- 02.02.2006, 12:30:53
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AKNÖ-Staudinger: Gorbach hinterlässt bei Bahn-Nahverkehr das reinste Chaos
Preiserhöhung war nicht gerechtfertigt, Pendler beklagen mehr Zugsausfälle denn je
Wien (AKNÖ) - Kurz nach Fahrplanwechsel im Dezember setzte die
Bahn mehr der neu gekauften, modernen Garnituren in Niederösterreich
ein. "Offenbar, um die Pendler wegen der Tariferhöhung zu beruhigen,
wie sich jetzt herausstellt", so AKNÖ-Präsident Josef Staudinger,
denn "kaum waren die Preise im Jänner erhöht, verschwanden die
störungsanfälligen Designer-Triebwagen wieder auf den
Abstellgleisen". Minister Gorbach wird das bald nicht mehr
interessieren, doch die Pendler zahlen weiter mehr und bekommen die
dafür versprochene Gegenleistung nicht in gewohnter Zuverlässigkeit
und zugesagter Qualität.
25 Minuten Verspätung ab Purkersdorf, Wolkersdorf - Floridsdorf
entfällt, 23 Minuten Verspätung ab Kritzendorf, Ausfall von Zügen
zwischen Floridsdorf und Hütteldorf sowie von Meidling nach
Hollabrunn. Das ist nicht das Verspätungsprotokoll eines Monats,
sondern vom 14. Dezember. Drei Tage später befanden sich von den
neuen Designer-S-Bahnen 10 Garnituren zur Reparatur in den
Werkstätten, wie in der gewöhnlich sehr gut informierten
Fachzeitschrift "Eisenbahn Österreich" Monat für Monat nachzulesen
ist. "Es ist kein Wunder, dass jetzt wieder Zugbegleiter und
Lokführer per Inserat gesucht werden, nicht nur die Zugeinsätze, auch
die Personalpolitik versinkt im Chaos", kritisiert der
AKNÖ-Präsident, dass der Verkehrsminister zwar gewusst hat, wie er
das Unternehmen ÖBB zerschlagen kann, aber nicht weiß, wie es danach
weitergehen soll.
Zahlreiche Pendler listen in Briefen und Mails an die
Niederösterreichische Arbeiterkammer ihre negativen Erlebnisse auf:
Ungeheizte Waggons zwischen Göpfritz und Wien, zugefrorene Türen auf
der Südbahn am 27. und 30. Dezember zwischen Wien und Bad Vöslau,
ebenfalls eingefrorene Ausstiege zwischen Trautmannsdorf und
Neusiedl/See, Schüler konnten nicht aussteigen und in die Schule
gehen und standen eine Stunde bei minus 15 Grad im Freien.
Beschwerden kommen aus Fels/Wagram, Kirchberg/Wagram, St.
Andrä-Wördern und Klosterneuburg. Am 31. Jänner fiel ein Zug zwischen
Mistelbach und Laa/Thaya aus, am 6. Jänner zwischen Marchegg und
Wien.
Bahn fährt Bus, um Maut zu sparen
Auf der Mariazeller Bahn und zwischen St. Pölten und Mank fährt die
Bahn lieber mit Schienenersatzverkehr als endlich neue Garnituren
einzusetzen. "Die Schienenmaut ist der Personenverkehrs AG zu teuer,
deshalb fährt die Bahn Bus, wann immer sie einen Vorwand dafür finden
kann", weist Staudinger auf die Folgen der ÖBB-Aufteilung hin: Die
nunmehr selbstständigen Teil-Unternehmen wurden zu Konkurrenten
gemacht. So wird auch die Elektrifizierung zwischen Mistelbach und
Laa/Thaya sofort für einen Schienenersatzverkehr über mehrere Monate
genützt. Für die AKNÖ unverständlich: Während der Elektrifizierung
der Franz-Josefs-Bahn zwischen Sigmundsherberg und Gmünd wurde auch
kein Schienenersatzverkehr geführt. Damals waren die ÖBB noch ein
einheitliches Unternehmen, bei dem alle Betriebsteile an einem
Schienenstrang zogen.
Rückfragehinweis:
AKNÖ Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: (01) 58883-1247
mailto:[email protected]
http://noe.arbeiterkammer.at
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