Steuerliche Absetzbarkeit von Spenden: Arbeitsgruppe einigt sich auf ein Modell

Kein Konsens über begünstigte Spendenzwecke

Wien (OTS) - Die Arbeitsgruppe zur Spenden-Absetzbarkeit im Finanzministerium hat heute Vormittag Finanzminister Grasser ein konkretes Modell für die Absetzbarkeit von Spenden vorgelegt. Basierend auf dem gültigen Modell für Wissenschaft und Forschung soll die Absetzbarkeit von Spenden auf andere gemeinnützige Zwecke ausgeweitet werden. Finanzminister Karl Heinz Grasser unterstützt dieses Modell und hat eine Ausarbeitung eines Gesetzesentwurfes basierend auf diesem Modell bis April 2006 zugesagt.

Das Finanzministerium will vorerst den Begünstigtenkreis auf humanitäre Spenden einschränken - was eine grobe Benachteiligung von Spenden für andere Zwecke bedeuten würde. "Der FMA (Verband der Fundraising Manager Austria) lehnt diese Unterscheidung in "wichtige" und "weniger wichtige" Spenden und die Abwertung von Spenden für Kultur, Ökologie und Tierschutz klar ab - überall in Europa, wo Spenden steuerlich absetzbar sind, wird auf so eine Unterscheidung verzichtet ," sagt Frau Monica Culen, Präsidentin des FMA und Geschäftsführerin der Roten Nasen International.

Daher begrüßt der FMA die Aussage von Finanzminister Grasser, das Finanzministerium sei bereit zu überprüfen, ob die Bereiche Ökologie und Tierschutz in den Begünstigtenkreis aufgenommen werden sollten. Finanzminister Grasser hat aber ausgeschlossen, dass der Gesetzesentwurf noch in dieser Legislaturperiode umgesetzt wird. Es liegt an der Regierung nach der nächsten Nationalratwahl, dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen und damit dass Schlusslicht in diesem Bereich an Finnland abzugeben (Finnland wäre dann das einzige Land in Europa ohne steuerliche Absetzbarkeit von Spenden).

Der FMA geht davon aus, dass die steuerliche Absetzbarkeit von Spenden das Spendenpotenzial bei höheren Einkommensbeziehern wesentlich steigern lässt, mittelfristig um rund 25%. Den Steuerausfall schätzt der FMA mit ca. 40 Millionen Euro pro Jahr wesentlich geringer als das Finanzministerium.

Kurzfristig würde die Spendenabsetzbarkeit zwar das Budget belasten, aber bereits in einigen Jahren bewirkt das vermehrte Spendenaufkommen einen höheren Wohlfahrtsgewinn für alle. "In Österreich werden aufgrund des fehlenden steuerlichen Anreizes nur 6% des Spendenvolumens von den Bestverdienern geleistet - hier besteht ein dringender Nachholbedarf und ein großes Potential für die NPO’s", hält Monica Culen abschließend fest.

Rückfragen & Kontakt:

FMA - Verband der Fundraising Manager Austria
Mag. Herbert Witschnig, FMA-Vertreter in der Arbeitsgruppe
Tel.: 0676 833 488 09 oder herbert.witschnig@saz.at

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