Entwicklung der
Sachgüterproduktion ist die Investitionstätigkeit bisher nicht
angesprungen (+0,6%). Nachdem die Ausrüstungsinvestitionen Anfang
2005 nach dem Auslaufen der Investitionszuwachsprämie um den
Jahreswechsel rückläufig gewesen waren, wurden sie im weiteren
Jahresverlauf wieder gesteigert. Diese Beschleunigung entspricht
jedoch noch nicht einer Konjunkturerholung.

Die Bauinvestitionen entwickelten sich ebenso ruhig wie die
Bauproduktion, gegen Jahresende aber etwas lebhafter. Hatten die
Wohnbauinvestitionen zu Jahresbeginn nur verhalten zugenommen, so
wuchsen sie zuletzt überdurchschnittlich. Der stärkste Impuls ging
auf der Verwendungsseite abermals von der Auslandsnachfrage aus
(+1,4%). Die lebhafte Steigerung der Reiseverkehrsexporte spiegelt
die gute Wintersaison im Tourismus wieder. Auch die Importe erhöhten
sich vor dem Hintergrund der regen Auslandsnachfrage, allerdings
beschleunigte sich das Wachstum aufgrund der bislang verhaltenen
Entwicklung von Konsum und Investitionen nur mäßig (+0,8%).

Übersicht 1: Ergebnisse der WIFO-Schnellschätzung zur
Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung - auf der WIFO-Website
(http://www.wifo.ac.at/presse)

Rückfragehinweis:
Mag. Sandra Steindl
Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung - WIFO
Tel. +43 1 798 26 01-244 * Fax. +43 1 798 93 86
mailto:Sandra.Steindl@wifo.ac.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | WFO

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