- 06.02.2006, 11:07:13
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Rauch-Kallat am Internationalen Tag gegen weibliche Beschneidung
Kampf gegen traditionsbedingte Gewalt wichtiger EU-Schwerpunkt -umfangreiches Maßnahmenpaket geschnürt
Wien (OTS) - "Genitalverstümmelung ist nicht nur eine schwere
Menschenrechtsverletzung, sondern eine furchtbare Qual für Mädchen
und junge Frauen, die man kaum in Worte fassen kann", sagte
Gesundheits- und Frauenministerin Maria Rauch-Kallat heute, Montag,
am Internationalen Tag gegen Genitalverstümmelung. "Mein Ziel ist es,
dass traditionsbedingte Gewalt an Frauen in Österreich und innerhalb
der EU schnellstmöglich der Vergangenheit angehört. Aus diesem Grund
ist diese Problematik einer unserer wichtigsten Schwerpunkte während
der österreichischen Ratspräsidentschaft und wir stoßen damit
international auf positive Resonanz."
Die Frauenministerin mache diese Form der Gewalt erstmals zu einem
europaweiten Thema, denn die Erfahrungen zeigten leider, dass sie in
allen EU-Mitgliedstaaten vorkommt. Die wenigen bekannten Einzelfälle
seien nur die Spitze eines Eisberges - die Dunkelziffer der Opfer
liege sehr viel höher und sei derzeit nicht einmal schätzungsweise
erfassbar. Maria Rauch-Kallat habe deshalb eine Analyse des
Ist-Zustandes in den einzelnen EU-Mitgliedstaaten initiiert, deren
vorliegende Ergebnisse nun als Basis für einen europaweiten
Schulterschluss nach österreichischem Vorbild dienen.
Österreich habe in der Bekämpfung traditionsbedingter Gewalt schon
seit 2005 eine Vorreiterrolle und verfolge einen Problemlösungskurs,
der sowohl auf legislativer Ebene als auch im Bereich Opferschutz und
Aufklärung ansetzt. Bereits im Herbst 2005 präsentierten alle
österreichischen Ministerinnen ein nationales Maßnahmenpaket mit
konkreten Schritten gegen Genitalverstümmelung, Zwangsheirat und
Ehrenmorde.
"Nachdem auf gesetzlicher Ebene bereits große Fortschritte erzielt
wurden, ist derzeit eine österreichweite Studie über
Genitalverstümmelung in Umsetzung. Der dazu notwendige Fragebogen
wurde letzte Woche an alle Gynäkolog/innen und Kinderärzt/innen im
niedergelassenen Bereich versendet und soll wertvolle Daten über die
Situation in Österreich liefern", so Rauch-Kallat. "Weiters geht mit
1. März eine Meldedatenbank online, mit der künftig alle erkannten
Fälle von Genitalverstümmelung an das BMGF gemeldet werden. Gemeinsam
haben wir den Kampf gegen das Leid vieler Frauen in Österreich und
der EU aufgenommen uns sind nicht bereit, diese grausamen Praktiken
zu dulden", sagte Maria Rauch-Kallat abschließend.
Rückfragehinweis:
BM für Gesundheit und Frauen Ministerbüro Mag. Daniela Reczek Tel.: ++43 1 711 00/4378 mailto:[email protected] http://www.bmgf.gv.at
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