Martinz: Feinstaub-Problem sofort in Angriff nehmen

Keine nachhaltige Maßnahme zur Verringerung des Feinstaubes. Sperren und Kassieren falscher Weg. Martinz präsentiert Maßnahmenkatalog

Klagenfurt (OTS) - "Schluss mit Worten, es müssen endlich Taten folgen. Es geht um die Gesundheit und die Atemluft der Bevölkerung. Kärnten braucht wirkungsvolle und nachhaltige Maßnahmen zur Reduktion des Feinstaubes", sagt heute LR Josef Martinz. Daher bringe er heute auch eine Resolution in die Landesregierung ein. "Messtafeln aufstellen ist zu wenig. Und sonst hat es noch keine Maßnahmen gegeben", so Martinz weiter.

Straßen sperren und Kassieren, wie es BZÖ- und SPÖ-Politiker wollen, komme nicht in Frage und löse die Feinstaubproblematik nicht. "Weder BZÖ noch SPÖ haben sich die Pendlerstatistik genau angesehen, sonst würden sie Straßensperren nicht vorschlagen", erklärt Martinz.

Alleine innerhalb der Gemeinde Klagenfurt pendeln täglich 31.000 Menschen zur Arbeit. Über 28.000 Menschen kommen aus den Bezirken jeden Tag nach Klagenfurt zur Arbeit. "Den Cine City-Parkplatz zu nutzen, ist Mumpitz. Alleine von Völkermarkt kommen täglich 4.300 Pendler in die Landeshauptstadt. Hat sich jemand überlegt, wie viele Busse nötig sind, um die Menschen zu Spitzenzeiten in die Stadt zu bringen", fragt Martinz.

Er kritisiere die Versäumnisse des Landes. Denn seit 1996 wisse man, dass der Feinstaub in Europa zu minimieren ist. Seit 1999 gebe es von der EU eine Richtlinie dazu und seit vorigem Jahr sei diese in Kraft. "Wir wissen lange genug, dass nur an 35 Tagen der Feinstaubwert in Klagenfurt überschritten werden darf. Passiert ist nichts", kritisiert Martinz. Ab 2010 dürfte der Feinstaubwert überhaupt nur noch an 25 Tagen im Jahr überschritten werden. "Schluss mit der Aufgeregtheit im Winter und mit dem Dämmerschlaf im Sommer. Schluss mit Hüftschüssen, die nicht helfen", fordert Martinz. Es sei vom Land ein Maßnahmenkatalog aufzustellen, wie ihn andere Bundesländer bereits haben, der die Feinstaub-Belastung nachhaltig verringere. "Start: sofort. Der nächste Winter kommt bestimmt", so Martinz.

Maßnahmenpaket LR Josef Martinz

Die EU-Richtlinie verpflichtet Städte und Gemeinden, Aktionspläne für saubere Luft aufzustellen, um zu verhindern, dass der Feinstaub-Grenzwert an mehr als 35 Tagen im Jahr überschritten wird.

Hauptverursacher:

· 40 % Industrie

· 18 % Verkehr

· 26 % Energieversorgung und Hausbrand

· 16 % Landwirtschaft

Maßnahmenpaket:

INDUSTRIE und GEWERBE:

· Überprüfung, ob alle Anlagen am neuesten Stand der Technik sind

· Nachjustierung der Emissionsverordnungen

· Luftreinhaltung auf Baustellen inkl. Baumaschinen - Nachrüsten mit Partikelfilter

VERKEHR:

· Aus- und Nachrüstung mit Partikelfilter (Pflicht, Förderung)

Bei 15.000 Kilometer ca. 2,5 Kg Feinstaub eingespart

· Verpflichtende Ausstattung bei Neufahrzeugen (LKW; PKW) mit Filter

· Erd-Gasbetriebene Stadtbusse (Billiger, umweltschonender, gleiche Qualität)

· Verbot von Fahrzeugen, die die Abgasnormen nicht erfüllen · Maßnahmen zur Verringerung des mobilen Verkehrs Ausbau öffentlicher Verkehr (Anreize, Job-Tickes)

Ausbau Schiene

Verlagerung Güterverkehr Straße auf Schiene

· Park and Ride-Angebot verbessern

· Minderung der Emissionen aus Abrieb (Winterdienst, Straßenreinigungs-Geräte mit Filtern ausstatten)

HAUSBRAND:

· Kamin-Katalysator, Ofen-Katalysator, Rauchgas-Katalysator in Verbinden mit einer Förderung

Einzubauen in: Kachelöfen, Kochherden, Kachelkaminen, Festbrennstoff-Heizkesseln und anderen Feuerungsanlagen, Gewerbe, Industrie

Abzuwickeln wie Solarförderung des Landes

Vorteile: Verminderung des Ausstoßes von Ruß, Staub und Teer: 50 %

Seit 1987 in Bayern grünes Licht

· Förderung für Holzfeueranlagen, die diesen Katalysator schon haben (Technik vorhanden)

· Wohnbauförderung nur mehr für nicht-fossile Brenner

· Umtauschprogramm alter Festbrennstoff-Kessel durch moderne Heizungsanlagen (Förderung)

· Ersatz fossiler Fest-Brennstoffe in Ballungsgebiete durch emissionsärmere Energieträger (Fernwärme)

· Mehr Förderung für Passiv- und Niedrigenergiehäuser

(Schluss)

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