- 01.02.2006, 11:45:19
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Maria Altmann gegen Gehrer und österreichischen Antisemitismus - Spende an die Wiener Staatsoper?
Wien (OTS) - "Hätte Ministerin Gehrer gewusst, dass die Klimts
unter das Restitutionsgesetz fallen, hätte sie dieses Gesetz1998
niemals verabschiedet." So kommentiert Bloch-Bauer-Erbin Maria
Altmann in einem Gespräch für die morgen erscheinende NEWS-Ausgabe
die Verteidigungslinie der Bundesregierung gegen die immer schärferen
Angriffe in der Klimt-Causa. Seit dem Urteil des Schiedsgerichtes sei
der Antisemitismus in Österreich wieder gewachsen: " Ich glaube
nicht, dass der Antisemitismus je aufgehört hat. Die jüngsten
Entscheidungen machen ihn noch ärger."
Altmann zeigt im NEWS-Gespräch Verständnis dafür, dass sich
Umfragen zufolge zwei Drittel der Österreicher gegen den Ankauf der
Bilder durch den Staat erklären: " Nun, ich kann das schon verstehen.
Sie sagen, es gibt so viele arme Leute, warum soll man so viel Geld
für Bilder ausgeben? Anderseits muss man unsere Seite auch sehen. Wir
wollen die Bilder in Österreich sehen, aber nach all diesen Jahren
einen fairen Preis für sie erzielen. Hätten sie die Sache vor sieben
Jahren ernst genommen, hätte Österreich sich viel erspart. Dabei
habe ich Gehrer einen so netten Brief geschrieben! Ich habe darin
gesagt, dass ich als letzte Bloch-Bauer zusehen werde, dass das
Porträt Österreich nie verlässt. Und dann hat sie es abgestritten,
dass sie mich je kennen gelernt hat. Ich meine, ich war damals 83. So
was macht man doch nicht mit einer alten Frau!"
Auf Geld zu verzichten, damit die Bilder in Österreich bleiben
können, schließt Altmann im NEWS-Gespräch aus: "Nein. Das könnte ich
niemals allein bestimmen, denn ein Großteil des Geldes gehört ja dem
Randy Schoenberg. Er hat fast sieben Jahre auf Beteiligungsbasis
daran gearbeitet!"
Sie selbst werde kein Geld aus dem Erlös der Bilder für sich
verwenden. "Es kränkt mich sehr, dass man in Österreich glaubt, ich
bin eine habgierige Jüdin. Dabei habe ich nicht vor, irgendwas von
dem Geld für mich zu verwenden. Es wird in Stiftungen gehen und an
Künstler. Ich werde der Los Angeles Oper einiges spenden. Ich sage
immer, die größte Gefahr für meine Kinder ist der Plácido Domingo."
Eine Spende an die Wiener Staatsoper hält Maria Altmann für sinnvoll:
"Wenn ich’s mir so recht überlege, würde ich gerne eine Spende zum
Angedenken an meinen Mann Fritz machen, der ja Opernsänger werden
wollte. Für mich selbst werde ich nichts kaufen. Das Haus wird nicht
renoviert. Vielleicht lasse ich einen neuen Teppich legen, weil meine
Tochter das so will, aber ich finde nicht einmal das notwendig."
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