ÖAMTC warnt vor "Schnellschuss" bei der Winterreifenpflicht

Club fasst die Voraussetzungen für neue Vorschriften zusammen

Wien (OTS) - "Damit wir seriös über die Einführung einer Winterreifenpflicht diskutieren können, müssen bestimmte Voraussetzungen dafür gegeben sein", sagt ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer. So gibt es etwa keine EU-weite einheitliche Definition von Winterreifen. Derzeit kann das M+S-Symbol praktisch auf jedem Reifen ungeprüft angebracht werden. In den USA etwa ist fast jeder am Markt befindliche Reifen - egal ob Sommer- oder Winterreifen - mit M+S gekennzeichnet. "Die Wintertauglichkeit solcher Reifen ist oft praktisch gleich Null. "Ohne einheitliche Definition von Winterreifen greift die Forderung nach einer Winterreifenpflicht aber zu kurz", kritisiert Hoffer. Hier sollte Österreich den EU-Vorsitz nützen und einen Beitrag zur Klarstellung leisten.

Außerdem spricht sich der ÖAMTC klar gegen eine Stichtagsregelung aus. Diese scheitert schon allein an der topographischen Situation Österreichs, also den regionalen Unterschieden zwischen Alpenregion und östlichem Flachland. Während im Westen bereits der erste Schnee fällt, gibt es im Osten oft noch spätsommerliche Temperaturen. "Das Fahren mit Winterreifen von einem bestimmten Stichtag abhängig zu machen, würde aber bei Autofahrern für Glaubwürdigkeits- und vor allem Akzeptanzprobleme sorgen", sagt der ÖAMTC-Jurist. Außerdem wären viele Reifenhändler durch den Kundenansturm am jeweiligen Umstellungstag hoffnungslos überfordert.

Eine Vorschrift, die auf Schneefahrbahn eine entsprechende Bereifung vorschreibt, wäre durchaus diskussionswürdig. Deutschland etwa führt mit Mai eine solche Bestimmung ein. Der ÖAMTC-Experte zerstreut allerdings bei sparwilligen Gemeinden allzu große Euphorie. Denn auch wenn es eine Winterreifenpflicht geben sollte, ist der Straßenerhalter dennoch verpflichtet, für ausreichende Straßenreinigung und -streuung zu sorgen. Hier bleiben die Behörden nach wie vor gefordert: Die schon jetzt bestehende Verpflichtung bei extremen Witterungsbedingungen, Straßenabschnitte für Fahrzeuge ohne geeignete Winterausrüstung zu sperren, muss aufrecht bleiben. "Außerdem müssen Begleitmaßnahmen wie ausreichende Plätze zum Kettenanlegen, Umkehrmöglichkeiten und großräumige Ausweichrouten geschaffen werden", so Hoffer abschließend.

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