AKNÖ-Staudinger: Gorbach hinterlässt bei Bahn-Nahverkehr das reinste Chaos

Preiserhöhung war nicht gerechtfertigt, Pendler beklagen mehr Zugsausfälle denn je

Wien (AKNÖ) - Kurz nach Fahrplanwechsel im Dezember setzte die
Bahn mehr der neu gekauften, modernen Garnituren in Niederösterreich ein. "Offenbar, um die Pendler wegen der Tariferhöhung zu beruhigen, wie sich jetzt herausstellt", so AKNÖ-Präsident Josef Staudinger, denn "kaum waren die Preise im Jänner erhöht, verschwanden die störungsanfälligen Designer-Triebwagen wieder auf den Abstellgleisen". Minister Gorbach wird das bald nicht mehr interessieren, doch die Pendler zahlen weiter mehr und bekommen die dafür versprochene Gegenleistung nicht in gewohnter Zuverlässigkeit und zugesagter Qualität.

25 Minuten Verspätung ab Purkersdorf, Wolkersdorf - Floridsdorf entfällt, 23 Minuten Verspätung ab Kritzendorf, Ausfall von Zügen zwischen Floridsdorf und Hütteldorf sowie von Meidling nach Hollabrunn. Das ist nicht das Verspätungsprotokoll eines Monats, sondern vom 14. Dezember. Drei Tage später befanden sich von den neuen Designer-S-Bahnen 10 Garnituren zur Reparatur in den Werkstätten, wie in der gewöhnlich sehr gut informierten Fachzeitschrift "Eisenbahn Österreich" Monat für Monat nachzulesen ist. "Es ist kein Wunder, dass jetzt wieder Zugbegleiter und Lokführer per Inserat gesucht werden, nicht nur die Zugeinsätze, auch die Personalpolitik versinkt im Chaos", kritisiert der AKNÖ-Präsident, dass der Verkehrsminister zwar gewusst hat, wie er das Unternehmen ÖBB zerschlagen kann, aber nicht weiß, wie es danach weitergehen soll.
Zahlreiche Pendler listen in Briefen und Mails an die Niederösterreichische Arbeiterkammer ihre negativen Erlebnisse auf:
Ungeheizte Waggons zwischen Göpfritz und Wien, zugefrorene Türen auf der Südbahn am 27. und 30. Dezember zwischen Wien und Bad Vöslau, ebenfalls eingefrorene Ausstiege zwischen Trautmannsdorf und Neusiedl/See, Schüler konnten nicht aussteigen und in die Schule gehen und standen eine Stunde bei minus 15 Grad im Freien. Beschwerden kommen aus Fels/Wagram, Kirchberg/Wagram, St. Andrä-Wördern und Klosterneuburg. Am 31. Jänner fiel ein Zug zwischen Mistelbach und Laa/Thaya aus, am 6. Jänner zwischen Marchegg und Wien.

Bahn fährt Bus, um Maut zu sparen Auf der Mariazeller Bahn und zwischen St. Pölten und Mank fährt die Bahn lieber mit Schienenersatzverkehr als endlich neue Garnituren einzusetzen. "Die Schienenmaut ist der Personenverkehrs AG zu teuer, deshalb fährt die Bahn Bus, wann immer sie einen Vorwand dafür finden kann", weist Staudinger auf die Folgen der ÖBB-Aufteilung hin: Die nunmehr selbstständigen Teil-Unternehmen wurden zu Konkurrenten gemacht. So wird auch die Elektrifizierung zwischen Mistelbach und Laa/Thaya sofort für einen Schienenersatzverkehr über mehrere Monate genützt. Für die AKNÖ unverständlich: Während der Elektrifizierung der Franz-Josefs-Bahn zwischen Sigmundsherberg und Gmünd wurde auch kein Schienenersatzverkehr geführt. Damals waren die ÖBB noch ein einheitliches Unternehmen, bei dem alle Betriebsteile an einem Schienenstrang zogen.

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