Olympische Zeitzeichen

VON CLAUDIA GRABNER

Klagenfurt (OTS) - Am 19. Juni 1999 hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) Turin den Zuschlag zur Austragung der Olympischen Winterspiele 2006 erteilt. Das IOC hat damit - was niemand ahnen konnte - eines der beschämendsten Kapitel in der Geschichte Kärntens ermöglicht: Hätte sich nämlich die Jury der Senza-confini-Bewerbung Kärntens, Sloweniens und Friauls angenommen LH Haider könnte die Ortstafelfrage mit Sicherheit nicht zum Thema seines BZÖ-Überlebenskampfes machen.
Senza confini, die grenzensprengende, handreichende, friedensstiftende Olympiaidee - sie hätte der Zweisprachigkeits-Groteske keine Chance gelassen. UNDENKBAR wäre die Ortstafeldiskussion, liefen die Olympioniken am Freitag nicht in Turin, sondern in Klagenfurt ein ...
Wir haben nicht verloren; wir sind die moralischen Sieger: Am Tag nach der IOC-Entscheidung gegen Senza confini hat Kärnten von "seinen" Idealen und der "anderen" Unmoral gesprochen. Man warf der Jury vor, sie habe sich nicht von Werten überzeugen, vielmehr von Geld bestechen lassen. Haider und Gefährten sollten sich erinnern. Und zur Besinnung kommen. Es sei denn, Kärntens grenzensprengende Ideale waren platte werbetechnische Notwendigkeit. Dann wäre es an der Zeit, über die Moral nachzudenken ...

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