21 Nachrüst-Einparkhilfen überzeugen im ÖAMTC-Praxistest nur bedingt (+ Grafik)

Kein System mit Note "sehr gut", vier Anlagen fallen mit "mangelhaft" durch

Wien (OTS) - Quetschen, zwängen, kurbeln - Einparken gehört für viele Autofahrer zur ungeliebten Zwangsübung. Der Gedanke an ein allwissendes System, das uns mühelos auch in die kleinste Parklücke lotst und vor jedem Hindernis warnt, mutet da fast paradiesisch an. Der ÖAMTC hat 21 Ultraschall-Einparkhilfen zum nachträglichen Einbau unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ernüchtert: Keine "sehr gute" Anlage, nur eine "gute", sechs mal die Note "befriedigend", gleich zehn mal "ausreichend" und sogar vier "mangelhafte" Systeme.

"Die größte Diskrepanz liegt in der Erwartungshaltung der Konsumenten und dem, was die Systeme wirklich leisten können", erläutert ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl. Tatsächlich zeigt der ÖAMTC-Test, dass die Ultraschall-Anlagen keinen garantierten Schutz vor Rangierschäden bieten. Die Entfernung zum Hindernis wird mit Warntönen und optischen Signalen angezeigt. Für Standardsituationen wie das Einparken zwischen Autos und das Annähern an Wände ist die Ultraschall-Technik geeignet und ausreichend. "Wenn die Hindernisse aber kleiner werden, versagt das System oft", warnt Kerbl. Ein Vorteil sind möglichst viele Sensoren, die den Erfassungsbereich vergrößern. So geht auch der in.pro. Park Boy IV als Testsieger hervor. Er verfügt über vier Sensoren, was sich allerdings auch im höchsten Preis (350 Euro) niederschlägt.

Als problematisch erwies sich im ÖAMTC-Test der Einbau der Anlagen. "Einerseits gewährleistet nur der Selbsteinbau, dass man sich wirklich Kosten zu Ab-Werk-Systemen spart. Andererseits muss man aber fast Elektrotechnik-Profi sein, um den Einbau fachgerecht hinzubekommen", kritisiert der Club-Experte. Umso mehr, als die Montage-Anleitungen sehr ungenügend sind. Entweder fehlt die fahrzeugtypspezifische Beschreibung, oder die Texte sind missverständlich und ungenau.

Die Nachrüst-Anlagen stehen allerdings, wie der ÖAMTC-Test zeigt, weder im Erfassungsbereich noch in der Ausstattung wesentlich hinter ihren Ab-Werk-Kollegen zurück. Der ÖAMTC-Techniker hat wichtige Tipps für nachrüstungswillige Käufer:

* Wenn das Signalverhalten der Einparkhilfe nicht exakt der Herstellervorgabe entspricht, unbedingt sofort anhalten und die Situation klären.

* Für die Nachrüstung mit einer Ultraschall-Anlage möglichst nur solche Anlagen in Betracht ziehen, die neben mindestens ausreichenden Leistungen im Erfassungsbereich auch über eine Eigendiagnose mit eventuellen Fehlermeldungen bei jeder Aktivschaltung verfügen.

ÖAMTC-Forderungen an die Hersteller

* Die Erfassungsqualität des Ultraschall-Systems weiter verbessern.

* Fahrzeugtypspezifische Einbauanleitungen mit genauen Sensorpositionierungen vorsehen.

Aviso an die Redaktionen: Eine Grafik zum ÖAMTC-Test-Einparkhilfen gibt es im ÖAMTC-Fotoservice unter www.oeamtc.at/presse.

(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit
Claudia Kesche
Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218
pressestelle@oeamtc.at
http://www.oeamtc.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OCP0001